Assistierte Reproduktion: Verschiedene Techniken

Die assistierte Reproduktion ist eine Möglichkeit für Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen, dennoch ein Kind zu bekommen. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es diesbezüglich gibt.
Assistierte Reproduktion: Verschiedene Techniken

Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2021

Die assistierte Reproduktion umfasst eine Reihe von Techniken und medizinischen Behandlungen, um eine Schwangerschaft zu erleichtern. Im Wesentlichen ist dies eine Methode, um Paaren zu einer Schwangerschaft zu verhelfen, bei denen gewisse Fruchtbarkeitsprobleme bestehen.

Die assistierte Reproduktion bietet mehrere Möglichkeiten. In jedem Fall sind jedoch Spermien und eine Eizelle erforderlich, um einen Embryo zu erzeugen, der im Körper der Frau befruchtet wird.

Wenn du mehr über die verschiedenen Verfahren und Techniken der assistierten Reproduktion erfahren möchtest, dann solltest du unbedingt weiterlesen!

Assistierte Reproduktion: Die verschiedenen Techniken

Assistierte Reproduktion - Reagenzglas
Paare, die Schwierigkeiten haben, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, können sich für eine der assistierten Reproduktionstechniken entscheiden.

Grundsätzlich gibt es drei Techniken, um eine Befruchtung in einem Labor durchzuführen. Allerdings unterscheiden sie sich nicht nur in der jeweiligen Vorgehensweise, sondern auch in Bezug auf die damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Künstliche Befruchtung

Zuerst einmal besteht diese Technik darin, eine Samenprobe in das weibliche Fortpflanzungssystem einzubringen. Das Ziel ist es, die Befruchtungsfähigkeit der Spermien durch eine labortechnische Behandlung zu verbessern.

Die Frau muss mindestens einen Eileiter haben, der Eizellen produziert. Darüber hinaus gibt es bei dieser Methode zwei verschiedene Verfahren: die Ehepartner- und die Spenderinsemination.

Zu Beginn muss die Anzahl der Eizellen durch medikamentöse Stimulation der Eierstöcke erhöht werden. Darüber hinaus muss die entnommene Samenprobe eine große Anzahl an qualitativ hochwertigen Spermien enthalten. Daher empfiehlt sich vor der Durchführung dieser Behandlung eine sexuelle Abstinenz von mindestens drei Tagen.

Außerdem wird die Probe einer Spermienkapazitätsbehandlung unterzogen, um eine maximale Qualität zu gewährleisten. Wenn die Probe fertig ist, inseminiert der Techniker sie mit einem speziellen Katheter, der in die Gebärmutter eingeführt wird. Anschließend wird der Katheter wieder entfernt.

Das Verfahren funktioniert, wenn die Zahl der Spermien abnimmt oder sich ihre Beweglichkeit oder Morphologie verändert. Auch bei Fehlbildungen im männlichen Fortpflanzungssystem aufgrund eines Traumas. Des Weiteren reichen die Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu Ejakulationsstörungen und Spermienveränderungen.

Außerdem kann diese Methode bei Frauen eingesetzt werden, bei denen eine Veränderung des Zervixschleims, spermienfeindliche Antikörper oder eine Verengung des Gebärmutterhalses oder vaginale Funktionsstörungen vorliegen.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Bei dieser Methode wird der Befruchtungsprozess in einem Speziallabor durchgeführt. Dazu entnehmen die Techniker die Eizellen und Spermien und konservieren sie in einer Umgebung, die der Befruchtung förderlich ist.

Diese Technik kommt in der Regel bei schlechter Samenqualität, verstopften Eileitern, schwerer Endometriose und Sterilität unbekannter Ursache zum Einsatz.

Zuvor führen die Ärzte Untersuchungen des Paares durch. Dann stimulieren sie die Eierstöcke mit Hormonen, entnehmen die Eizellen, befruchten sie mit dem Sperma und legen eine Kultur an, um festzustellen, ob die Befruchtung erfolgreich war. Zwei bis sechs Tage später übertragen sie die Embryonen in die Gebärmutter der Frau.

ICSI (Intrazytoplasmatische Injektion)

Mit Hilfe einer Mikroinjektion bringen die Techniker Spermien in die Eizelle ein, um die Befruchtung zu erleichtern. Es handelt sich um eine Hilfsmethode für die In-vitro-Fertilisation, die vor allem bei schlechter Samenqualität eingesetzt wird.

Für die Mikroinjektion benötigt man reife Eizellen. Dabei wird ein einzelnes Spermium mit einer Mikroinjektionspipette entnommen und in die Eizelle eingebracht – alles unter einem speziellen Mikroskop.

Assistierte Reproduktion und die damit verbundenen Vorteile

Assistierte Reproduktion - Eine Person, die ein Baby abwischt.
Die assistierte Reproduktion bietet Alleinstehenden, gleichgeschlechtlichen Paaren oder Personen mit Fruchtbarkeitsproblemen die Möglichkeit der Elternschaft.

Je nach Sachlage bietet die assistierte Reproduktion zahlreiche Vorteile. Der wichtigste ist die Möglichkeit für Alleinstehende und gleichgeschlechtliche Paare, Kinder zu bekommen.

Außerdem können durch die Präimplantationsdiagnostik Erbkrankheiten vermieden werden. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Verfahren, mit denen die genetischen Merkmale der durch In-vitro-Fertilisation gewonnenen Embryonen bestimmt werden. Dann werden die besten Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt.

Die Nachteile der assistierten Reproduktion

Die assistierte Reproduktion ist in der Regel sehr kostspielig. Außerdem können je nach angewandter Methode Komplikationen auftreten.

Zu den wichtigsten Komplikationen gehört das ovarielle Überstimulationssyndrom. Es tritt auf, wenn sich der Unterleib aufbläht und die Eierstöcke sich vergrößern. Es kann von Übelkeit, Erbrechen und Unterleibsschmerzen begleitet sein. Außerdem können nach der Follikelpunktion oder dem Embryotransfer schmerzlose vaginale Blutungen auftreten.

Wenn mehr als ein Embryo entnommen und übertragen wird, besteht die Möglichkeit von Mehrlingsschwangerschaften sowie von Läsionen in den Organen in der Nähe der Eierstöcke wie Blase, Darm oder Blutgefäße. Was das Risiko einer Fehlgeburt anbelangt, so liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt bei der IVF bei 12 bis 17 %.

Bei Komplikationen infolge einer künstlichen Befruchtung kann es zu krampfartigen Schmerzen, leichten Blutungen, Übelkeit und Erbrechen oder einer Beckenentzündung kommen, wenn die Eileiter in der Vergangenheit blockiert waren. Ebenso, wenn eine aktive zervikovaginale Infektion besteht.

Darüber hinaus gibt es bioethische Debatten über die Auswahl “geeigneter” und “ungeeigneter” Embryonen sowie über Samenspenden, die von einem verstorbenen Spender stammen.

Dennoch hilft die assistierte Reproduktion Einzelpersonen und Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch, schwanger zu werden. Das ist ein großer wissenschaftlicher Fortschritt!

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