Lupus und Schwangerschaft - Wissenswertes

Frauen, die an Lupus leiden und schwanger sind oder es werden möchten, müssen einige Punkte beachten. Auch wenn es möglich ist, mit dieser Krankheit eine Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, sollten die Kontrollen streng sein.
Lupus und Schwangerschaft - Wissenswertes

Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2021

Lupus und eine Schwangerschaft schließen sich grundsätzlich nicht aus. Insbesondere in einer Zeit, in der die therapeutische Behandlung der Krankheit und die Nebenwirkungen der Medikamente sich deutlich verbessert haben.

Wir müssen bedenken, dass ein großer Teil der Probleme, die im Zusammenhang mit Lupus und einer gleichzeitigen Schwangerschaft stehen, von der Pharmakologie herrühren. Medikamente zur Reduzierung von Lupus-Schüben können Unfruchtbarkeit oder Fehlbildungen beim Fötus hervorrufen.

Daher wird Frauen mit Lupus empfohlen, ihre Schwangerschaft rechtzeitig zu planen. Nur dann kann der Arzt die Behandlung an die Situation anpassen. Heutzutage ist dies dank der Entwicklung neuer Wirkstoffe möglich.

Wie du in diesem Artikel erfahren wirst, haben Frauen, die an Lupus leiden, mithilfe einer sorgfältigen Planung eine gute Chance schwanger zu werden. Sie müssen sich zwar mehr Kontrollen unterziehen als “gesunde” schwangere Frauen, aber es ist grundsätzlich möglich.

Was ist Lupus?

Lupus ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem die eigenen Zellen angreift, da es sie nicht erkennt. Es identifiziert Gewebe als fremd oder bedrohlich, wodurch es sich ähnlich wie bei der Bekämpfung einer viralen oder bakteriellen Erkrankung entzündet.

Die Krankheit ist chronisch und verläuft in unterschiedlichen Phasen. Es können inaktive Phasen auftreten, in denen es keine Symptome gibt. Aber es gibt auch immer wieder akute Phasen, die schwer und belastend für die Patientinnen sind.

Am meisten ist das Gewebe der Gelenke, der Haut und der Nieren davon betroffen. Auch die Lunge und das Gehirn leiden daran, aber die typischen Symptome zeigen sich in den Gelenken und der Haut.

Wenn wir über Lupus und eine Schwangerschaft sprechen, beziehen wir uns auf eine Frau, die zuvor mit Lupus diagnostiziert wurde und zu einem späteren Zeitpunkt schwanger wird. In diesem Fall sollten alle Alarmsignale angehen. Es gibt Berichte darüber, dass erkrankte Frauen häufiger an Problemen während der Schwangerschaft leiden als nicht erkrankte Frauen.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Form der Erkrankung, die jedoch nicht immer auftreten muss. Sie nennt sich Neonataler Lupus. Diese Krankheit entsteht, wenn diejenigen Antikörper der Mutter an das Baby weitergegeben werden, die bei der Mutter die Lupus-Erkrankung verursachen. Das Kind wird Haut- und Blutprobleme bekommen. In schwerwiegenden Fällen können sogar Herzprobleme auftreten.

Schwangerschaft und Lupus
Lupus erkennt man typischerweise an der Haut im Gesicht, die schmetterlingsförmig gerötet ist.

Medikamente gegen Lupus und Unfruchtbarkeit

Um über Lupus und eine Schwangerschaft zu sprechen, muss man zuerst über Lupus und Unfruchtbarkeit sprechen. Es muss für Frauen mit dieser Krankheit nicht unbedingt schwieriger sein, schwanger zu werden als für andere. Allerdings spielt die Medikation dabei eine wichtige Rolle.

Personen mit Lupus nehmen Medikamente, die die Chancen schwanger zu werden, behindern können. Ein häufig genutztes Medikament ist Cyclophosphamid. Dies kann die Lebensfähigkeit der Eierstöcke langfristig beeinträchtigen.

Daher ist es wichtig, dass Frauen, die mit Lupus diagnostiziert wurden und schwanger werden möchten, sich rechtzeitig beraten lassen. Die therapeutischen Pläne können angepasst werden, um die Fruchtbarkeit zu fördern. Einige Ärzte verschreiben zusätzlich zu Cyclophosohamid ein Medikament namens Leuprolid, das die Unfruchtbarkeit reduziert.

Viele Medikamente, die bei der Behandlung von Lupus eingesetzt werden, sind teratogen. Das bedeutet, dass sie Fehlbildungen beim Fötus hervorrufen können, insbesondere im ersten Trimester. Dies ist ein weiteres Thema, das mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollte.

Schwangerschaft, Krankheit
Die Medikation zur Behandlung der Lupus-Krankheit ist eines der größten Probleme, wenn eine Frau schwanger werden möchte.

Komplikationen bei Lupus-Patientinnen während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann die Erkrankung Komplikationen zur Folge haben. Unter den häufigsten Problemen gibt es:

  • Hyperkoagulation: Eine schwangere Frau kann zur Bildung von Blutgerinnseln neigen, die den Blutfluss zur Plazenta unterbrechen.
  • Fehlgeburt: Frauen mit Lupus haben eine 10 % höhere Wahrscheinlichkeit, eine Fehlgeburt zu erleiden als “gesunde” schwangere Frauen.
  • Präeklampsie: Dieses Syndrom zeigt sich in erhöhtem Blutdruck, Ödemen in den unteren Gliedmaßen und Eiweißverlust im Urin. Es ist eine Art Bluthochdruck, der zwar normalerweise durch eine Schwangerschaft ausgelöst wird, in diesen Fällen aber auf die Lupus-Krankheit zurückzuführen ist.

Lupus und Schwangerschaft: Es kann funktionieren!

Trotz der Komplikationen schließen sich Lupus und eine Schwangerschaft nicht aus. Frauen, die mit der Krankheit diagnostiziert wurden und sich Kinder wünschen, sollten sich ausführlich von ihren Ärzten beraten lassen, um diese Phase bestmöglich zu planen. Von dieser Planung hängt alles Weitere ab.

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