Magen-Darm-Entzündung bei Babys: Was tun?

25 Oktober, 2019
Wenn dein Baby eine Magen-Darm-Entzündung hat, musst du den Krankheitsverlauf ganz genau verfolgen und besonders wachsam sein. Denn sonst kann es zu Komplikationen kommen. In diesem Artikel erfährst du mehr dazu.

Eine Magen-Darm-Entzündung wird auch Gastroenteritis genannt. Diese Krankheit kann bei Babys zu ernsthaften Problemen führen. Deshalb ist es wichtig, dass du sie frühzeitig erkennst und weißt, was du dann tun musst.

Um Komplikationen zu vermeiden, musst du zunächst die Warnzeichen kennen und auch über die besondere Pflege Bescheid wissen. Denn so kannst du dazu beitragen, dass sich der Zustand deines Babys verbessert. Außerdem sollte der Kinderarzt auch schon im frühen Alter des Kindes die Notwendigkeit von eventuellen vorbeugenden Maßnahmen abschätzen. Dazu gehört zum Beispiel die Rotavirus-Impfung.

Was ist die Magen-Darm-Entzündung bei Babys?

Bei einer Magen-Darm-Entzündung spricht man umgangssprachlich auch von einer Magen-Darm-Grippe, von Brechdurchfall oder Bauch-Grippe. Damit bezeichnet man eine entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Diese Erkrankung beginnt in der Regel mit den folgenden Anzeichen und Symptomen:

  • Durchfall. Der normale Stuhl eines Babys ist weich oder leicht wässrig. Daher ist es zuweilen schwierig, Durchfall zu erkennen. Doch wenn du bestimmte Veränderungen, zum Beispiel bei der Menge feststellst, solltest du den Kinderarzt konsultieren.
  • Erbrechen. Hierbei ist es wichtig, dass du das Erbrechen nicht mit einem Bäuerchen verwechselst. Dabei solltest du wissen, dass beim Erbrechen Nahrung oder Nahrungsreste kräftig ausgespuckt werden und bei einem normalen Bäuerchen nur etwas Flüssigkeit austritt.
  • Fieber. Man spricht von Fieber, wenn die äußere Körpertemperatur (gemessen in der Achselhöhle oder im Bereich der Leiste) über 37,5ºC liegt.
  • Bauchschmerzen. Dieses Symptom ist am schwierigsten zu erkennen. Denn das Baby kann es nur durch Weinen zum Ausdruck bringen.

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Was verursacht eine Gastroenteritis beim Baby?

Die Hauptursache für diese Erkrankung sind Infektionskrankheiten. Diese können durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursacht werden. Dabei ist bei den Viren in den Industrieländern das Rotavirus  die häufigste Ursache.

Außerdem kann der Grund auch bei anderen Infektionen liegen. Diese haben gar nichts mit dem Magen-Darm-Trakt zu tun. Wie zum Beispiel eine Ohrenentzündung, oder eine Harnwegsinfektion. Es kann sogar bei Ernährungsumstellungen dazu kommen, oder auch bei anderen systemischen Erkrankungen.

Weinendes Baby mit Fläschchen

Eine Magen-Darm-Entzündung beim Baby wird fast immer durch eine virale oder bakterielle Infektion im Magen-Darm-Trakt verursacht. Aber die Erkrankung kann auch andere Ursachen haben.

Was kannst du tun, um einer Magen-Darm-Entzündung bei deinem Baby vorzubeugen?

Um einer Magen-Darm-Entzündung bei deinem Baby vorzubeugen, ist zunächst Folgendes wichtig: Du musst wissen, was die Hauptursachen für diese Erkrankung sind. Wie du oben gerade sehen konntest, sind vor allem Keime, Bakterien und Viren die hauptsächlichen Verursacher. Daher solltest du also dafür sorgen, dass es nicht zu ihrer Übertragung kommt.

Infolgedessen solltest du eine Reihe von Maßnahmen anwenden. Denn diese helfen dir dabei, dass diese Krankheitserreger nicht so einfach übertragen werden können:

  • Zunächst ist wichtig, dass du dir regelmäßig die Hände wäschst. Denn diese einfache Maßnahme stellt tatsächlich einen der wichtigsten Schritte dar, um eine Übertragung von eventuellen Krankheitserregern zu verhindern.
  • Außerdem solltest du genau die Empfehlungen zur Aufbewahrung der Babymilch einhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob du natürliche Muttermilch oder andere Säuglingsnahrung verwendest.
  • Ebenso wichtig: Du musst darauf achten, dass dein Baby keinen Kontakt zu Erwachsenen oder Kindern hat, die Anzeichen oder Symptome einer Krankheit aufweisen. Wenn du Zweifel hast, ob diese ansteckend ist oder nicht: Sei lieber vorsichtig und verschiebe die Besuche auf einen späteren Zeitpunkt.
  • Auch solltest du dein Baby nicht auf den Mund oder die Hände küssen, wenn ein Verdacht auf eine mögliche Infektion besteht. Denn dein Speichel enthält und überträgt viele Krankheitserreger.
  • Zudem ist eine gründliche Hygiene der Schnuller sowie der Sauger der Babyfläschchen sehr wichtig. Diese solltest du täglich reinigen.
  • Nicht zuletzt solltest du stets den Impfkalender beachten und einhalten. Auch kannst du deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin noch genauer nach dem Rotavirus-Impfstoff fragen.

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Wann solltest du zum Arzt gehen?

Bei einer Gastroenteritis bei Babys müssen die Eltern oder andere Familienmitglieder besondere Aufmerksamkeit walten lassen. Zu den häufigsten Komplikationen gehören:

  • Dehydrierung durch übermäßigen Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten.
  • Hypoglykämie, also Unterzuckerung als Folge einer Senkung des Blutzuckerspiegels.
  • Vorübergehende Laktoseintoleranz durch Verlust von Enzymen in den Darmwänden.
Mutter hält krankes Baby mit Magen-Darm-Entzündung

Zum Arzt solltest du bei einer Magen-Darm-Entzündung deines Babys, wenn es bestimmte Warnzeichen aufweist, so wie hohes Fieber, Blut im Stuhl oder Erbrechen.

Damit es aber gar nicht so soweit kommt, ist es ratsam, dass du bereits bei den im Folgenden aufgezählten Symptomen den Kinderarzt oder die Notaufnahme aufsuchst:

  • Wenn Durchfall bei Säuglingen unter 6 Monaten auftritt.
  • Bei Auftreten von Fieber von mehr als 38ºC oder höher.
  • Wenn es zum Erbrechen kommt, oder das Baby jegliche Nahrungsaufnahme verweigert.
  • Auch wenn du eine Gewichtsabnahme bei deinem Kleinen bemerkst.
  • Wenn sich Blut oder Schleim im Stuhl befindet.

Dann kann der Kinderarzt nach den entsprechenden Untersuchungen sagen, ob es sich tatsächlich um eine Magen-Darm-Entzündung handelt. Außerdem ist vielleicht eine Stuhlprobe erforderlich. Denn so kann der Arzt anhand einer Kultur feststellen, welcher Keim genau die Ursache ist.

Wie behandelt man eine Magen-Darm-Entzündung bei Babys?

Bei einem Verdacht auf eine Magen-Darm-Entzündung bei deinem Baby solltest du oder die anderen Betreuungspersonen äußerst aufmerksam die Symptome beobachten. Achte ebenso darauf, ob der Säugling die Nahrungsaufnahme verweigert:

  • Zunächst gilt: Du solltest weiter normal stillen. Denn das ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei Säuglingen oder Kleinkindern. Dabei solltest du jedoch die Milch im Falle von Verwendung von  Säuglingsnahrung nicht verdünnen. Sondern vielmehr die gleichen Mengen wie normal bei der Zubereitung der Nahrung beibehalten.
  • Der Kinderarzt kann nach der entsprechenden Untersuchung und Diagnose beurteilen, welche Behandlung des Babys notwendig ist. Eventuell kann er eine Behandlung auf Grundlage von oral zu verabreichenden Nahrungsergänzungsmitteln zur Flüssigkeitsversorgung verschreiben.
  • Sollte das Baby oral verabreichte Flüssigkeiten nicht bei sich behalten können, kann der Arzt die Möglichkeit einer intravenösen Flüssigkeitszufuhr in Erwägung ziehen. In jedem Fall wird er die Methode wählen, die einer Genesung am besten zuträglich ist und mit der sich schwere Komplikationen vermeiden lassen.

Hegst du den Verdacht, dass dein Baby an einer Magen-Darm-Entzündung leiden könnte? Dann achte darauf, ob du die oben genannten Symptome feststellst und lass dein Kleines so schnell wie möglich von deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin untersuchen. Denn nur Fachkräfte sind wirklich in der Lage, eine korrekte Diagnose vorzunehmen und die jeweils beste Behandlung für das Kind zu bestimmen.

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