Wissenswertes über Pektin: Eigenschaften und Vorteile

12 Januar, 2020
Pektine sind pflanzliche Fasern, die verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Erfahre heute, warum sie in der Ernährung wichtig sind und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind. 

Pektin ist eine Pflanzenfaser, die in bestimmten Obstsorten vorhanden ist, und in Kombination mit Wasser ein Gel bildet. Es dient als Verdickungsmittel in Verbindung mit Zucker oder Zuckersäure.

Die vorhandene Menge an Pektin hängt vom Reifegrad des Obstes ab. Je reifer die Frucht, desto weniger Pektin enthält sie. Quitten, Äpfel und Zitrusfrüchte enthalten besonders viel Pektin.

In der Lebensmittelindustrie wird diese Pflanzenfaser insbesondere zur Herstellung von Marmelade verwendet. Man kann dadurch die Zuckermenge reduzieren und das Produckt verdicken. Damit verringert sich ebenfalls die Kochzeit. Besonders vorteilhaft ist, dass man so pro Kilo Obst mehr Marmelade erhält.

Eigenschaften von Pektin

  • Pektin hat die Fähigkeit, den Lipidhaushalt zu regulieren, da diese Pflanzenfaser die von der Leber produzierten Säfte im Darm absorbiert. Dies trägt dazu bei, LDL-Cholesterin auszuscheiden.
  • Auch bei Darmbeschwerden ist die Pflanzenfaser vorteilhaft. Da sie in Kombination mit Wasser das Volumen des Nahrungsbolus vergrößert, verbessert sie gleichzeitig Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung.
  • Es handelt sich um eine praktisch kalorienfreie Substanz. Damit kann die Aufnahme von Lebensmitteln kontrolliert werden, ohne weitere Energiequellen hinzuzufügen. Es handelt sich deshalb um ein ausgezeichnetes Mittel, um länger satt zu bleiben. Pektin ist also interessant in Abnehmdiäten, da man damit das Bedürfniss ständig zu essen reduzieren kann.
  • Pektin absorbiert Zucker und Fette im Darm und verhindert gleichzeitig deren Aufnahme. Auch deshalb ist es für all jene vorteilhaft, die abnehmen wollen.
  • Es erhöht auch die Ausscheidung von Gallenflüssigkeit und reguliert deshalb den Blutdruck.
Eigenschaften von Pektin
Äpfel, Zitrusfrüchte und Quitten enthalten besonders viel Pektin!

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Warum sind Ballaststoffe in der Ernährung wichtig?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den täglichen Konsum von Ballaststoffen, und zwar von löslichen und unlöslichen. Die Wissenschaft konnte nachweisen, dass diese Pflanzenfasern die Mikrobiota des Darms verbessern. Außerdem schützen sie vor bestimmten Krebsarten, die mit dem Verdauungssystem in Verbindung stehen. Auch Symptome bestimmter Darmkrankheiten können damit gelindert werden.

Der Konsum von Ballaststoffen ist außerdem für Diabetiker grundlegend, um den Zuckerhaushalt zu regulieren und einfacher mit dieser Krankheit umgehen zu können. In den letzten Jahren wurde zudem festgestellt, wie wichtig die Gesundheit unserer Darmflora ist.

Die gesunden Bakterienkolonien der Mikrobiota stehen mit einer gesunden Darmfunktion eng in Verbindung, reduzieren das Risiko für eine Depression und verbessern außerdem die sportliche Leistung. Nicht zu vergessen ist, dass sie gleichzeitig komplexen und chronischen Krankheiten vorbeugen.

Um die Darmflora gesund zu halten, sind probiotische (wie Joghurt) und präbiotische Lebensmittel wesentlich. Letztere enthalten unverdauliche Substanzen, welche das Wachstum ausgewählter Bakterien stimulieren. Es handelt sich dabei um bestimmte Ballaststoffe.

Pektin in Zitrusfrüchten
Manche Nahrungsergänzungsmittel enthalten Pektin. Am besten nimmst du diese Substanz jedoch auf, indem du frisches Obst und Gemüse isst.

Das Problem der industriell hergestellten Lebensmittel

In den letzten Jahren sind im Handel immer mehr industriell gefertigte Lebensmittel zu finden. Diese enthalten einen hohen Anteil an Zucker und nur wenige Ballaststoffe. Wenn jedoch der Verzehr von Ballaststoffen gering ist, verschlechtern sich die Darmfunktionen und das Risiko für Krankheiten steigt damit.

Um diese Situation zu verhindern, ist es von größter Wichtigkeit, ausreichend Obst zu verspeisen. Das darin enthaltene Pektin vergrößert – wie bereits erwähnt – das Volumen des Nahrungsbolus und reinigt die Darmwände. Damit verbessert sich gleichzeitig die Synthese der kurzkettigen Fettsäuren im Darm.

Diese Fettsäuren spielen bei Entzündungsprozessen eine sehr wichtige und positive Rolle und garantieren die Funktionstüchtigkeit des Darms. Außerdem verringert sich so das Risiko für Krankheiten.

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Fazit: Deshalb solltest du Pektin im Rahmen einer gesunden Ernährung einnehmen!

Pektin ist eine Pflanzenfaser, die in der Lebensmittelindustrie als Verdickungsmittel zum Einsatz kommt. Sie ist natürlich in Obst enthalten und fördert die Gesundheit des Darms. Außerdem ist Pektin in der Vorsorge gegen Darmkrankheiten wie Durchfall oder Verstopfung grundlegend.

Darüber hinaus assoziieren Forscher diese Pflanzenfaser mit einem gesünderen Blutdruck und der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Interessant  ist insbesondere die Kombination von Pektin mit präbiotischen und probiotischen Lebensmitteln.

Damit kann das Wachstum ausgewählter Bakterien stimuliert werden. Außerdem begünstigt Pektin die Bildung kurzkettiger Fettsäuren im Darm, welche eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen.

Wenn du mehr Pektin einnehmen möchtest, solltest du unbedingt frisches Obst essen und so gut wie möglich auf industriell gefertigte Produkte verzichten. Mit dem regelmäßigen Verzehr von Zitrusfrüchten und Äpfeln kannst du nicht nur Pektin, sondern auch andere wichtige Nährstoffe aufnehmen.

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