Ernährung bei einer Sorbitintoleranz

18 November, 2019
Bei einer Sorbitolintoleranz musst du in der Ernährung auf bestimmte Lebensmittel, wie zum Beispiel gewisse Obstsorten, verarbeitete Produkte und Kaugummis, verzichten. Erfahre heute mehr über dieses Leiden. 

Du verspürst nach dem Verzehr von bestimmten Obstsorten, Light-Produkten oder Kaugummis Unwohlsein, Blähungen oder Durchfall? Dann leidest du vielleicht an einer Sorbitintoleranz (auch Sorbitunverträglichkeit oder Sorbitol-Malabsorption). Lies weiter, um zu erfahren, wie die Ernährung in diesem Fall aussehen sollte.

Was ist Sorbit oder Sorbitol?

Sorbitol ist ein Zuckeralkohol, der in seiner natürlichen Form in roten Algen, und in den Blättern und Früchten von Pflanzen der Familie Rosaceae vorkommt. Dazu gehören zum Beispiel folgende Obstsorten:

  • Birnen
  • Äpfel
  • Pflaumen
  • Quitten
  • Pfirsiche und Aprikosen

Auch in der Lebensmittelindustrie kommt Sorbitol sehr häufig als Süßungsmittel, Dickmacher und Feuchtigkeitsspender zum Einsatz, denn dieses Substanz macht Lebensmittel süß, enthält jedoch nur wenig Kalorien.

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Wissenswertes über die Sorbitintoleranz

Wissenswertes über die Sorbitintoleranz
Personen mit einer Sorbitunverträglicheit leiden häufig an Verdauungsbeschwerden wie Schmerzen, Schwellungen und Blähungen.

Zu einer Sorbitolintoleranz kann es durch den Mangel an bestimmten GLUT-Transportern im Darm kommen. Doch auch Menschen ohne diesen Defizit können an Beschwerden leiden. Eine gesunde Peerson kann nur eine begrenzte Menge dieses Zuckeralkohols aufnehmen, und zwar zwischen 20 und 25 g. Wenn diese Menge überschritten wird, können beschwerliche Symptome auftreten.

Es gibt zwei Arten einer Sorbitunverträglichkeit:

  • Primäre Intoleranz: Dazu kommt es, wenn ein Defizit des Sorbittransporters GLUT-5 vorhanden ist. Vermutlich spielen dabei genetische Faktoren eine Rolle, deshalb kann sich diese Unverträglichkeit im Laufe des Lebens entwickeln.
  • Sekundäre Intoleranz: Hier spielt die Genetik keine Rolle. Ursache ist in diesem Fall eine Darmkrankheit (Gastroenteritis, entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie usw.), die den Bürstensaum der Darmschleimhaut vorübergehend oder permanent schädigt.

Sorbitintoleranz: Symptome

Patienten mit einer Sorbitunverträglichkeit können verschiedene Beschwerden aufweisen, die nur leicht oder auch intensiv sein können. Dazu gehören beispielsweise folgende:

Welche Lebensmittel enthalten Sorbit?

Solltest du an einer Sorbitintoleranz leiden, musst du deine Ernährung genau analysieren, um möglichst wenig Sorbit einzunehmen. Folgende Nahrungsmittel enthalten größere Mengen dieser Substanz: 

Lebensmittel, die Sorbit in seiner natürlichen Form enthalten (von der größten bis zur geringsten Menge geordnet)

  • Frisches Obst: Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren
  • Konserviertes Obst: Apfelsaft, Erdbeeren aus der Dose, Cranberry-Saft, Holundersaft, Schwarzer Johannisbeer-Saft, Himbeeren aus der Dose
  • Trockenobst: Dörrpflaumen, getrocknete Pfirsiche und Aprikosen, getrocknete Äpfel, getrocknete Datteln und Weintrauben.
Frau mit Sorbitintoleranz
Kaugummis, Light-Produkte und industrielle Backwaren enthalten Sorbit.

Sorbit ist sowohl in verschiedenen Lebensmitteln, als auch in kosmtischen oder pharmazeutischen Produkten als Zusatz zu finden. Auf dem Etikett kann diese Substanz als „Sorbitol“ (E420i) oder „Sorbitolsirup“ (E420ii) ausgewiesen werden.

Folgende industriell hergestellten Lebensmittel enthalten häufig Sorbit: Marmelade, Gelée, industrielle Backwaren, Tiefkühlkost, Kaugummis, Light-Produkte oder „zuckerfreie“ Produkte. Insbesondere mit Light-Produkten ist Vorsicht geboten, denn sie können bei vermehrtem Konsum auch eine Unverträglichkeit auslösen.

Ein Kosmetikprodukt, das Sorbit enthält, ist beispielsweise: Zahnpasta, um ihr eine gute Konsistenz zu geben, den Geschmack zu verbessern und sie löslicher zu machen. Pharmazeutische Produkte mit Sorbitol sind zum Beispiel Salben zur äußeren Anwendung sowie Hustensäfte.

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Wie wird eine Sorbitintoleranz diagnostiziert?

Normalerweise wird der Sorbit-H2-Atemtest (auch H2-Exhalationsatemtest oder Sorbitintoleranz-Test) für die Diagnosestellung verwendet. Wenn der Organismus nicht fähig ist, Sorbit zu absorbieren, wird dieses durch Darmbakterien fermentiert, was zu einem hohen molekularen Wasserstoffgehalt führt, der beim Ausatmen gemessen wird.

Der Patient muss vor dem Test 8 Stunden lang nüchtern bleiben. In den letzen 24 Stunden vor dem Test ist nur eine spezifische Diät erlaubt (kein Obst, kein Gemüse und keine Hülsenfrüchte), um den Darmtransit nicht zu verlangsamen. Auch Abführmittel und Antibiotika sind in den Tagen vor der Untersuchung tabu.

Wenn das Testergebnis positiv ist, werden das Ausmaß der Unverträglichkeit und die Symptome bestimmt, um so eine spezielle Diätempfehlung erstellen zu können.

Ernährungsempfehlungen bei einer Sorbitintoleranz

  • Solltest du den Verdacht auf eine Intoleranz haben, empfiehtl es sich, den Test zu machen und die Ernährung nicht eigenständig zu verändern. Lasse dich von deinem Arzt oder einem Ernährungsberater beraten.
  • Lies immer die Etiketten der Lebensmittel genau, um sicher zu gehen, dass sie kein Sorbitol enthalten.
  • Solltest du an einer schweren Sorbitunverträglichkeit leiden, lasse dich auch bei Kosmetikprodukten oder Medikamenten immer vom Fachpersonal über die genaue Zusammensetzung informieren. 
  • Begrenze den Verzehr von Obst, das größere Mengen an Sorbit enthält.
  • Sei sehr vorsichtig mit Light-Produkten und Kaugummis, die Sorbit enthalten.

Du glaubst, an einer Sorbitunverträglichkeit zu leiden? Solltest du Symptome spüren, lasse dich auf jeden Fall ärztlich untersuchen. Dein Arzt wird dir dann weitere Empfehlungen geben, an die du dich genau halten solltest. 

  • Intolerancia a la fructosa-sorbitol. “Infogastrum” Asociación Española de Gastroenterología y las Sociedades Latinoamericanas de Gastroenterología.
  • Intolerancia a la lactosa y fructosa-sorbitol. “GEMD” Grupo español de motilidad digestiva.
  • Influencia del consumo de sorbitol en la microbiota intestinal de un modelo animal. Tesis Doctoral. Universidad Politécnia de Valencia. 2008