Mukoviszidose: Wie soll ich mich ernähren?

24 November, 2019
Die Ernährung spielt im Umgang und bei der Prognose der sogenannten Mukoviszidose eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel erfährst du warum.

Die Ernährung spielt im Umgang und bei der Prognose der sogenannten Mukoviszidose eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel erfährst du warum.

Die Mukoviszidose ist eine chronische und gleichzeitig vererbbare sowie degenerative Stoffwechselerkrankung. Sie wirkt sich in erster Linie auf die Lunge und das Verdauungssystem aus. Ein verändertes Protein, das an der Schleimsekretion und der Regulierung von Chlor sowie Natrium beteiligt ist, begünstigt ihre Entstehung.

In bestimmten Fällen wird eine exokrine Pankreasinsuffizienz diagnostiziert. Dies bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse nicht dazu in der Lage ist, gewisse Enzyme abzusondern, die für die Verdauung von Lipiden in der Nahrung notwendig sind.

Aus diesem Grund kommt der Ernährung sowohl beim Entwicklungsverlauf der Erkrankung als auch bei der Lebensqualität der Betroffenen eine hohe Bedeutung zu. Ist die Ernährung angemessen, lassen sich eine Schädigung der Lungenfunktion und das Risiko von Infektionen verringern.

Warum kommt es bei der Mukoviszidose zu einer Unterernährung?

Unterernährung spielt vor dem Hintergrund von Morbidität und Mortalität eine wesentliche Rolle. Außerdem verschlechtert sie die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen. Sie ist im Falle der Mukoviszidose auf ein Ungleichgewicht zwischen Energie- und Kalorienverbrauch zurückführen, das von drei Faktoren abhängt: erhöhter Energiebedarf, verringerte Nahrungsaufnahme und steigender Energieverlust.

  • Energieverbrauch und Stoffwechsel: Die basale Stoffwechselrate ist erhöht. Die Krankheit trägt zusammen mit Superinfektionen und zusätzlichem Atemaufwand dazu bei.
  • Verringerte Nahrungsaufnahme: Oftmals sind an Mukoviszidose erkrankte Personen Komplikationen ausgesetzt, die die Nahrungsaufnahme über den Mund erschweren. Verdauungsstörungen sind somit die Folge der niedrigen Kalorienaufnahme.
  • Energieverlust: Dieser lässt sich mit dem Nährverstoffverlust im Stuhl aufgrund von Fehlverdauung und gestörter Absorption erklären. Daraus resultiert das Energieungleichgewicht.
Ernährung und Mukoviszidose

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Ernährungstipps bei Mukoviszidose

Eines der Hauptziele ist das Aufrechterhalten einer angemessen Ernährungsweise, um beispielsweise bei Kindern ein problemloses Heranwachsen und im Allgemeinen eine Verbesserung der Lebensqualität zu gewährleisten.

Bevor die erforderlichen Anpassungen vorgenommen werden, ist es notwendig, die Ernährungsgewohnheiten und anthropometrischen Maßnahmen umfassend zu bewerten. Der Body-Mass-Index (BMI) sollte bei Frauen bei 22 kg/m² und bei Männern bei 23 kg/m² liegen.

Grundsätzlich ähneln sich die Ernährungsgewohnheiten von Patienten beziehungsweise Patientinnen der Mukoviszidose und gesunden Personen. Jedoch sind ein paar Besonderheiten zu beachten:

  • Steigerung der Energieaufnahme: Die Aufnahme bewegt sich je nach Alter sowie Gewicht zwischen 120150 % des Energiebedarfs. Im Falle eines Gewichtsverlustes ist es ratsam, die 150 % zu übersteigen.
  • Proteinzufuhr: Es sind 120150 % des empfohlenen Proteinbedarfs zuzuführen. Auch hier gilt dies abhängig von Alter und Gewicht.
  • Kohlenhydrate: Diese sollten 4050 % der gesamten Kalorienmenge ausmachen. Idealerweise werden komplexe Kohlenhydrate aufgenommen und Einfachzucker vermieden, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Bei Ateminsuffizienz sollte der Verzehr auf 30 % reduziert werden.
  • Lipidaufnahme: Lipide sollten 4045 % der gesamten Nahrungsaufnahme umfassen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass gesättigte Fettsäuren keine 10 % übersteigen.
  • Mineralien: Es muss auf eine ausreichende Aufnahme von Mineralien wie Kalzium, Zink, Eisen und Natrium geachtet werden.
  • Fettlösliche Vitamine: Wichtig sind vor allem die Vitamine A, D und E; je nach Analyse auch das Vitamin K.
Vitamine und Mukoviszidose

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Wie lassen sich diese Empfehlungen am besten umsetzen?

Um den oben genannten Empfehlungen einfacher nachkommen zu können, sollte das tägliche Essen in drei Haupt- und in zwei bis drei Zwischenmahlzeiten unterteilt werden. Dabei ist es besonders wichtig, auf kalorische Lebensmittel zurückzugreifen, um die Energiezufuhr zu erhöhen. Dazu zählen beispielsweise:

Nahrungsergänzungsmittel

In manchen Fällen einer unzureichenden Ernährungsweise bedarf es zusätzlicher Nahrungsergänzungsmittel wie angereicherter Milch, Kohlenhydrate- und/oder Proteingels oder künstlicher Ernährung (enteral oder parenteral).

Wie bereits erwähnt, besteht manchmal ebenfalls eine exokrine Pankreasinsuffizienz, die lebenslange enzymatische Supplemente erfordert. Werden die Enzyme nicht exogen zugeführt, wird Fett weder verdaut noch absorbiert und nicht mit dem Stuhl ausgeschieden.

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