Was ist eine Myokarditis?

25 Mai, 2018
Eine Myokarditis ist eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels. Sie wird meistens durch eine Infektion hervorgerufen und kann im weiteren Krankheitsverlauf teilweise lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.

Myokarditis ist eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels, sie wird auch Herzmuskelentzündung genannt. Der Herzmuskel heißt medizinisch Myokard und seine Hauptaufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass permanent Blut durch deinen Körper gepumpt wird. Er zieht sich zusammen und so wird das Blut in deinen Körper gepumpt. Wenn dein Herzmuskel sich anschließend wieder entspannt, dann füllt sich dein Herz wieder mit Blut.

Durch eine Entzündung des Herzmuskels kann dieser nicht mehr so effektiv Blut pumpen wie er es sollte und dadurch kann es zu Schädigungen der Zellen kommen. Das alles stellt ein sehr ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen an dieser Erkrankung leiden. Der Grund hierfür ist, dass eine Myokarditis oftmals gar keine Symptome verursacht und daher sehr häufig nicht erkannt wird.

Dennoch kann grundsätzlich jeder Mensch daran erkranken. Und zwar in jedem Alter. Auch Kinder können bereits davon betroffen sein.

Was ist die Ursache einer Herzmuskelentzündung?

In mindestens 50% der Fälle ist die Ursache einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) eine Infektion. Diese kann durch Viren, Pilze, Parasiten oder Bakterien verursacht werden. Oftmals tritt sie nach einer Durchfall-Erkrankung, einer Erkältung oder einer Grippe auf.

Weitere häufige Ursachen und Auslöser für Myokarditis sind beispielsweise:

  • Allergische Reaktionen nach Medikamenteneinnahme
  • Intensiver Kontakt mit schädlichen Umwelteinflüssen, zum Beispiel mit Schwermetallen
  • Strahlung
  • Autoimmunreaktionen des Körpers, die Entzündungen hervorrufen.

Darüber hinaus können auch bestimmte Krankheiten, wie rheumatoide Arthritis, rheumatisches Fieber und Lupus-Arthritis eine Myokarditis auslösen. In manchen Fällen ist es aber auch gar nicht möglich, die genaue Ursache für eine Myokarditis zu identifizieren.

Verlauf einer Myokarditis

Zunächst reagiert dein Körper auf die Entzündung deines Herzmuskels, indem er dein Immunsystem aktiviert. Dieses sendet daraufhin Antikörper aus, welche die Auslöser der Entzündung bekämpfen. Allerdings können die chemischen Stoffe, die durch die Immunzellen produziert werden, gleichermaßen auch deinen Herzmuskel schädigen.

Wenn sehr viele Zellen zerstört wurden, dann wird dadurch dein Herz geschwächt und entzündet. Passiert all dies auch noch innerhalb kürzester Zeit, dann kann das unter Umständen zu Herzversagen und plötzlichem Herztod führen.

Dennoch besteht dieses Risiko in den meisten Fällen nicht. Normalerweise regeneriert sich dein Herz wieder vollständig von selbst. Dein Herz ersetzt dann die geschädigten oder abgestorbenen Herzmuskelzellen durch gesunde Zellen. Dadurch entsteht allerdings ein Narbengewebe. Da dieses Gewebe aber ziemlich fest und unflexibel ist, trägt es nicht zur Verbesserung der Pumpleistung deines Herzens bei.

Wenn das Narbengewebe zudem sehr weitflächig verbreitet ist, kann es zu kongestiver Herzinsuffizienz oder einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels (dilatativer Kardiomyopathie) führen.

Symptome einer Herzmuskelentzündung

Symptome - Myokarditis

Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig und oftmals auch unspezifisch. In einigen Fällen zeigen sich sogar überhaupt keine Symptome.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Myokarditis, die akute und die chronische Myokarditis. Beide haben unterschiedliche Symptome.

Die Symptome der akuten Myokarditis ähneln denen eines Herzversagens. Dabei sind als wichtigste Merkmale zu nennen:

  • Sehr starke und stechende Brustschmerzen hinter dem Brustbein
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Eine bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute oder Blässe
  • Kurzatmigkeit
  • Herzklopfen (Palpitationen)
  • Entzündungen der Leber oder der Milz
  • Wasseransammlungen in den Beinen.

Bei einer chronischen Myokarditis sind die Symptome weniger eindeutig und offensichtlich. Grundsätzlich fühlen sich die Betroffenen schwach, ermüden schnell und werden bereits nach geringster Anstrengung kurzatmig.

Insgesamt haben sie das Gefühl, körperlich stark abzubauen. Der Appetit verändert sich, oftmals verbunden mit Gewichtsverlust und viele klagen auch über Gliederschmerzen.

Diagnose und Behandlung

Behandlung - Myokarditis

Die Diagnose einer Herzmuskelentzündung ist relativ schwierig, da die Symptome oft sehr unspezifisch sind. Daher kann es leicht passieren, dass eine Myokarditis nicht erkannt wird und stattdessen eine andere Erkrankung diagnostiziert wird.

Normalerweise wird dein Arzt zunächst eine klinische Untersuchung durchführen. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, vorhandene Symptome abzuklären und Informationen über kürzlich aufgetretene Infektionen zu sammeln.

Wenn ein Verdacht besteht, wird oftmals eine Röntgenuntersuchung angeordnet. So kann dein Arzt erkennen, ob sich möglicherweise Wasser in deiner Lunge angesammelt hat. Üblicherweise wird dein Arzt zuerst jedoch ein Elektrokardiogramm (EKG) oder ein Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung) anordnen. Beide Methoden ermöglichen eine genaue Untersuchung deiner Herzfunktion.

Die genaueste Untersuchungsmethode ist die endomyokardiale Biopsie. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig, da die Untersuchung genau aufzeigt, ob dein Herzmuskel entzündet ist oder nicht. Diese Biopsie wird normalerweise angeordnet, wenn der Verdacht besteht, dass du von einer chronischen Myokarditis betroffen sein könntest.

In den allermeisten Fällen heilt eine akute Myokarditis von alleine aus. Dein Herzmuskel heilt aus und die Entzündung hinterlässt keine weiteren Folgeschäden.

Allerdings gibt es auch Verläufe, die komplizierter werden, zu ernsthaften Problemen führen und manchmal sogar tödlich enden.

Wieder andere Fälle führen zu einer dauerhaften Herzinsuffizienz. Grundsätzlich hängt der Verlauf auch von deiner allgemeinen Verfassung und vom Gesundheitszustand deines Herzens ab. Außerdem spielen auch die Ursachen für die Entstehung der Erkrankung eine wichtige Rolle.

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