Ketamin: Wofür wird es angewendet?

24 März, 2019
Ketamin ist eine entspannungsfördernde Substanz, die vor allem bei Tieren als Beruhigungs- oder Narkosemittel eingesetzt wird. Es kann ebenfalls halluzinogene Effekte hervorrufen.

Ketamin ist eine entspannungsfördernde Substanz, die vor allem bei Tieren als Beruhigungs- oder Narkosemittel eingesetzt wird. Es kann ebenfalls halluzinogene Effekte hervorrufen.

In der Medizin wird Ketamin nur begrenzt gebraucht und kommt ausschließlich als Anästhetikum mit schneller Wirkung zum Einsatz. Verwendung findet es oftmals in der Tiermedizin, um große Tiere wie Pferde zu beruhigen.

Das Arzneimittel wurde Ende des 20. Jahrhunderts zu diesem Zweck synthetisch hergestellt und verwendet.

Jedoch brachte dessen Missbrauch dem Ketamin den Ruf einer halluzinatorisch wirkenden Droge ein. Denn es wurde bei Vergewaltigungen eingesetzt, um beim Opfer Schläfrigkeit und Dissoziation zu verursachen.

Wie wirkt Ketamin?

Wirkung von Ketamin

Ketamin ist ein Derivat des Phencyclidin. Beide gehören zur pharmakologischen Familie der Antagonisten der NMDA-Rezeptoren.

NMDA ist die Abkürzung für N-Methyl-D-Aspartat, ein Agonist des Glutamats. Ein solcher Agonist verstärkt die Wirkung anderer Substanzen; der Antagonist hingegen blockiert diese.

Als Narkosemittel blockiert das Ketamin die Aktivität des NMDA, das wiederum dafür zuständig ist, die Aktivität des Glutamats zu steigern. Das Glutamat ist ein erregender Neurotransmitter, der an Synapsen beteiligt ist, die in verschiedenen Arealen des Nervensystems stattfinden.

Die Großhirnrinde besitzt viele Glutamatrezeptoren, da in ihr beispielsweise die Bereiche für das Lernen und die Erinnerung liegen.

Wird das Glutamat blockiert, übertragen die Synapsen nicht die entsprechende Information, wodurch das Nervensystem in einen Entspannungszustand fällt. Je nach Dosierung geht mit der Betäubung eine beruhigende Wirkung einher, indem Empfindungen eingeschränkt werden.

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Wozu dient das Ketamin?

Wie bereits erwähnt wird Ketamin hauptsächlich als Beruhigungs- und Narkosemittel in der Tiermedizin verwendet. Beim Menschen kommt es nur selten zum Einsatz, da seine Nebenwirkungen psychotroper Art sind.

Jedoch wird es oftmals in weniger entwickelten Ländern als Anästhetikum genutzt, weil es günstiger als andere Arzneimittel ist.

Warum ist Ketamin eine psychotrope Substanz?

Ketamin ist ein starkes Halluzinogen mit dissoziativem Charakter. Das bedeutet, dass es beim Patienten zu Wahrnehmungsveränderungen des Körpers kommt. Häufig werden solche wie Leichtigkeit, Schweben, außerkörperliche Erfahrungen neben anderen genannt.

Als es erstmalig Kindern und älteren Personen in geringer Dosierung verabreicht wurde, schilderten viele nach der Narkose ihre Eindrücke. Da diese Fälle zahlreich waren, wurden Studien durchgeführt, die bestätigten, dass bei einer geringen Dosierung die halluzinogene Wirkung besonders stark ist.

Eben dieser Effekt, der sich anhand der großen Affinität der Substanz zu den Rezeptoren zeigt, macht das Ketamin so gefährlich.

Es ist schwierig, die korrekte Dosierung zu finden, da es unmittelbar zu Nebenwirkungen kommt. Eine geringe Menge führt zu Entspannung, während eine nur etwas stärkere verheerende Konsequenzen zur Folge hat. Ein Gefühl des Sterbens stellt sich ein, wenn die Bewegungsfähigkeit blockiert wird.

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Welche Nebenwirkungen hat diese Substanz?

Arten von Drogen

Außer zu Halluzinationen kann es auch zu Veränderungen des Erinnerungsvermögens und einer erschwerten Aufmerksamkeit kommen. Wird die Dosis erhöht, erleidet der Patient Arrhythmien, die tödlich enden können, beispielsweise in Form einer Herzrhythmusstörung.

Andere Nebenwirkungen, die den Herzkreislauf betreffen, sind Bluthochdruck, kardiorespiratorisches Versagen und ein Anstieg des interkraniellen Drucks.

Kinder können aufgrund von Spasmen im Kehlkopf sterben, weil der Atemweg blockiert wird. Außerdem können häufig Krämpfe und Dystonien auftreten.

Dystonie ist der medizinische Begriff, der unkontrollierte Muskelkontraktionen beschreibt. Unter Verabreichung von Ketamin sind sie meist sehr schmerzhaft und entstehen durch ein nichtfunktionierendes Nervensystem.

Aus diesen Gründen wird Ketamin nicht in der klinischen Praxis verwendet. Es treten häufig schwerwiegende Komplikationen auf, die die Vorteile überwiegen. Wird es zudem mit anderen Substanzen wie Alkohol vermischt, sind die Risiken umso größer.

Solltest du feststellen, dass jemand Ketamin zu sich genommen hat, solltest du umgehend einen Notarzt rufen und die Person an einen ruhigen und lichtschwachen Ort bringen, um die Stimulation des Nervensystems zu verringern.