Wissenswertes über die Peristaltik

17 November, 2019
Die Peristaltik ist ein Bewegungsmuster der Hohlorgane des Körpers, das den Transport bestimmter Substanzen ermöglicht. Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über dieses interessante Thema. 

Als Peristaltik bezeichnet man Muskelkontraktionen von schlauchförmigen Hohlorganen im menschlichen Körper. Dazu gehören zum Beispiel der Verdauungsapparat und das Harnsystem, in denen die Hohlorgane verschiedene Substanzen transportieren.

Die peristaltischen Kontraktionen verlaufen in organisierter und rhythmischer Weise in einem bestimmten Bewegungsmuster. Die synchronisierte Aktivität der glatten Muskelzellen in den Wänden der Hohlorgane ermöglicht diese Bewegungen, die denen eines Regenwurmes gleichen, und auch als Motilität bezeichnet werden.

Die glatten Muskeln sind autonom und bewegen sich unfreiwillig. Wir können sie nicht bewusst bewegen oder zusammenziehen, denn sie hängen ausschließlich von der Information ab, die sie vom Gehirn erhalten.

Wenn das Gehirn über das Vorhandensein von Lebensmitteln im Verdauungstrakt informiert wird, gibt es den glatten Muskeln der entsprechenden Organe die Anweisung, peristaltische Bewegungen durchzuführen, um die Speisen vom Mund bis zum Anus zu transportieren. 

Auch im Harnsystem kommt derselbe Mechanismus zum Einsatz. Wenn das Gehirn das Vorhandensein von Harn, der durch die Nieren produziert wird, wahrnimmt, sendet es diese Information zu den Harnleitern, die den Harn mit peristaltischen Bewegungen bis zur Blase befördern. Dies bezeichnet man auch als Ureterperistaltik.

Die Peristaltik hat also drei Hauptfunktionen:

  • Darmperistaltik: Nahrungsmittel werden im Verdauungsapparat befördert.
  • Gallenperistaltik: Weitertransport der Gallenflüssigkeit, die in der Leber gebildet wird.
  • Ureterperistaltik: Der Harn wird im Harnsystem transportiert.

Wie funktioniert die Peristaltik?

Die Peristaltik ermöglicht es, den Nahrungsbolus im Verdauungstrakt weiterzubewegen. Sie erfolgt rhytmisch und synchronisiert. Sobald die Nahrungsmittel im Mund zerkleinert werden und in die Speiseröhre gelangen, werden sie durch peristaltische Bewegungen bis in den Magen geleitet. Dieselben Bewegungen verhindern, dass der Nahrungsbolus wieder zurück nach oben gelangt.

Nach der Sekretion von Magensäure und der Bearbeitung der aufgenommenen Nahrung im Magen wir der Nahrungsbolus durch peristaltische Bewegungen in den Dünndarm geleitet. Er gelangt auf die gleiche Weise in den Zwölffingerdarm, den Leerdamm und den Krummdarm. Die Gallensäure hilft bei der Verdauung.

Im Dünndarm hängt die Aufnahme der Nährstoffe von einer guten Peristaltik ab, denn die rhytmischen Bewegungen transportieren die Substanzen zu den Darmwänden.

Nach der Verdauung wird den Lebensmittelresten dann das Wasser im Dickdarm entzogen. Koordinierte Bewegungen spielen auch hier eine grundlegende Rolle, um dann den Stuhl zu entleeren. Sowohl im Mastdarm, wie auch im Anus sind peristaltische Bewegungen nötig, um die Verdauung abzuschließen.

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Ursachen für eine geschwächte Peristaltik

In manchen Fällen erfolgen die peristaltischen Bewegungen langsamer als dies normalerweise der Fall ist. Die fehlende Motilität kann zum Beispiel zur Verstopfung des Verdauungsapparats führen, die wiederum andere Beschwerden nach sich ziehen kann.

Zu den häufigsten Ursachen für eine langsame Peristaltik zählen folgende:

  • Sehr junges oder hohes Alter: Sowohl alte Menschen, als auch kleine Kinder sind anfälliger für Verstopfungen, da die glatten Muskeln noch nicht ausreichend ausgebildet oder altersbedingt geschwächt sind.
  • Diabetes: Diese Stoffwechselkrankheit beeinträchtigt die neurologische Übertragung in verschiedenen Körperbereichen, auch im Verdauungssystem.
  • Morbus Parkinson: Auch Patienten mit Parkinson sind für Verstopfungen anfälliger.
  • Autoimmunkrankheiten: In diesem Fall kommt es häufig zu einer geschwächten Peristaltik bei Patienten mit Sklerodermie oder mit Polymyositis.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel haben eine Verstopfung als Nebenwirkung zur Folge und reduzieren die peristaltische Aktivität. Deshalb ist es wichtig, diese mögliche Wirkung zu kennen, bevor man das Medikament einnimmt. Du lässt dich am besten von deinem Arzt beraten.
langsame Peristaltik verursacht Beschwerden
Im Kindesalter kommt es am häufigsten zu einer veränderten Peristaltik. 

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Ursachen für eine zu schnelle Peristaltik

Auch wenn die Peristaltik zu schnelle Bewegungen erzeugt, kann es zu Beschwerden kommen. So könnte dadurch beispielsweise Durchfall entstehenHäufige Ursachen für eine Motilitätsstörung sind in diesem Fall folgende:

  • Bakterielle Infektionen: Krankheitserreger wie Escherichia coli, Salmonellen und Shigella führen häufig zu Durchfall. Die Übertragung kann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch infiziertes Wasser erfolgen.
  • Virale Infektionen: Insbesondere im Kindesalter kommt es häufig zu einem zu schnellen peristaltischen Bewegungsablauf. In diesem Fall musst du dein Kind auf jeden Fall zum Arzt bringen, um eine Austrocknung des Körpers zu verhindern.
  • Medikamente: Wir haben gesehen, dass bestimmte Medikamente Verstopfung auslösen können. Andere wiederum können Durchfall zur Folge haben.
  • Chronische Krankheiten: Verschiedene häufig auftretende Krankheiten gehen mit zu schnellen peristaltischen Bewegungsmustern einher. Dazu gehören beispielsweise Schilddrüsenstörungen.
  • Psychologische Ursachen: Stress wirkt sich auch negativ auf den Darm aus. Wir wissen bereits, dass die Darmperistaltik vom Nervensystem abhängt, also ist es logisch, dass in diesem Fall die glatte Muskulatur stimuliert wird.
  • Operative Eingriffe im Verdauungssystem: Menschen, die im Verdauungsapparat aus unterschiedlichen Gründen operiert werden, können danach eine veränderte Peristaltik aufweisen. Dies kann zum Beispiel darauf zurückgeführt werden, dass Nervenfasern verletzt werden oder der Verdauungstrakt gekürzt wird.

Fazit

Die Peristaltik übernimmt im Organismus lebenswichtige Funktionen. Sie ist zum Beispiel für den Transport von Nahrung im Verdauungstrakt und für die Ausleitung des Harns über das Harnsystem zuständig.

Wenn es zu Motilitätsstörungen kommt, musst du auf jeden Fall einen Facharzt aufsuchen, der dich genau untersuchen und die Ursachen ausfindig machen kann. Nur ein Arzt kann entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist.

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