Salicylsäure: Gut für Hautprobleme

21 November, 2019
Salicylsäure gehört zur Gruppe der schmerzstillenden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Mittel. Erstmals systematischer beschrieben wurde sie im 18. Jahrhundert von Edward Stone. Dieser englische Geistliche hatte beobachtet, dass Tees aus der Rinde der Silberweide Fieber senkten.

Die Salicylsäure ist ein chemischer Stoff mit haut- und hornhautauflösenden sowie antimikrobiellen Eigenschaften. Man setzt Salicylsäure häufig in Bereichen wie der Dermatologie ein. Denn sie ist unter anderem in der Lage, die Abschuppung der Haut zu fördern. Darüber hinaus kann sie beispielsweise Infektionen durch Bakterien und Pilze verhindern.

Außerdem hat Salicylsäure die Fähigkeit, den Fettgehalt der Haut zu regulieren und man kann sie als entzündungshemmendes Mittel einsetzen. Daher gilt sie auch als eine Substanz von grundlegender Bedeutung, um das Aussehen von alternder Haut zu verbessern.

Woher kommt die Salicylsäure?

Aus einem Blatt tropft Flüssigkeit in eine Flasche

Die Rinde der Silberweide (Salix alba) enthält eine Substanz namens Salicin. Daraus gewinnt man die Salicylsäure. Aber man findet Salicin auch in anderen Pflanzen. So zum Beispiel in den Blättern von Birken oder Wintergrün.

Wie bereits erwähnt, gehört die Salicylsäure zur Gruppe der schmerzstillenden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Mittel. Erstmals systematischer beschrieben wurde sie im 18. Jahrhundert von Edward Stone. Dieser englische Geistliche hatte beobachtet, dass Tees aus der Rinde der Silberweide fiebersenkend wirkten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann man erstmals mit der Synthese. Damit wollte man das zu dieser Zeit nur schwer zu bekommende Chinin bei der Behandlung von Fieber und Schmerzen ersetzen. Salicylsäure hatte zudem auch einige positive Eigenschaften für eine äußerliche Anwendung.

Wirkungen von Salicylsäure

Der Effekt von Salicylsäure auf die Haut kann im Zusammenhang mit ihrer Wirkung auf die Struktur der Haut stehen. Denn Salicylsäure hat Einfluss auf die Bindungen zwischen den hornbildenden Zellen der Oberhaut und auch auf deren Abschuppung. Diese Eigenschaft nennt man auch keratolytisch.

Daher bewirkt diese Säure, wie bereits erwähnt, eine Abschuppung (Peeling) der Haut. Zudem ist sie antimikrobiell. Dabei beträgt die Konzentration zwischen 5 bis 10 %.

Darüber hinaus schreibt man ihr auch eine direkte entzündungshemmende Wirkung zu. Diese ist allerdings noch nicht durch einschlägige Studien bestätigt. In niedrigeren Konzentrationen, zwischen 1 und 3 %, hat Salicylsäure unter anderem so genannte keroplastische Eigenschaften. Das heißt, dass sie zu einer Festigung der Haut und zur Wiedererlangung der Geschmeidigkeit führt.

Keratoplastische Substanzen sind also solche, die die Regeneration der Hornschicht der Haut fördern und darüber hinaus eine vermehrte Verhornung wieder normalisieren. Keratolytische Substanzen erweichen und lösen Haut, Nägel und Hornhaut, haben also die oben erwähnte abschuppende Wirkung.

Außerdem ist zu beachten, dass Salicylsäure fettlöslich ist. Das heißt, sie kann mit den in der Oberhaut vorhandenen Fetten vermischt und in ihnen gelöst werden. Dasselbe gilt für in den Poren gesammelten Talg.

Daher bewirkt also Salicylsäure einen ablösenden und abschuppenden Effekt in diesem Bereich der Haut. Und sie kann je nach Konzentration keratoplastisch oder keratolytisch wirken.

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Wann kommt Salicylsäure zur Anwendung?

Salicylsäure: Für die Haut gut

Im Folgenden stellen wir dir 9 der wichtigsten Anwendungsformen für diese Säure vor:

  • Keratolytisch: In den oben genannten Konzentrationen wendet man Salicylsäure beispielsweise zur Behandlung von Warzen an.
  • Keratoplastisch: 0,5 % am Rande von Entzündungen weicher Gewebe.
  • Zur Regeneration bei Lichtschädigung der Haut: In diesen Fällen verwendet man Salicylsäure zur Behandlung entweder allein (in Konzentrationen von 10 % bis 15 % in Salben oder Cremes) oder zusammen mit AHA (Alphahydroxysäure) oder Retinsäure. So setzt man sie zur Behandlung von aktinischer Keratose ein und auch bei Sonnenflecken auf dem Handrücken und den Unterarmen.
  • Als Lichtschutz: Hier wirkt sie wie ein chemischer Filter.
  • Antimykotisch: Anwendung bei Pilzbefall der Haut. Hier erleichtert die Salicylsäure das Eindringen von Arzneimitteln gegen Hautpilz, indem sie die Hornschicht beseitigt.
  • Als Anästhetikum: Die Säure hat auch eine gewisse betäubende Wirkung. Denn sie spielt in die Prostaglandin-Synthese mit hinein. Das sind Substanzen, die mit der Schmerzwahrnehmung verbunden sind. So setzt man Salicylsäure beispielsweise zur Schmerzlinderung bei bestimmten Entzündungen ein.
  • Anwendung als Schmerzmittel: Einige Derivate der Salicylsäure werden auch zur Schmerzlinderung bei Schleimbeutelentzündungen sowie bei Muskelschmerzen eingesetzt.
  • Bei Juckreiz: Die Säure kann auch zur Linderung von Juckreiz beitragen.
  • Als entzündungshemmendes Mittel: Ebenso wie die leicht betäubende sowie schmerzlindernde Wirkung beruht auch die entzündungshemmende Wirkung auf der Fähigkeit, die Synthese von Prostaglandinen zu hemmen.

Unerwünschte Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Wie alle Medikamente und chemische Substanzen kann auch die Salicylsäure eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen auslösen. Dazu zählen unter anderen folgende:

  • Toxizität: Wenn die Substanz ins Blut gelangt, kann sie einige Probleme wie Übelkeit und Erbrechen auslösen.
  • Außerdem sollte sie nicht bei schwangeren Frauen zur Anwendung kommen. Denn aufgrund ihrer Eigenschaften kann die Säure auch bei äußerer Anwendung dem ungeborenen Kind schaden.
  • Allergische Reaktionen: Ebenso sollten Personen, die gegen diese Substanz allergisch sind, sie nicht anwenden. Denn sonst könnte es zu schweren Komplikationen führen.
  • Auch kann es zu Verwirrtheitszuständen kommen. Aber diese Art von Nebenwirkungen sind seltener.

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Fazit

Salicylsäure wird nach wie vor und mit guter Wirksamkeit zur äußeren Anwendung eingesetzt. Dabei kommen zu den den traditionellen Bereichen auch neuere hinzu. Bei richtige Verwendung und Dosierung ist dieses Arzneimitteln völlig sicher in seiner Anwendung. Aber natürlich gilt: Du solltest immer deinen Arzt oder deine Ärztin vorher konsultieren.

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