Genitale Mykoplasmen: Ursachen und Behandlung

16 Oktober, 2019
Genitale Mykoplasmen sind Bakterien, die – wie der Name bereits erahnen lässt – im Genitalbereich auftreten und Infektionen hervorrufen können. Daher sollten sie rechtzeitig behandelt werden.

Genitale Mykoplasmen sind Bakterien, die wie der Name bereits erahnen lässt im Genitalbereich auftreten und Infektionen hervorrufen können. Daher sollten sie rechtzeitig behandelt werden.

Der Name genitale Mykoplasmen mag zunächst nichtssagend klingen, denn diese Bakterienform wurde vor nicht allzu langer Zeit entdeckt und ist daher noch relativ neu in der Wissenschaft. Zudem sind die meisten Erreger vielmehr aufgrund ihrer hohen Verbreitung bekannt.

Genitale Mykoplasmen

In den 1980er Jahren, genauer gesagt 1981, wurden die genitalen Mykoplasmen bei zwei Patienten identifiziert. Diese litten an einer sogenannten Urethritis (Harnröhrenentzündung), die nicht durch die allgemein geläufigen Gonokokken verursacht wurde.

In der jüngsten Vergangenheit wurde durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen, dass es sich hierbei um ein anderes Bakterium handelte, das sexuell übertragbare Krankheiten hervorruft. Die 2015 in der International Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie gilt als offizielle Bestätigung.

Das Bakterium gehört zur Familie der Mykoplasmen, worunter auch das Mykoplasma pneumoniae und das Mykoplasma hominis fallen. Es ist das kleinste, das eigenständig leben kann, und das zweitkleinste aller den Menschen bekannten Bakterien.

Es verhält sich wie ein Parasit, indem es menschliche Zellen des Atem- und des Fortpflanzungssystems befällt. Daher ist es schwierig, es im Organismus nachzuweisen, weil es sich mit herkömmlichen Mikroskopen für diagnostische Untersuchungen nicht erkennen lässt. Für seine Kultivierung sind weiterhin spezielle Labore notwendig.

genitale Mykoplasmen

Ursachen

Innerhalb der Familie der Mykoplasmen sind die genitalen Mykoplasmen diejenigen, die sich in den Zellen des Fortpflanzungssystems einnisten. Aus diesem Grund werden sie als sexuell übertragbare Infektion (STI) eingestuft.

Demnach erfolgt eine Ansteckung mittels sexueller Kontakte, bei denen eine Person den Erreger an eine andere weitergibt. Über ausgetauschte Körperflüssigkeiten beim vaginalen, analen und oralen Verkehr gelangt das Bakterium von einem Wirt zum nächsten.

Dies geschieht unter zwei Bedingungen: Bei einem der Geschlechtspartner besteht bereits eine Infektion durch genitale Mykoplasmen oder es werden keine angemessenen Verhütungsmethoden verwendet, beispielsweise Kondome.

Manche Menschen weisen ein höheres Risiko für eine Infektion auf als andere. Auch diejenigen, die Sexspielzeuge verwenden und diese nicht hygienisch sauber halten, sind besonders anfällig.

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genitale Mykoplasmen: Vorsorge

Symptome einer Infektion mit genitalen Mykoplasmen

Genitale Mykoplasmen sind meist nur schwer wahrzunehmen, da sie sehr klein sind und wie Parasiten leben. Es ist außerdem möglich, dass die betroffene Person anfangs keine Symptome aufweist. In der Regel vergehen ein bis drei Wochen, bis das Bakterium in den Organismus eintritt und dort erkennbar wird.

Hierbei sind die Symptome je nach Geschlecht zu unterscheiden. Bei Männern kommt es häufig zu einer Harnröhrenentzündung, der Urethritis. Die Harnröhre befördert den Urin von der Blase aus dem Körper. Bei Frauen hingegen ist eine Zervizitis typisch, die Entzündung des Gebärmutterhalses.

Mögliche Beschwerden bei Männern:

Mögliche Beschwerden bei Frauen:

  • vaginaler Juckreiz
  • Schmerzen im Beckenbereich
  • Blutungen während des Geschlechtsverkehrs
  • erhöhter Vaginalausfluss mit Geruchsveränderungen
  • Beschwerden beim Wasserlassen

In neueren wissenschaftlichen Studien wurde der Zusammenhang zwischen den genitalen Mykoplasmen und Unfruchtbarkeit untersucht, falls diese nicht rechtzeitig behandelt werden. Bei Schwangeren kann es außerdem zu Früh- oder Fehlgeburten kommen.

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Genitale Mykoplasmen: Behandlungsmöglichkeiten

Da eine geeignete Diagnose bei einer solchen Infektion schwierig ist und nicht immer oder innerhalb kurzer Zeit vorliegt, wird bei Patienten mit STI auf eine empirische Therapie verwiesen.

Das heißt, dass sie Antibotika erhalten, bevor konkrete diagnostische Befunde vorliegen und eine Behandlung mit Medikamenten möglich ist, mit denen die Erreger beseitigt werden können.

Eine Person, die die zuvor genannten Symptome aufweist, erhält für gewöhnlich unterschiedliche Antibiotika, die als eine Einzeldosis oder bis zu sieben Tagen verschrieben werden. Wenn die Beschwerden danach immer noch vorhanden sind, folgen weitere Antibiotika eines anderen Spektrums.

Daneben ist es wichtig, den Geschlechtsverkehr zu pausieren, bis die Infektion erfolgreich behandelt wurde. Außerdem sollte auch immer der Sexualpartner mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

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