Embryotransfer: Wie und warum wird er durchgeführt?

Der Embryotransfer ist einer der wichtigsten Schritte bei Behandlungen der assistierten Reproduktion. Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Lies weiter, um alles Wissenswerte darüber zu erfahren!
Embryotransfer: Wie und warum wird er durchgeführt?

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 06. August 2022

Der Embryotransfer ist einer der kritischen Punkte bei der assistierten Reproduktion. Er ist der letzte Schritt bei Behandlungen durch In-vitro-Fertilisation (IVF), die konventionell oder durch intrazytoplasmatische Spermieninjektion durchgeführt werden.

Bei der assistierten Reproduktion erfolgt die Befruchtung von Ei- und Samenzellen in einem Labor. Das Ergebnis sind Embryonen, die für die Einpflanzung in die Gebärmutter der Frau geeignet sind. Diesen besonderen Schritt bezeichnet man als Embryotransfer.

Damit er erfolgreich ist, muss er zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Der Embryo muss ein bestimmtes Entwicklungsstadium erreicht haben und die Gebärmutter der Frau muss bereit sein, ihn aufzunehmen.

Was genau ist ein Embryotransfer?

Der Embryotransfer ist der Vorgang, bei dem in einem Labor erzeugte Embryonen in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden. Die Hoffnung ist, dass sich der Embryo einnistet und zu einer Schwangerschaft führt.

Der Erfolg des Embryotransfers hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Qualität der Embryonen. Zum anderen von der Beschaffenheit und Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut. Beide Elemente sind entscheidend.

Außerdem muss der Vorgang zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt und die Technik angemessen angewendet werden. Einer der wichtigsten Schritte ist die Überprüfung, dass der Embryo nicht in der Transferkanüle verblieben ist.

Arten des Transfers

Der Embryotransfer ist der letzte und vielleicht entscheidendste Schritt der In-vitro-Fertilisation (IVF). Allerdings findet er nicht immer sofort nach der Befruchtung im Labor statt.

Denn manchmal werden die Embryonen eingefroren, um sie für eine spätere Verwendung zu konservieren.

Daraus ergeben sich zwei Arten des Embryotransfers:

  • Frisch: Wenn die Embryonen übertragen werden, ohne eingefroren worden zu sein.
  • Aufgeschoben: Wenn die Embryonen zuvor eingefroren worden sind. Dies wird auch als Kryotransfer bezeichnet.
Embryotransfer - Nahaufnahme eines Embryos
Im Labor entwickelte Embryonen müssen bestimmte Merkmale erfüllen, die sie für den Transfer geeignet machen.

Wann erfolgt ein Embryotransfer?

Bevor wir über den richtigen Zeitpunkt für den Embryotransfer sprechen, sollten wir uns daran erinnern, welche Phasen der Embryonalentwicklung es gibt. Zunächst findet die Befruchtung statt, also die eigentliche Vereinigung von Ei- und Samenzelle. So entsteht die Zygote.

Die Zygote beginnt sich zu teilen. Aus ihr entstehen zwei Zellen, von denen sich jede in zwei andere teilt und so weiter.

Am dritten Tag sind es bereits acht Zellen, und dann spricht man von der Existenz eines Embryos. Am vierten Tag bildet sich eine Morula, eine Struktur mit einer großen Anzahl von Zellen, die aneinander gepackt sind.

Zwischen dem fünften und sechsten Tag erreicht der Embryo ein Stadium, das Blastozyste genannt wird. In diesem Stadium bildet sich eine Struktur mit verschiedenen Zelltypen, aus denen sich der Fötus bilden wird.

In diesem Stadium erfolgt normalerweise der Embryotransfer.

Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat ergeben, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit höher ist, wenn der Embryotransfer am fünften Tag durchgeführt wird, wenn sich der Embryo im Blastozystenstadium befindet. Das Thema wird jedoch noch diskutiert.

Wie wird er durchgeführt?

Der Embryotransfer ist ein einfacher, schneller Eingriff, der keine Sedierung erfordert. In einigen Fällen wird der natürliche Menstruationszyklus der Frau ausgenutzt, in dem die weiblichen Hormone die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorbereiten.

In anderen Fällen werden der Frau Medikamente verschrieben, um die für eine Schwangerschaft günstigen Veränderungen hervorzurufen. Sobald die Embryonen bereit sind und die Gebärmutterschleimhaut vorbereitet ist, wird der Eingriff durchgeführt.

Normalerweise soll die Frau mit voller Blase und ohne Make-up zu dem Eingriff erscheinen.

Zur Vorbereitung des Eingriffs erfolgt ein Ultraschall des Bauches. Im Operationssaal angekommen, werden die folgenden Schritte unternommen:

  1. Einführen eines sterilen Spekulums in die Vagina.
  2. Reinigung des Bereichs mit physiologischer Kochsalzlösung.
  3. Reinigung des Gebärmutterhalses und Absaugen des Zervixschleims.
  4. Einbringen der Embryonen in einen Katheter oder eine Transferkanüle.
  5. Einführen des Katheters durch die Vagina bis zur Gebärmutter.
  6. Langsame Ablage der Embryonen in der Gebärmutter.
  7. Vorsichtiges Entfernen des Katheters.
  8. Überprüfung, dass die Embryonen nicht in der Kanüle verblieben sind.

Was du danach beachten solltest

Sobald der Embryotransfer abgeschlossen ist, muss sich die Frau noch 20 bis 30 Minuten in der Klinik ausruhen. Danach kann sie ihrem normalen Leben nachgehen. Allerdings sollte sie folgende Empfehlungen befolgen:

  • Viel Wasser trinken.
  • Übermäßige Anstrengung vermeiden.
  • Keine Sitz- oder Vollbäder, da sie Infektionen verursachen können.
  • Kein Geschlechtsverkehr, bis ein Schwangerschaftstest durchgeführt wird.

Wenn es nicht zu einer erfolgreichen Schwangerschaft kommt, kann im nächsten Zyklus ein erneuter Versuch erfolgen. Im Labor stehen dann weitere Embryonen zur Verfügung, die bis zum Ende des gebärfähigen Alters der Frau aufbewahrt werden.

Gelegentlich treten nach dem Embryotransfer leichte Blutungen auf, die aber kein Grund zur Besorgnis sein sollten. Darüber hinaus können Schmerzen oder Unwohlsein auftreten, ähnlich wie bei prämenstruellen Schmerzen.

Embryotransfer - Frau mit einem Schwangerschaftstest
Um den erfolgreichen Embryotransfer zu bestätigen, kommt der gleiche Schwangerschaftstest zum Einsatz wie in allen anderen Fällen.

Was ist ein simulierter Embryotransfer?

Es ist sehr üblich, dass ein oder mehrere simulierte Transfers durchgeführt werden, bevor der eigentliche Transfer stattfindet. Auf diese Weise kann der Arzt die Technik perfektionieren und so die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen.

Mit Hilfe des simulierten Embryotransfers kann der Arzt/die Ärztin die Länge vom Gebärmutterhals bis zu dem Bereich der Gebärmutter messen, der erreicht werden soll. Darüber hinaus lassen sich auch mögliche Hindernisse für den Eingriff, wie z. B. ein Myom, erkennen.

Unter den Fachleuten herrscht Uneinigkeit über dieses Thema. Dennoch sind sich die meisten darüber einig, dass diese Art der Simulation die Erfolgsquote erhöht.

Embryotransfer: Eine Technik, die immer weiter entwickelt wird

Bei der assistierten Reproduktion ist die Forschung, wie in so vielen anderen Fällen, noch nicht abgeschlossen. Obwohl es immer noch einige Meinungsverschiedenheiten gibt, liegen genügend Studien vor, die den Embryotransfer im Blastozystenstadium und nicht im Morulastadium unterstützen.

Bis vor einiger Zeit war es üblich, mehrere Embryonen zu übertragen. Allerdings ist man heute der Ansicht, dass die Übertragung eines einzigen Embryos zu präferieren ist, um das Risiko einer ungewollten Mehrlingsschwangerschaft zu reduzieren.

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