Spermienqualität und Ernährung: Welchen Zusammenhang gibt es?

15 Oktober, 2020
Es gibt viele Dinge, die die Spermienqualität beeinflussen können. Zum Beispiel scheinen ein Zinkmangel, Alkoholkonsum und Einfachzucker einen negativen Einfluss darauf zu haben. Lies weiter, um herauszufinden, wie ein Mann seine Ernährung verbessern kann, um seine Fruchtbarkeit zu steigern.

Die Fruchtbarkeit steht in direktem Zusammenhang mit der Ernährung und dem Lebensstil eines Menschen. So kann der Konsum von Toxinen, Alkohol und einer unzureichenden Ernährung die Spermienqualität eines Mannes und damit seinen Fortpflanzungserfolg beeinflussen.

Um dies zu vermeiden, sollten Männer den gängigen Richtlinien für eine gesunde Ernährung folgen und den Verzehr von Fisch und Gemüse vorziehen. Im gleichen Schritt sollten sie auch den Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln reduzieren, während sie ihre körperliche Aktivität steigern.

Alkohol senkt die Spermienqualität

Wir alle wissen, dass Alkohol einen negativen Einfluss auf den Körper hat. Zum Beispiel erhöht er mittel- und langfristig das Risiko, komplexe Krankheiten zu entwickeln. Darüber hinaus führt Alkohol auch zu einer vorübergehenden kognitiven Verschlechterung.

Doch das ist noch nicht alles, denn der regelmäßige Alkoholkonsum verringert auch die Spermienzahl. Dies geht aus einer Forschungsstudie hervor, die in der Zeitschrift Reproductive Biomedicine Online veröffentlicht wurde.

Du solltest berücksichtigen, dass eine Mindestanzahl von Spermien das weibliche Fortpflanzungssystem erreichen muss, damit eine Befruchtung stattfinden kann. Ist die Spermienzahl jedoch zu gering,  steht auch nur eine geringe Anzahl von Zellen für die Befruchtung zur Verfügung. Und dies wiederum verringert die Chancen auf einen Fortpflanzungserfolg.

Alkohol senkt die Spermienqualtät
Alkohol reduziert die Spermienzahl sowie die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung.

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Spurenelemente beeinflussen die Mobilität von Spermien

Ein Defizit an Spurenelementen führt mittel- oder langfristig dazu, dass sich Pathologien entwickeln. Ein typisches Beispiel ist eine Anämie, die durch einen Eisenmangel verursacht wird, und bei der sich die Spermien, ohne eine angemessene Zufuhr dieser Nährstoffe, verschlechtern.

Vor allem die Qualität und das Volumen der Samenflüssigkeit sowie die Mobilität der darin enthaltenen Spermien stehen in direktem Zusammenhang mit der ernährungsbedingten Aufnahme von Zink. Ein geringer Gehalt dieses Spurenelements beeinträchtigt die Spermienproduktion sowie deren Qualität und kann Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Zumindest geht dies aus einer Forschungsstudie hervor, die in der Zeitschrift International Journal of Reproductive Biomedicine veröffentlicht wurde.

Zucker gefährdet die Spermienqualität

Einfacher und zugesetzter Zucker kommt in der modernen Ernährung durchaus häufig vor. Allerdings kann diese Substanz das Risiko für Stoffwechselerkrankungen erhöhen und die Fettleibigkeit fördern. Dies gilt vor allem für jene Menschen, die einen sesshaften Lebensstil führen.

Darüber hinaus steht der Konsum von Einfachzuckern im Zusammenhang mit einer verringerten Spermienzahl und -qualität. Diese Situation schränkt den Fortpflanzungserfolg ein und kann zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit führen.

Glücklicherweise kann durch die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten die normale Spermienzahl wieder hergestellt werden. Andererseits hat eine schlechte Ernährung nicht nur Auswirkungen auf die Fortpflanzung; neuere Forschungen bringen eine schlechte Ernährung der Eltern sogar mit einer schlechteren Gesundheit der zukünftigen Kinder in Verbindung.

Zucker gefährdet die Spermienqualität
Einfachzucker können die Spermienqualität sowie die Fruchtbarkeitschancen verringern, wenn Männer sie im Übermaß konsumieren.

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Achte auf deine Ernährung, um die Qualität deiner Spermien zu verbessern

Die Lebensgewohnheiten beeinflussen sowohl das Volumen als auch die Qualität des Spermas. Infolgedessen können eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität die Empfängischancen stark beeinflussen.

Dies liegt daran, dass einige Lebensmittel und toxische Substanzen die Anzahl der Spermien sowie deren Mobilität verringern können, was wiederum den Befruchtungsprozess erschwert. Und dies ist sowohl bei Alkohol als auch bei Einfachzuckern der Fall.

Ebenso steht ein Mangel an Spurenelementen mit einer geringeren Mobilität und Spermienqualität in Verbindung. Zink stellt in diesem Zusammenhang das repräsentativste Spurenelement dar. Tatsächlich sind manche Probleme mit der Fruchtbarkeit auf einen Zinkmangel zurückzuführen. Eine Nahrungsergänzung kann deshalb in manchen Fällen sinnvoll sein.

Letzten Endes sollten wir daran denken, dass eine ausgewogene Ernährung, die reich an Fisch und Gemüse ist, stets eine gute Grundlage ist. Dies gilt vor allem, wenn ein Kinderwunsch besteht. Eine gesunde Ernährung ist der beste Weg, um eure Erfolgschancen zu verbessern. Gleichzeitig werdet ihr auch die Gesundheit eurer zukünftigen Kinder positiv beeinflussen. Es lohnt sich!

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