Das Sakralgrübchen und wie es sich auf Kinder auswirkt

5 März, 2021
Sakralgrübchen können eine einfache Einbuchtung in der Haut sein, manche sind jedoch auch auf entwicklungsbedingte Ursachen zurückzuführen. Auf diese wird der heutige Artikel ausführlich eingehen, zusammen mit den Auswirkungen.

Manche Babys haben eine kleine Einbuchtung in der Lendengegend, auch bekannt als Sakralbereich. In diesem Bereich befindet sich das Kreuzbein. Das Sakralgrübchen kann eine einfache Vertiefung sein, die zu keinerlei Beschwerden führt. Allerdings verbindet sich diese Vertiefung manchmal mit dem Wirbelsäulenkanal und kann so Probleme im Nervensystem verursachen.

Der heutige Artikel wird darauf näher eingehen und auch mögliche Behandlungen aufzeigen.

Was ist ein Sakralgrübchen?

Wie bereits erwähnt, ist ein Sakralgrübchen eine Kerbe oder Vertiefung, die im unteren Rückenbereich auftritt. Es ist von Geburt an vorhanden und befindet sich normalerweise direkt über der Gesäßfalte.

Die meisten Sakralgrübchen sind harmlos; ein erheblicher Prozentsatz wird jedoch mit spinalem Dysraphismus in Verbindung gebracht. Darunter versteht man bestimmte angeborene Anomalien, die laut einem Artikel in Acta Pediátrica zu einem unvollständigen Verschluss bestimmter Strukturen, wie z. B. der Wirbelsäule, führen können.

Dabei handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Fehlbildungen, die das neurale Gewebe freilegen. Dieselbe Studie besagt, dass zwischen 40 und 95 % der Babys mit spinalem Dysraphismus irgendeine Art von Hautstörung haben. In vielen dieser Fälle handelt es sich um ein Sakralgrübchen.

Ein Sakralgrübchen ist besonders dann ernst zu nehmen, wenn es sich in der Nähe eines Haarbüschels befindet oder Farbveränderungen der Haut in unmittelbarer Nähe vorhanden sind. Das Problem ist, dass es in diesen Fällen aufgrund der neuralen Veränderung zu neurologischen, urinalen, rektalen oder sogar orthopädischen Problemen kommen kann. Deshalb ist es wichtig, die unterschiedlichen Arten zu erkennen und zu behandeln.

Arten von Sakralgrübchen

Ein Sakralgrübchen kann typisch oder atypisch sein. Da liegt die Differenzierung zwischen einer günstigen Lage und etwas Ernstem. Ein typisches oder einfaches Sakralgrübchen ist klein und befindet sich in der Falte zwischen den Gesäßbacken.

Sie haben in der Regel einen Durchmesser von weniger als 5 Millimeter und befinden sich in der Nähe des Anusrandes. Sie sind recht häufig und stellen kein Risiko für Dysraphismus dar. Schätzungen zufolge haben sogar fast 5 % der gesunden Neugeborenen ein solches Sakralgrübchen.

Im Gegensatz dazu sind atypische Grübchen größer, über 6,35 Millimeter tief und weiter vom Anus entfernt. Sie können sich sogar weiter seitlich des Körpers befinden.

Ein atypisches Grübchen ist ein Risikofaktor für spinalen Dysraphismus. Ist es zu tief, kann es sogar zu einer gestörten Kommunikation mit dem Wirbelsäulenkanal kommen. Dieser besteht aus einer empfindlichen Struktur, durch die zahlreiche Nervenfasern verlaufen.

So kann es zu spinalen und neurologischen Schäden kommen. Außerdem können mit dieser Art von Grübchen auch Veränderungen der Hautfarbe, Knoten oder sogar stellenweise ungewöhnlicher Haarwuchs einhergehen.

Der Unterschied zwischen einem Sakralgrübchen und einer Pilonidalzyste

Eine Pilonidalzyste enthält Haarformationen im Inneren. Wie beim Sakralgrübchen tritt sie im interglutealen Bereich, also direkt über dem Gesäß auf.

In einer Pilonidalzyste sammeln sich Haare, Zellen, Abfallstoffe und Flüssigkeit an. Außerdem entwickelt sie sich in der Regel nach der Geburt, ist häufiger bei Männern und oft von Infektionen betroffen. Die Folgen sind starke Schmerzen und Schwellungen.

Bereite dich mit diesen Tipps auf dein Baby vor.

Ursachen von Sakralgrübchen

Die Ursachen von Sakralgrübchen sind noch nicht geklärt. Man weiß jedoch, dass es sich dabei um etwas Angeborenes handelt. Das macht es möglich, sie von der Pilonidalzyste zu unterscheiden, wie bereits oben erwähnt.

Atypische Grübchen können von diesem Defekt im Verschluss der Mittellinienstrukturen stammen. Es ist jedoch nicht bekannt, warum sie entstehen.

Symptome und Diagnose

Sakralgrübchen bei Neugeborenen

Im Allgemeinen sind Sakralgrübchen asymptomatisch. Das liegt daran, dass es sich nur um ein Grübchen handelt, eine Hautveränderung im unteren Rückenbereich.

Die Symptome atypischer Sakralgrübchen hängen in der Regel davon ab, ob sie auf einen spinalen Dysraphismus zurückzuführen sind. Ein Arzt muss eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen, um sie zu erkennen.

Dabei werden üblicherweise zunächst die Eigenschaften des Grübchens überprüft und dann eine Reihe zusätzlicher Tests durchgeführt, falls es zu groß oder tief ist. Das Gleiche gilt, wenn es mehrere Grübchen oder eine Verfärbung der Haut gibt, oder wenn es zu weit vom Anus entfernt ist.

Laut einer Studie, die in Archives of Disease in Childhood veröffentlicht wurde, können Sakralgrübchen gut mithilfe eines Ultraschalls untersucht werden. Schätzungen zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit eines Wirbelsäulenproblems um das Sechsfache, wenn Anomalien vorhanden sind.

Ultraschall ist eine bevorzugte Methode, weil sie schnell, sicher und kostengünstig ist. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit einer MRT, wenn Zweifel an der Diagnose bestehen. So kann das Gewebe noch genauer untersucht werden.

Erfahre hier, wann du dein Baby zu einem Arzt bringen solltest.

Mögliche Komplikationen

Atypische Grübchen sind eher von Komplikationen betroffen und können unter anderem mit Spina bifida oder dem Tethered Spinal Cord Syndrome zusammenhängen.

Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung. Dabei schließt sich das Neuralrohr nicht richtig. Es gibt verschiedene Arten, aber die, die mit dem sakralen Grübchen zusammenhängt, nennt sich Spina Bifida Occulta.

Ihr Hauptmerkmal ist eine kleine Lücke in der Wirbelsäule, die entsteht, weil sich diese nicht entwickelt hat. Sie kann asymptomatisch sein und wird normalerweise erst in der Jugend oder im Erwachsenenalter entdeckt.

Im Gegensatz dazu tritt das Tethered-Spinal-Cord-Syndrom auf, wenn Narbengewebe am Rückenmark verankert ist. Das kann zu Harn- und Stuhlinkontinenz, Schwäche in den unteren Extremitäten und sogar zu Schwierigkeiten beim Stehen führen.

Behandlung von Sakralgrübchen

Es gibt keine Behandlung für ein einfaches Sakralgrübchen, und das ist auch nicht nötig. Du solltest nur verhindern, dass sich Schmutz in diesem Bereich ansammelt, um Infektionen zu vermeiden. Da das Grübchen nahe am Anus liegt, könnte es durch Darmbakterien verunreinigt werden.

Deshalb ist es wichtig, diesen Körperbereich bei Babys richtig zu reinigen, besonders beim Wechseln der Windeln. Ein atypisches Grübchen kann, je nach Schweregrad, eine Behandlung erfordern.

 

Sakralgrübchen
Jeder Fall muss von einem Arzt überprüft und untersucht werden. Kinder mit Neuralrohrverschlussdefekten benötigen möglicherweise eine palliative chirurgische Behandlung.

Das Verfahren hängt vom Stadium des Sakralgrübchens ab

Idealerweise sollten alle Neugeborenen von einem Arzt gründlich untersucht werden. Dieser sollte auch eine Untersuchung des Sakralgrübchens durchführen, sollte er eines finden. Eine solche Untersuchung besteht aus der Ausmessung des Grübchens sowie anderer Anomalien.

Wenn alles andere normal und das Sakralgrübchen klein ist, sollte das Kind bei guter Gesundheit sein. Jedoch wird das Baby einen Spezialisten benötigen, sollte das Grübchen atypisch sein oder es andere Warnzeichen geben.

Ärzte müssen ein Grübchen genau untersuchen, um herauszufinden, ob es irgendwelche neurologischen Veränderungen oder Entwicklungsdefekte gibt. Je nach Befund muss die beste Behandlung gefunden werden.

Zuletzt sollte man nicht vergessen, dass die meisten Sakralgrübchen harmlos sind und eine reine Hautveränderung darstellen. Dennoch sollte ein Arzt aufgesucht werden, um ein neurologisches Problem auszuschließen.

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