Intraossäre Infusion und Nachsorge

3 Februar, 2020
Als intraossäre Infusion bezeichnet man eine spezifische Form der Infusion, bei der dem Patienten die Infusionslösung über einen intraossären Zugang direkt ins Knochenmark verabreicht wird. Es handelt sich um eine Methode, die in Notfallsituationen zum Einsatz kommt.

Als intraossäre Infusion bezeichnet man eine spezifische Form der Infusion, bei der dem Patienten die Infusionslösung über einen intraossären Zugang direkt ins Knochenmark verabreicht wird. Dies erfolgt in Notfallsituationen, um flüssige Arzneimittel zu verabreichen. Unter bestimmten Umständen kann diese Technik lebensrettend sein, doch es handelt sich noch immer um eine noch relativ unbekannte und ungewöhnliche Methode.

Fachärzte empfehlen, diese Methode nicht länger als 24 Stunden lang anzuwenden. Sobald die ausreichende Menge an Infusionslösung verabreicht wurde, empfehlen Experten einen peripher- oder zentral-venösen Zugang zu legen.

Intraossäre Infusion: Charakteristika

Intraosäre Infusion: Charakteristika
Die intraossäre Infusion kommt normalerweise dann zur Anwendung, wenn sich ein venöser Zugang aus unterschiedlichen Gründen schwierig gestaltet.

Die Methode der intraossären Infusion kommt schon lange in der Pädiatrie bei Patienten, die jünger als sechs Jahre sind, zum Einsatz. Wenn es nach drei fehlgeschlagenen Versuchen nicht möglich ist, einen peripher-venösen Zugang zu erhalten, kann diese Methode zur Anwendung kommen.

Fortschrittliche Experimente im Bereich der Medizin haben es ermöglicht, diese Methode auch bei Erwachsenen sehr effizient anzuwenden. Sie kann deshalb bei Menschen jedes Alters in kritischen Situationen genutzt werden, wenn es nicht schnell möglich ist, einen venösen Zugang zu legen.

Der Advanced Trauma Life Support empfiehlt dieses Methode bei allen Patienten nach dem erfolglosen Versuch eines peripher-venösen Zugangs und noch bevor ein zentral-venöser Zugang in Erwägung gezogen wird, und zwar sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

Die Knochenmarkhöhle der langen Knochen wird von einem Netz aus sinusförmigen Kapillaren ausgekleidet. Diese Blutgefäße führen in der Mitte zu einer Vene. Der venöse Sinus kann Arzneimittel und Flüssigkeiten sehr effizient und außergewöhnlich schnell in den Blutkreislauf leiten.

Dies ist sehr ähnlich wie bei einem peripher-venösen Zugang. Außerdem kommt es normalerweise nicht zu einem Kollaps, auch nicht bei einem Herzstillstand. Deshalb betrachten Experten die intraossäre Infusion als sichere Methode eines Zugangs zum Blutstrom. Die Erfolgsrate ist sehr hoch.

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Intraossäre Infusion: Nachsorge

In einem medizinischen Notfall kann eine intraossäre Infusion für den betroffenen Patienten lebensrettend sein. Denn häufig ist gerade in diesen Fällen der peripher-venöse Zugang kompliziert und bedeutet einen Zeitverlust. Deshalb erlangt diese Methode besondere Bedeutung.

Der behandelnde Arzt muss auch über die Nachsorge Bescheid wissen, die der Patient nach der Anwendung dieser Methode erfordert. Außerdem ist es wichtig zu wissen, welche Arzneimittel mit einer intraossären Infusion verabreicht werden können und wie dieser Zugang genau angelegt wird. 

Es handelt sich um einen schnellen Zugang zum Blutkreislauf, deshalb ist die Pflege der Patienten ähnlich wie bei einer intravenösen Infusion durch einen peripher-venösen Zugang. 

Dabei müssen jedoch bestimmte Anzeichen berücksichtigt werden, unter anderem folgende:

  • Blutungen und Farbe
  • Vorhandensein von distalem Puls
  • Temperatur, Aspekt
  • Beobachtung des Bereiches um die Punktion und möglicher Schmerzen (wenn der Patient bei Bewusstsein ist), die auf eine eventuelle örtliche Infektion hinweisen könnten

Außerdem ist es von großer Wichtigkeit, den Bereich der Punktion alle fünf Stunden zu desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden. Alle Schritte müssen entsprechend in den Unterlagen des Patienten von der Krankenpflegerin oder dem Krankenpfleger vermerkt werden.

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Nachsorge

intraossäre Infusion
Eine intraossäre Infusion erfordert spezifische Pflegemaßnahmen, um Komplikationen zu vermeiden.

Es empfiehlt sich nicht, einen Okklusivverband auf der punktierten Stelle anzubringen, da es dadurch zu einer Mazeration der Haut kommen könnte. Darüber hinaus ist nicht zu vergessen, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Methode handelt, die nicht länger als 24 Stunden zum Einsatz kommen sollte. Denn ansonsten erhöht sich das Risiko für Komplikationen.

Die intraossäre Infusion sollte so schnell wie möglich gestoppt werden, sobald ein venöser Zugang möglich ist. Manche Geräte (z. B. FAST1) können allerdings bis zu 72 Stunden ohne das erwähnte Risiko verwendet werden.

Die Komplikationen sind meist gering und entstehen in den meisten Fällen durch Fehler bei der Anwendung dieser Technik. Deshalb ist die präzise Arbeit des Facharztes grundlegend, um unerwünschte Folgen zu verhindern.

Bevor der Katheter entfernt wird, ist die Anwendung eines Antiseptikums erforderlich. Danach wird fünf Minuten lang Druck mit einer sterilen Gaze auf den Einstichpunkt ausgeübt. In den Stunden danach muss die Stelle der Punktion genau beobachtet werden.