Windeldermatitis: Symptome, Arten und Behandlung

22 Dezember, 2020
Windeldermatitis ist ein häufiges dermatologisches Problem bei Babys. Normalerweise kommt es nicht zu Komplikationen, doch trotzdem sind die Beschwerden lästig. Erfahre heute, wie du sie verhindern kannst.

Die Windeldermatitis ist eine häufige Hauterkrankung, an der viele Babys leiden. Es handelt sich um leichte Beschwerden, die mit der richtigen Pflege gelindert werden können. Diese Hautkrankheit entsteht durch eine Entzündung der Haut im Windelbereich, die durch den Kontakt mit der Windel verursacht wird.

In einem in der Zeitschrift Pediatric Dermatology veröffentlichten Artikel ist ebenfalls nachzulesen, dass zusätzlich zur Reibung auch die übermäßige Befeuchtung der Haut, ein veränderter pH-Wert und andere Faktoren eine Rolle spielen können. Besonders häufig entsteht der wunde Po im ersten Lebensjahr. Erfahre heute Wissenswertes über die Symptome und die Behandlung der sanften Babyhaut.

Symptome der Windeldermatitis

Wie bereits erwähnt, ist die Windeldermatitis eine Entzündung der Haut im Windelbereich. Babys haben eine dünnere Haut, die sich noch nicht gut schützen kann und anfälliger für Infektionen oder Reizungen ist. Dennoch ist der wichtigste Faktor bei diesem Zustand die Windel, die die Haut verdeckt.

Die Symptome hängen von der Schwere und Dauer der Dermatitis ab. Nach Angaben der La Sociedad Española de Pediatría Extrahospitalaria y Atención Primaria (dt. Spanische Gesellschaft für außerklinische Pädiatrie und Primärversorgung) sind einige der klinischen Manifestationen folgende:

  • Juckreiz unterschiedlicher Intensität
  • Leichte Rötungen (in leichten Fällen)
  • Starke Entzündung (in schweren Fällen kann es sogar zu Blutungen kommen)
  • Das Baby kann seinen Charakter aufgrund einer erheblichen Reizung im Windelbereich verändern.
Windeldermatitis
Bei der Windeldermatitis handelt es sich um eine Entzündungsreaktion im Windelbereich. Zu den Symptomen gehören Rötung, Juckreiz und Reizung.

Ursachen für Windeldermatitis

Die Windeldermatitis entsteht durch eine Kombination mehrerer Faktoren, einschließlich erhöhter Feuchtigkeit, längerem Kontakt mit Urin oder Stuhl und anderen Reizstoffen wie Waschmitteln.

Die zweithäufigste Ursache für Windeldermatitis sind Infektionen, wie etwa eine Pilzinfektion mit Candida albicans. In ähnlicher Weise können auch andere Pilzerkrankungen für den Windelausschlag verantwortlich sein:

  • Infektion durch Dermatophytose
  •  Seborrhoisches Exzem durch Malassezia-Hefen
  • Pseudomykose-Erkrankungen wie Erythrasma

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Arten der Windeldermatitis

Wir gehen anschließend etwas näher auf die verschiedenen Arten des Windelausschlags ein, die nach ihrer Ursache klassifiziert werden.

Irritative Kontaktdermatitis

Diese Kontaktdermatitis ist die häufigste Form. Sie entsteht durch Hautkontakt mit Harn und Stuhl, vor allem wenn die Windel zu selten gewechselt wird. In der Regel werden jedoch gesunde Leistenfalten ohne Hautveränderungen beobachtet, da diese Bereiche weniger Kontakt mit reizenden Substanzen haben.

Um Beschwerden zu verhindern, empfehlen Studien der AEPED die regelmäßige Reinigung des Windelbereichs. Dabei ist es auch wichtig, die zarte Babyhaut sanft aber gut zu trocknen. Die Windel muss regelmäßig gewechselt werden.

Windelsoor

Als Windelsoor bezeichnen Experten eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans. Diese ist meist an folgenden Symptomen zu erkennen:

  • Leuchtend rote Flecken
  • Glänzende verletzte Haut
  • Deutlich definierte Läsionen und Wunden
  • Beeinträchtigte Leistenfalten

Bakterielle Dermatitis

Relativ selten liegt eine bakterielle Dermatitis (Impetigo) vor. Allerdings können Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken eine Windeldermatitis verursachen oder eine bereits bestehende verschlimmern. Charakteristisch für eine Streptokokken-Infektion ist eine hellrote Haut um den Anus. 

Allergische Dermatitis

Babys mit empfindlicher Haut können eine Art allergische Reaktion auf eine bestimmte Komponente der Windeln oder Cremes entwickeln. Zu den häufigsten Allergenen gehören die folgenden:

  • Gummi oder Farbstoff der Windel
  • Parfüms
  • Konservierungsmittel in Hygieneprodukten

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Ist Vorsorge möglich?

Die Behandlung eines Windelausschlags hat zwei Hauptziele: die beschädigte Haut zu heilen und das Wiederauftreten des Ausschlags zu verhindern. Im Folgenden findest du einige nützliche Strategien, um dies zu erreichen.

  • Gute Hygiene ist wichtig, um die Integrität der Haut zu erhalten und eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Die Exposition gegenüber Reizstoffen, wie Urin und Stuhl, kann durch häufiges Windelwechseln und superabsorbierende Windeln, die eine Überwässerung der Haut verhindern, reduziert werden.
  • Bade und reinige den Windelbereich mit einem sanften, seifenfreiem Babyprodukt und Wasser.
  • Studien der Pediatric Dermatology zeigen, dass Babyfeuchttücher der Haut nicht schaden. Vielmehr tragen die neuen Formulierungen dieser Produkte zu einem ausgeglichenen pH-Wert der Haut bei und können so Beschwerden verhindern oder reduzieren.
Windeldermatitis vermeiden
Die beste Vorbeugung gegen Windelausschlag ist eine gute Hygiene und häufiges Windelwechseln.

Behandlung einer Windeldermatitis

Unabhängig von der Art der Infektion im Windelbereich sollte sie von einem Kinderarzt oder Dermatologen diagnostiziert und behandelt werden. Je nach Art der Hautläsionen und ihrer Verteilung erfolgt eine entsprechende Behandlung.

Bei einem Kontaktekzem empfiehlt sich gründliche Hygiene und “unten ohne”. Du solltest möglich viel Luft an den Babypo lassen. Der Arzt kann dir zusätzlich eine Salbe empfehlen.

Bei einer Hefepilzinfektion verschreibt der Hautarzt in der Regel eine Imidazol-Salbe. Kortikoid-Salben sind völlig kontraindiziert.

Wann zum Arzt?

Wenn die Dermatitis des Babys mit den oben genannten Maßnahmen nicht abklingt, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, der die richtige Behandlung einleiten kann. Wenn Nässen, Wunden, Fieber oder andere klinische Manifestationen einer Komplikation auftreten, musst du ebenfalls sofort zum Arzt.

In den meisten Fällen bessert sich die Windeldermatitis mit der richtigen Pflege und der Vermeidung von Reizstoffen.  Trotzdem ist es sinnvoll, den Kinderarzt über die Symptome zu informieren.

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