Was ist eine Vasektomie?

22 Februar, 2020
Als Vasektomie bezeichnet man einen einfachen chirurgischen Eingriff zur Sterilisation des Mannes. Damit ist eine einfache und sichere Familienplanung möglich, ohne dass das Sexualleben darunter leidet. Es handelt sich um ein irreversibles Verfahren. 

Die Vasektomie ist ein einfacher chirurgischer Eingriff, mit dem Männer unfruchtbar gemacht werden. Es handelt sich um eine sehr sichere und effiziente Methode zur definitiven Sterilisierung des Mannes, die praktisch keine Fehler zulässt. Damit ist eine einfache und zuverlässige Familienplanung möglich.

Eine Vasektomie macht nur dann Sinn, wenn sich der Mann absolut sicher ist, in der Zukunft keine biologischen Kinder haben zu wollen. Denn dieses Verfahren ist permanent und irreversibel. Nach dem Eingriff ist der Mann deshalb unfähig, Kinder zu zeugen.

Immer mehr Männer entscheiden sich für eine Vasektomie. Es handelt sich um eine bewusste und verantwortliche Entscheidung zur Geburtenkontrolle. Jungen Männern wird allerdings davon abgeraten, unabhängig davon, ob sie in einer Beziehung leben oder nicht, denn ihre Lebenssituation könnte sich jederzeit verändern.

Was ist eine Vasektomie?

Was ist eine Vasektomie?

Die Vasektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die beiden Samenleiter im Hodensack durchtrennt und die losen Enden danach verschlossen werden. Durch die Samenleiter gelangen die Spermien in der Samenflüssigkeit normalerweise bis in die Harnröhre, doch nach der Operation ist dies nicht mehr der Fall und die Spermien bleiben in den Hoden.

In der Folge kann der Mann also keine Frau mehr befruchten. Diese Methode ist zu 99,9 Prozent effizient. Operierte Männer sind dadurch nämlich auf Dauer unfruchtbar.

Da die Spermien keine weiblichen Eizellen befruchten können, kann keine Schwangerschaft entstehenTrotzdem kann der Mann nach einer Vasektomie ganz normale sexuelle Beziehungen pflegen, ejakulieren und die Samenflüssigkeit ausstoßen. Diese enthält jedoch keine Spermien und deshalb ist keine Befruchtung möglich.

Wie wird eine Vasektomie durchgeführt?

Es handelt sich um einen ambulanten chirurgischen Eingriff, der in einem Krankenhaus oder in einer urologischen Arztpraxis mit örtlicher Betäubung erfolgen kann. Der Patient ist dabei also bei Bewusstsein, hat jedoch keine Schmerzen. Vor der Operation ist eine Rasur erforderlich.

Nach der örtlichen Betäubung beginnt der eigentliche Eingriff, wobei es dafür zwei unterschiedliche Verfahren gibt: mit oder ohne Skalpell. Die klassische Methode besteht darin, zwei kleine Schnitte im oberen Bereich des Hodensacks zu setzen, um an die Samenleiter zu gelangen. Danach werden diese einzeln durchgeschnitten und die Enden werden verödet. Der Arzt verschließt die Wunde dann mit Faden.

Bei einer Non-Skalpell-Vasektomie ertastet der Arzt die Samenleiter und betäubt den Patienten dann örtlich. Danach ritzt er die Samenstranghüllen an und spreizt sie, um Zugang zu den Samenleitern zu erhalten. Er schneidet dann jeden Samenleiter einzeln durch und verkürzt ihn gleichzeitig. Abschließend verschließt er den kleinen Einstich mit einem Pflaster. Nähen ist im Normalfall nicht nötig.

Noch ein interessanter Artikel: Wissenswertes rund um das Verhütungsstäbchen

Vor und nach der Vasektomie

Vor und nach der Vasektomie

Diese Art von Intervention erfordert im Normalfall nur eine minimale Vorbereitung. Dabei werden Medikamente überprüft, die der Patient für gewöhnlich einnimmt. Falls sich darunter Arzneimittel befinden, welche die Blutgerinnung beeinflussen, werden diese reduziert oder die Einnahme wird unterbrochen. Dies erfolgt in der Regel zehn Tage vor dem chirurgischen Eingriff.

Nach der Operation kann eine Skrotalunterstützung über einen Zeitraum von mindestens drei bis vier Tagen erforderlich sein. Meist kommt es zu Blutergüssen und Schwellungen, die jedoch im Normalfall nach ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff abklingen. Patienten können ihre normalen Tätigkeiten nach rund drei bis sieben Tagen wieder aufnehmen.

Auch wenn es sich um ein sehr sicheres Verfahren handelt, ist es nicht risikofrei. Die Beschwerden äußern sich im Normalfall durch Schmerzen und Entzündungen. In diesem Fall verschreibt der Arzt Schmerzmittel oder örtliche Kältebehandlungen. Wenn die Schmerzen allerdings sehr intensiv sind, solltest du auf jeden Fall deinen Arzt aufsuchen.

In manchen Fällen entsteht eine Infektion, die normalerweise gut mit Antibiotika kontrolliert werden kann. Fieber ist ein Anzeichen auf eine Entzündung. In diesem Fall musst du auf jeden Fall schnellstmöglich zum Arzt. Auch wenn Blutungen auftreten oder die Schwellung stark ist, solltest du dich nachuntersuchen lassen.

Wir empfehlen dir auch diesen Artikel: Infektion der Harnwege: Ursachen und Symptome

Zu berücksichtigen

Die Vasektomie beeinträchtigt die Sexualität auf keinerlei Weise. Der operierte Mann kann ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff ganz normale sexuelle Beziehungen führen.

In sehr seltenen Fällen wachsen die durchtrennten Samenleiter in den ersten Monaten nach dem Eingriff von selbst wieder zusammen. Deshalb sind ein bis zwei Nachkontrollen wichtig und in dieser Zeit empfiehlt es sich, zusätzliche Verhütungsmethoden einzusetzen. 

In fast allen Fällen ist die Vasektomie irreversibel. Manchmal ist es jedoch möglich, durch einen weiteren chirurgischen Eingriff, die Samenleiter wieder funktionstüchtig zu machen. Doch dies ist kostspielig und komplex und außerdem gibt es dafür keine Erfolgsgarantie.

Darüber hinaus sollte man berücksichtigen, dass dies zwar eine effiziente Verhütungsmethode ist, doch sie schützt keineswegs vor sexuell übertragbaren KrankheitenDeshalb sind Kondome trotzdem wichtig, wenn es sich um sexuelle Beziehungen handelt, die keine Sicherheit garantieren.

Romero Pérez, P., Merenciano Cortina, F. J., Rafie Mazketli, W., Amat Cecilia, M., & Martínez Hernández, M. (2004). La vasectomía: estudio de 300 intervenciones. Revisión de la literatura nacional y de sus complicaciones. Actas urológicas españolas, 28(3), 175-214.