Integrative Medizin: Einsatz, Nutzen und Risiken

Die integrative Medizin wird zunehmend für jene Menschen interessant, die an chronischen Krankheiten leiden. Worum geht es dabei? In diesem Artikel erfährst du mehr über die Vorteile.
Integrative Medizin: Einsatz, Nutzen und Risiken

Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2022

Heutzutage ist die integrative Medizin aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile sehr gefragt. Sie verbindet insbesondere die Behandlungen der Schulmedizin mit denen der Naturheilkunde, um einen umfassenderen Ansatz für die Behandlung chronischer Krankheiten zu bieten. Darüber hinaus ist sie für ihre Rolle bei der Steigerung der Lebensqualität und der Verbesserung der Prognose anerkannt.

Die integrative Medizin ist ein Ansatz, der die positiven Auswirkungen zahlreicher natürlicher Behandlungen nicht außer Acht lässt, ohne die wichtige Rolle der konventionellen Schulmedizin zu vernachlässigen. Mit anderen Worten: Beide ergänzen sich gegenseitig, was den Erfolg der angewandten Behandlungen begünstigt. Möchtest du mehr darüber erfahren? Dann lies einfach weiter!

Integrative Medizin: Nutzen und Vorteile

Die integrative Medizin gilt aufgrund ihrer Wirksamkeit als ein Ansatz für das allgemeine Wohlbefinden. Sie umfasst viele verschiedene Faktoren, die sich auf die Gesundheit der Patienten auswirken, wie z. B. deren physiologische, psychologische, ernährungsbezogene und sogar soziale Konstitution.

Die integrative Medizin versucht, natürliche und minimalinvasive Optionen wie spirituelle, emotionale, umweltbezogene und ernährungsbezogene Therapien einzusetzen, ohne dabei die Bedeutung der medizinischen Behandlung zu schmälern. Werfen wir einen detaillierten Blick auf die wichtigsten Anwendungen und Vorteile.

Chronische Krankheiten

Die Menschen, die am meisten von der integrativen Medizin profitieren, sind zweifelsohne diejenigen, die an chronischen Krankheiten leiden. Wie es in einer Veröffentlichung in Frontiers of Medicine heißt, ist sie eine geeignete Anwendung für die menschliche Gesundheit, da sie den Körper als ganzheitliche Einheit betrachtet.

Des Weiteren nimmt die integrative Medizin eine gesamtheitliche Analyse der Krankheitsursachen vor, was die Wahl wirksamerer Therapien ermöglicht. Das heißt, sie kann unter anderem für folgende Erkrankungen zur Anwendung kommen.

  • Asthma
  • Krebs
  • Chronische Schmerzen
  • Diabetes
  • Fibromyalgie
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Unfruchtbarkeit
  • Reizdarmsyndrom
  • Gelenkschmerzen
  • Multiple Sklerose
  • Ischiasbeschwerden

Darüber hinaus wird sie bei psychischen Störungen eingesetzt, wie z. B. bei den folgenden:

Integrative Medizin - Kräuter
Die zur integrativen Medizin gehörenden Therapien beruhen auf dem überlieferten Wissen und den Praktiken, die in den verschiedenen Gemeinschaften traditionell weitergeführt werden.

Lebensqualität

Eines der Hauptziele der integrativen Medizin besteht neben der Verbesserung der körperlichen Verfassung insbesondere darin, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. In diesem Zusammenhang kommt eine in Cancer Management and Research veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass diese Form der Medizin die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Krebspatienten verbessern kann.

Dies erklärt sich weitgehend aus der grundlegenden Vorgehensweise:

  • Behandlung des Patienten als ganzheitliches Wesen
  • Konzentration auf die Beseitigung der Ursachen, die über die Symptome hinausgehen
  • Berücksichtigung der psychologischen und ernährungsbezogenen Aspekte
  • Entwicklung eines individualisierten und personalisierten Ansatzes
  • Stärkung der Arzt-Patienten-Beziehung
  • Berücksichtigung des Umfelds, in dem der Patient lebt

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Vorbeugung von Krankheiten und Komplikationen

Neben dem Einsatz bei bereits diagnostizierten Krankheiten hat die integrative Medizin auch als Verbündeter in der Prävention an Bedeutung gewonnen. Zudem unterstreicht eine Studie im American Journal of Preventive Medicine das Potenzial der integrativen Medizin, die Erfolgswahrscheinlichkeit in den Stadien vor einer Erkrankung zu erhöhen.

Laut der Publikation trägt diese Modalität auf der Ebene der Primärprävention durch Ernährungsberatung, Lebensstiländerungen, Techniken zur Stressreduzierung und die Verwendung von Naturprodukten zur Gesundheitsförderung bei.

Für die Sekundärprävention sind Ansätze wie Stressbewältigung und Lebensstiländerungen relevant. Bei der Tertiärprävention schließlich beugt die gleichzeitige Anwendung von komplementären und konventionellen Therapien Komplikationen vor und wirkt sich positiv auf die Behandlung von Symptomen aus.

Integrative Medizin: Verschiedene Therapiearten

Wenn wir von integrativer Medizin sprechen, ist es notwendig, zunächst einen Arzt oder Spezialisten zu konsultieren. Der Fachmann ist in erster Linie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der konventionellen Möglichkeiten den besten Ansatz für die Krankheit zu bestimmen.

Sobald dies geschehen ist, kann er/sie ergänzende Therapien bewerten, die geeignet sind, die Symptome zu lindern und Komplikationen oder Nebenwirkungen zu reduzieren. Einige der bekanntesten davon sind die folgenden:

  • Diät- oder Ernährungstherapie
  • Pflanzliche Präparate
  • Probiotika
  • Vitamin- und Mineralstoffpräparate
  • Biofeedback
  • Hypnotherapie
  • Meditation
  • Reiki (Energieheilung)
  • Yoga und Tai Chi
  • Akupunktur
  • Therapeutische Massagen
  • Aromatherapie
  • Tiergestützte Therapie
  • Reflexzonenmassage
Integrative Medizin - Akupunktur
Es ist immer ratsam, dass alternative Therapien von Fachleuten verschrieben und von Spezialisten durchgeführt werden.

Mögliche Risiken

Zunächst einmal muss klar sein, dass die im Rahmen der integrativen Medizin vorgeschlagenen Therapien keine medizinischen Behandlungen ersetzen. Sie sind vielmehr eine Ergänzung. Obwohl sie in der Regel natürlichen Ursprungs sind, sind sie nicht immer die empfehlenswertesten.

Bevor du dich also für die eine oder andere Option entscheidest, solltest du dich über ihre Gegenanzeigen oder möglichen Nebenwirkungen erkundigen. Manche Praktiken sind für bestimmte Krankheiten nicht geeignet, da sie das Risiko von Komplikationen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten erhöhen.

Wenn du ganz sicher gehen willst, solltest du dich vorab umfassend über die jeweiligen Methoden informieren. Darüber hinaus empfiehlt es sich, deinen Arzt über deine Absicht zu informieren, komplementäre Methoden anzuwenden. Außerdem solltest du dich während der Behandlungen ärztlich beaufsichtigen zu lassen, nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, um den Erfolg zu gewährleisten.

Integrative Medizin: Eine Zusammenfassung

Es ist kein Zufall, dass die Methoden der integrativen Medizin ein Erfolg sind. Denn es gibt immer mehr Belege für die Vorteile integrativer Therapien bei der Behandlung verschiedener chronischer Krankheiten. Allerdings ändert dies aber nichts an der Notwendigkeit, die konventionelle Behandlung beizubehalten.

Daher solltest du zunächst einmal einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, vor allem bei schweren Krankheiten, die möglicherweise chronisch werden könnten. Wenn du gemeinsam mit dem behandelnden Arzt den Ansatz festgelegt hast, können auch andere Optionen in Betracht gezogen werden, um diesen zu ergänzen.

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