Kindern Grenzen setzen: ein Akt der Liebe

25 November, 2019
Eine Frage, die sich Eltern häufig stellen: Wann und wie können wir unseren Kindern Grenzen setzen? Die Herausforderung besteht darin, die besten Vorgehensweisen dafür zu finden. Möchtest auch du es versuchen? Hier erfährst du mehr darüber.

Kindern Grenzen setzen ist sehr wichtig. Normalerweise sind dafür in erster Linie die Eltern verantwortlich. Doch auch andere Erwachsene können dabei eine  Rolle spielen. Grenzen setzen ist gerade in der Kindheit von wesentlicher Bedeutung. Denn dadurch werden für die Kleinen klare Rahmenbedingungen geschaffen und sie können sich so auch auf eindeutige Bezugspunkte beziehen.

In vielen Situationen ist es unerlässlich, „nein“ zu sagen. Dabei wird aber empfohlen, dies stets mit einer kurzen Erklärung zu begründen. Denn für Kinder ist es wichtig, die Gründe für dieses „Nein“ zu verstehen. In dem Maße, in dem die Kinder größer werden, verändern sich natürlich auch die Grenzen, die man ihnen als Eltern setzt. Diese müssen sich an das Wachstum der Sprösslinge anpassen.

Denn ein Wutanfall von einem Kleinkind ist ganz klar anders zu behandeln als die Bedürfnisse von Jugendlichen. Denn diese wollen eher über die Erlaubnis, abends mit Freunden auszugehen, verhandeln. Daher gilt: Grenzen setzen ist eine variable Angelegenheit. Die Maßstäbe dafür müssen im Laufe der Jahre immer wieder an die neuen Umstände angepasst werden. Alles, was du noch zu diesem Thema wissen musst, erfährst du hier. Lies einfach weiter!

Grenzen setzen: Wichtig für die Entwicklung der Kinder

Weil ich das sage

Mutter und Tochter sprechen miteinander

Die Festlegung von Grenzen ist ein entscheidender Faktor für die Entwicklung des Verhaltens der Kinder.

Weil ich das sage“ ist ein Satz, der tief in der Erziehung verwurzelt ist. Aber heutzutage ist er nicht mehr sehr zeitgemäß. Es sei denn, mehrmals wiederholte Erklärungen haben nicht das erwartete Ergebnis gebracht.

So kann es unter Umständen durchaus von Nutzen sein, wenn Eltern beispielsweise sagen: Weil ich das sage und ich bin deine Mutter oder dein Vater. Daher trage ich die Verantwortung für dein Wohlergehen und ich halte es für unangebracht, dass du dies oder das tust. Oder dass du an diesen oder jenen Ort gehst.

In einem Kommentar des Spaniers Josep Cornellá i Canals, den die Spanische Vereinigung für Kinderheilkunde Asociación Española de Pediatría zitiert, vertritt er folgende Ansicht:

«Regeln sind unerlässlich, wenn das Kind beginnt, seine Umgebung zu entdecken. Und mit seinem Unfug und frechen Streichen fordert es uns im Grunde dazu auf, dass wir ihm Grenzen setzen. Ein Kleinkind ist noch nicht in der Lage, Argumente oder logische Begründungen zu verstehen.»

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Grenzen setzen: Kann man das lernen?

Kann man lernen, Grenzen zu setzen? Und wenn ja, wer könnte es einem beibringen? Darauf gibt es vielleicht nicht nur eine Antwort. So können manchmal den frischgebackenen Eltern Beispiele aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreise zur Orientierung nützlich sein. Auch die guten oder traumatischen Erinnerungen an die eigene Kindheit können hilfreich sein. Denn aufgrund dieser kann man entscheiden, was zu tun und was besser zu lassen ist.

Grenzen können das Selbstwertgefühl der Kinder fördern

Solange das Setzen von Grenzen in einem von Liebe und Geduld geprägten Erziehungsstil vorgenommen wird, ist es dem Selbstwertgefühl der Kleinen förderlich. Außerdem sei daran erinnert, dass Kinder oft mit ihren Wutausbrüchen oder Trotzanfällen auf ihre Art das Setzen von Grenzen einfordern.

Ebenso kann der richtige Umgang mit diesen Wutanfällen den Kindern selbst dazu dienen, dass sie erkennen, wie sie es schaffen, mit Schwierigkeiten umzugehen.

Gesunde und ungesunde Grenzen

Grenzen setzen: Mutter erklärt Tochter Regeln

Es ist wichtig, zwischen gesunden und ungesunden Grenzen zu unterscheiden. Denn so wird die Erziehung der Kinder sicher bessere und befriedigendere Ergebnisse erzielen.

Ja, es gibt natürlich gesunde und ungesunde Grenzen und es ist wichtig, bei der Erziehung darauf zu achten. Denn sicherlich können die Eltern durch das Setzen von gesunden Grenzen eher zufriedenstellende Ergebnisse erreichen.

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Zusammenfassend

  • Die Festlegung von Grenzen ist eindeutig ein Akt der Liebe. Genauso wie beispielsweise die Kinder mit den vom Arzt empfohlenen Impfungen zu versorgen.
  • Ganz wichtig ist es auch, nie die Ruhe zu verlieren, wenn man als Eltern Grenzen setzen muss. Denn Wut oder Erregung verhindern es, dass man als Mutter oder Vater eine klare Sicht auf die Dinge hat. Und schon gar nicht ist man so in der Lage, eine klare und hilfreiche Sicht für den Nachwuchs anbieten zu können.
  • Aauch wichtig: Du solltest dich auf nicht mehr als zwei Punkte konzentrieren, wenn es darum geht, Grenzen zu setzen. Denn so verlieren sie nicht ihre Wirksamkeit.
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