Erfahre alles über Asthenozoospermie

25 März, 2021
Asthenozoospermie kann durch die Ernährung sowie durch schädliche Gewohnheiten beeinflusst werden. In diesem sehr interessanten Artikel erfährst du alles über diese Störung.

Als Asthenozoospermie bezeichnet man eine verminderte Spermienmotilität. Man spricht auch von Asthenospermie oder allgemeiner von “trägen” oder “langsamen” Spermien. Diese Störung ist relevant, weil sie eine Ursache für Unfruchtbarkeit ist. In diesem Artikel erfährst du alles über die Asthenozoospermie und wie medizinische Fachleute sie erkennen. Lies weiter!

Alles über Asthenozoospermie

Etymologisch gesehen bedeutet das Wort Asthenozoospermie “Mangel an Kraft im Sperma”. Es ist ein griechisches Wort. Die Vorsilbe “a” bedeutet Abwesenheit und die Nachsilbe “steno” Kraft.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt diese Störung vor, wenn weniger als 40 % der beweglichen Spermien in einem Ejakulat vorhanden sind. Dies ist eine Ursache für Unfruchtbarkeit. Da sich die Spermien nicht bewegen, sind sie nicht in der Lage, die Eizelle zu erreichen und zu befruchten, so dass es nicht zu einer Schwangerschaft kommen kann.

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Die Ursachen

Die genauen Ursachen für dieses Leiden sind nicht bekannt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die die Spermienmotilität beeinflussen können:

  • Spermienveränderungen. Genetische Veränderungen, die die Spermien-Flagellen beeinflussen. Dadurch verändert sich ihre Beweglichkeit. In einigen Fällen kann es so sogar zu einer vollständigen Asthenozoospermie kommen.
  • Veränderungen der Samenwege. Jede Veränderung in den Hoden, Nebenhoden oder Samenleitern kann die Beweglichkeit beeinträchtigen.
  • Varikozele. Krampfadern in den Blutgefäßen, die die Hoden versorgen.
  • Giftige Substanzen. Tabak, Alkohol oder Drogen können einen Einfluss haben. Ebenso spielt der Kontakt mit Düngemitteln oder Pestiziden eine Rolle.
  • Krebsbehandlungen. Strahlen- und Chemotherapie greifen die Spermien an.

Auch das Alter und die Ernährung sind sehr wichtige Faktoren. Es hat sich gezeigt, dass die Spermienmotilität nach dem 50. Lebensjahr abnimmt. Außerdem ist es für Männer wichtig, eine gesunde Ernährung zu befolgen. Ein Mangel an Vitaminen und Antioxidantien kann mit Asthenozoospermie in Verbindung stehen.

Darüber hinaus ist die Körpertemperatur ein entscheidender Faktor. Die Hoden sollten zwei Grad kälter sein als der Rest des Körpers. Die Spermienmotilität kann sich verringern, wenn die Temperatur nicht stimmt. Das Tragen von sehr enger Kleidung sowie auch Saunabesuche können dazu führen.

So erkennen Mediziner diese Störung

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Mit einem Seminogramm wird das Sperma analysiert. Dieser Test ist auch als Spermiogramm oder Spermienanalyse bekannt. Er ermöglicht es Medizinern, die Bewegung der Spermien zu untersuchen. Für die Diagnose einer Asthenozoospermie sind mindestens zwei Seminogramme erforderlich. Ein Seminogramm wertet zwei Arten der Motilität aus:

  • Die Gesamtmotilität. Sie bezieht sich auf alle Spermien, die Zeichen der Bewegung zeigen. Mit anderen Worten umfasst sie progressive und nicht-progressive Spermien.
  • Progressive Motilität. Sie berücksichtigt nur jene, die in der Lage sind, sich zu bewegen.

Es ist zu betonen, dass eine Asthenozoospermie dann vorliegt, wenn die Gesamtmotilität weniger als 40 % und die progressive Motilität weniger als 32 % beträgt.

Jedoch müssen die Ärzte auch eine körperliche Untersuchung durchführen. Darüber hinaus sollten sie Hormontests anfordern. Die Ermittlung der FSH-, LH- und Testosteronwerte kann die Diagnose beeinflussen.

So wird man trotz Asthenozoospermie Vater

Asthenozoospermie ist häufig eine Ursache für Unfruchtbarkeit. Es gibt jedoch einige Behandlungen, die dir dabei helfen können, trotz dieser Erkrankung Vater zu werden. Dazu ist eine Spermaprobe mit ausreichender Beweglichkeit notwendig, um eine Eizelle mithilfe einer assistierten Reproduktionstechnik künstlich befruchten zu können.

Asthenozoospermie

Es gibt je nach Ausmaß verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Asthenozoospermie. Die bekannteste heißt ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Dabei wird in jede Eizelle ein Spermium eingesetzt. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung.

Andere Methoden konzentrieren sich auf die Verbesserung der Motilität selbst. Sie sind hauptsächlich auf die Ernährung ausgerichtet. Hierzu gehört die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die reich an Aminosäuren sind, wie L-Carnitin und Antioxidantien.

Idealerweise sollte die Ursache der Asthenozoospermie erkannt und behoben werden. Das ist jedoch nicht immer möglich. Dann können andere Techniken wie In-Vitro-Fertilisation oder künstliche Befruchtung hilfreich sein.

Fazit

Asthenozoospermie ist eine Störung, die eine verminderte Fruchtbarkeit bei Männern verursacht. Daher solltest du die auslösenden Faktoren kennen, um diese zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Ebenso solltest du dir der Bedeutung dieser Problematik bewusst werden – so kannst du ihre Auswirkungen auf dich und dein Selbstwertgefühl reduzieren.

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