Wann sollte ich einen Rheumatologen aufsuchen?

Wenn die Schmerzen in deinen Gelenken oder Muskeln nach ein paar Tagen nicht abklingen oder nur teilweise nachlassen, ist ein Besuch bei einem Rheumatologen das Beste, was du tun kannst. Wenn du wissen willst, ob auch du diesen Spezialisten aufsuchen solltest, lies einfach weiter! Hier erfährst du alles Wissenswerte zu diesem Thema.
Wann sollte ich einen Rheumatologen aufsuchen?

Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2021

Je nach Art der Erkrankung können mehrere Spezialisten muskuloskelettale Probleme behandeln. In vielen Fällen ist dies ein Rheumatologe, aber die Behandlung kann auch anderen Fachleuten überlassen werden. Glaubst du, du brauchst einen Rheumatologen? Der folgende Artikel hilft dir, dies herauszufinden.

Ein Rheumatologe ist ein Mediziner, der Erkrankungen behandelt, die die Knochen, Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke betreffen. Es gibt andere Fachgebiete, die sich ebenfalls mit Problemen dieser Körperregionen befassen, wie unter anderem die Arthrologie, Osteologie und Neurologie.

Bei Muskel-Skelett-Problemen aufgrund einer Verletzung ist in der Regel ein Traumatologe oder Physiotherapeut für die Behandlung verantwortlich, manchmal auch ein Orthopäde. Also, was ist ein Rheumatologe und was macht dieser Spezialist? Und woher weißt du, ob du selbst einen Rheumatologen brauchst?

Was ist ein Rheumatologe?

Ein Arzt betrachtet ein Bild des Hüftgelenks mit einer Lupe.
Ein Rheumatologe ist ein Arzt, der sich auf Erkrankungen im Zusammenhang mit Knochen, Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken spezialisiert hat.

Ein Rheumatologe ist ein Arzt, der sich auf die Behandlung von Muskel-Skelett-, Gelenk- und sogenannten rheumatischen Erkrankungen spezialisiert hat, zu denen auch systemische Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis gehören.

Rheumatische Erkrankungen können Schmerzen, Schwellungen, Steifheit und Deformitäten in den Gelenken, Knochen oder Stützmuskeln verursachen. Ein Rheumatologe kann diese Probleme diagnostizieren und behandeln, führt jedoch keine Operation durch.

Rheumatologen arbeiten in der Regel ambulant. In einigen Fällen wirst du von anderen Ärzten an diese Fachärzte überwiesen. Aber es gibt auch Menschen, die direkt einen Rheumatologen aufsuchen. Darüber hinaus arbeiten Rheumatologen in Krankenhäusern oft mit einem interdisziplinären Team an den Aspekten, die in ihren Fachbereich fallen.

Was beinhaltet die Ausbildung zum Rheumatologen?

Ein Rheumatologe absolviert ein Medizinstudium und muss sich dann als Kinderarzt oder Facharzt spezialisieren. Nach Abschluss dieses Ausbildungsabschnitts spezialisiert er oder sie sich dann zwei oder drei Jahre lang auf Rheumatologie.

In einigen Ländern müssen Rheumatologen am Ende ihrer Ausbildung eine Facharztprüfung ablegen. Anschließend müssen sie ihre Zertifizierung regelmäßig erneuern, um sicherzustellen, dass ihr Wissen auf dem neuesten Stand bleibt.

Welche Erkrankungen kann ein Rheumatologe behandeln?

Ein Rheumatologe behandelt ein breites Spektrum von Krankheiten, die alle gemeinsam haben, dass sie entzündlich oder autoimmun sind. Sie betreffen Gelenke, Sehnen, Bänder, Muskeln, Knochen und Blutgefäße.

Zu den Erkrankungen, die diese Spezialisten behandeln, gehören die folgenden:

  • Entzündliche, rheumatoide, psoriatische oder juvenile idiopathische Arthritis
  • Rückenschmerzen
  • Arthrose und Osteoporose
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Fibromyalgie
  • Vaskulitis
  • Tendinitis und Myositis
  • Bursitis
  • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
  • Reaktive Arthropathien
  • Gicht
  • Sarkoidose
  • Riesenzellarteriitis
  • Sklerodermie
  • Polymyalgia rheumatica und Polymyositis
  • Morbus Behçet
  • Morbus Paget
  • Reiter-Syndrom
  • Sjögren-Syndrom

Insgesamt behandeln Rheumatologen bis zu 120 verschiedene Krankheiten und Krankheitsbilder. In der Regel sammeln sie Informationen aus der Krankengeschichte des Patienten und der Familie, führen diagnostische Tests durch und entwickeln dann einen Behandlungsplan. Dieser kann Medikamente, Injektionen in die betroffenen Bereiche und manchmal eine Überweisung an einen Physiotherapeuten oder einen anderen Spezialisten umfassen.

Wann solltest du einen Termin bei einem Rheumatologen vereinbaren?

Es kommt sehr häufig vor, dass Menschen irgendwann in ihrem Leben Gelenk- oder Muskelschmerzen haben. Wenn diese über mehrere Tage anhalten, solltest du zunächst deinen Hausarzt aufsuchen, der die Situation einschätzen und beurteilen wird.

Falls die Maßnahmen, die dein Hausarzt ergreift, nicht oder nur teilweise wirken, benötigst du möglicherweise einen Rheumatologen. Wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen vorliegen, solltest du einen Termin bei diesem Facharzt vereinbaren:

  • Schmerzen in mehreren Gelenken.
  • Schmerzen in einem Gelenk, die nicht mit einer bekannten Verletzung zusammenhängen.
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen zusammen mit Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Morgensteifigkeit, Hautausschlag oder Brustschmerzen.
  • Muskelschmerzen ohne erkennbare Ursache.
  • Wenn du über 50 Jahre alt bist und unter wiederkehrenden Muskel- oder Kopfschmerzen leidest.

Wenn eine Autoimmunerkrankung in der Familienanamnese vorliegt oder sich die Symptome in kurzer Zeit stark verschlimmern, sollte so schnell wie möglich eine Konsultation erfolgen. Dies liegt daran, dass Gelenkschmerzen, die nicht schnell behandelt werden, zu dauerhaften Gelenkschäden führen können.

Was dich bei deinem Termin erwartet

Besuch beim Rheumatologen: Röntgenbild
Die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung ist komplex. Daher ist eine gründliche Untersuchung und die Durchführung verschiedener Tests erforderlich.

Rheumatische Erkrankungen sind komplex und nicht leicht zu diagnostizieren. Daher solltest du beim ersten Beratungsgespräch am besten keine schlüssigen Antworten erwarten. Der Arzt führt in der Regel eine klinische Untersuchung auf Anzeichen und Symptome einer Entzündung durch und erkundigt sich nach deiner Familienanamnese.

Außerdem analysieren Rheumatologen auch die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen und ordnen in fast jedem Fall weitere Untersuchungen an. Unter anderem Röntgenaufnahmen, CT-Scans, MRT-Scans und Ultraschall. Diese dienen dazu, muskuloskelettale Anomalien zu erkennen.

Darüber hinaus solltest du zu deinem Erstgespräch folgende Unterlagen und Dokumente mitbringen:

  • Alle früheren Labortests, Röntgenaufnahmen, Ultraschall und MRTs, die mit deinem aktuellen Gesundheitsproblem in Zusammenhang stehen.
  • Eine aktualisierte Liste der Medikamente, die du momentan einnimmst, inklusive genauer Dosierung. Darüber hinaus solltest du den Rheumatologen auch über all die Medikamente informieren, die du bereits zur Behandlung deiner Beschwerden eingenommen hast.
  • Eine Liste von Arzneimittelallergien.
  • Wenn in deiner Familie Autoimmun- oder rheumatologische Erkrankungen vorliegen, solltest du den Rheumatologen auch darüber informieren.

Basierend auf den gesammelten Informationen und deren Analyse erstellt ein Rheumatologe dann einen Behandlungsplan. Manchmal sind mehrere Konsultationen erforderlich, bevor der Fachmann eine endgültige Diagnose stellen kann.

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Bei Gelenkschmerzen musst du wahrscheinlich einen Rheumatologen aufsuchen

Sehr häufig werden Menschen an einen Orthopäden und nicht an einen Rheumatologen überwiesen. Generell gilt: Wenn die Beschwerden nicht durch eine traumatische Verletzung ausgelöst wurden, ist es am besten, zuerst einen Rheumatologen aufzusuchen.

Außerdem ist es keine gute Idee, die Konsultation zu verschieben, weil du meinst, die Schmerzen seien nicht stark genug, um einen Termin zu bekommen. Wenn du unter Steifheit und Entzündungen leidest, auch wenn du kaum Schmerzen verspürst, solltest du einen Rheumatologen aufsuchen, der die Situation beurteilen kann.

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