Babys fixieren häufig Objekte und Menschen - weißt du, warum?

Babys fixieren oder starren etwas an, um es zu verstehen. Ihr Gedächtnis arbeitet daran, später Informationen in ihrem Gehirn zu verinnerlichen. In diesem Artikel erfährst du mehr zu diesem spannenden Thema!
Babys fixieren häufig Objekte und Menschen - weißt du, warum?

Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2021

Die Welt ist für Neugeborene völlig neu und sie entdecken sie durch ihre Sinne. Babys fixieren eine Person oder ein Objekt, weil es sich bewegt, weil es tanzt, weil es hell ist oder weil es sich vor ihren Augen verändert. Sie verfolgen es mit ihren Augen, bis ein neues schillerndes Objekt vor ihnen erscheint. Objekte, die für Erwachsene gewöhnlich sind, sind für Babys ausgesprochen faszinierend.

Wenn ein Schatten oder ein Lichtstrahl ihren wachsamen Blick kreuzt, können Babys gar nicht anders, sie starren ihn einfach an. Erwachsene haben diese Empfindungen bereits in ihr Repertoire aufgenommen. Das bedeutet, dass uns nur noch wenige Dinge zu überraschen scheinen. Alles ist uns vertraut und beinahe selbstverständlich. Aber für Babys ist beispielsweise das farbenfrohe Mobile über ihrem Bettchen wie ein vollkommen neues Universum.

Babys sind wie Schwämme. Sie “absorbieren” die Realität und stellen Verbindungen her. Unzählige Empfindungen prägen die emotionalen, körperlichen und motorischen Reaktionen, über die sie von Geburt an mit anderen interagieren. Der “Praktische Leitfaden für Eltern” der spanischen Kindervereinigung kann in dieser Phase intensiven Lernens hilfreich sein. Babys fixieren Objekte und Menschen, besonders in den ersten Lebensmonaten. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, warum dies so ist, solltest du unbedingt weiterlesen!

Wie sich das Sehvermögen eines Babys entwickelt

Das Gehirn von Babys ist sehr plastisch. Experten haben kürzlich die Fähigkeit verstanden, wie sich die Nervenzellen an ihre Umgebung anpassen. Sie verbinden sich mit anderen Neuronen und dadurch können sie praktisch mittels der Sinne wahrnehmen, ohne dies durch Worte artikulieren zu müssen.

Babys werden mit einer außergewöhnlichen Lernfähigkeit geboren. Ihre visuelle Entwicklung geht Hand in Hand mit der motorischen und neurologischen Entwicklung. In den ersten drei Lebensmonaten suchen, fixieren und folgen Babys Lichtern oder Gegenständen, die in ihr Sichtfeld gelangen.

  • Vom dritten bis zum fünften Lebensmonat sehen sie ihre Hände, spielen mit ihnen und beschäftigen sich auch mit den Spielsachen um sie herum.
  • Vom neunten bis zum zwölften Lebensmonat berühren sie Objekte, die sie erkennen und mit denen sie spielen.
  • Die Netzhaut reift zwischen dem sechsten und elften Lebensmonat heran.
  • Aber erst im Alter von drei bis sechs Jahren entwickelt sich die Sehfähigkeit der Kinder vollkommen.
Babys starren - Baby mit Schnuller und Spielzeug
Babys entdecken eine Welt, die für sie völlig neu ist. Daher erleben sie eine ständige Stimulation.

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Babys fixieren Objekte oder Menschen an: Das sind die Gründe dafür

Babys fixieren etwas, weil Bewegung ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die neuronale Dynamik von Babys erfolgt nur anhand der Plastizität der Welt, die sich direkt vor ihren Augen abspielt.

Babys fixieren Objekte, die sich bewegen

Objekte, die sich bewegen, sind für Babys sehr interessant. Daher gehören Mobiles zu den wichtigsten Accessoires, die zur Stimulation von Babys empfohlen werden.

Wenn du ein Mobile über dem Bett oder in Sichtweite deines Babys aufhängst, solltest du darauf achten, dass die einzelnen Elemente in einem Halbkreis in der Luft gleiten können. Allerdings sollten sich diese nicht zu schnell bewegen. Auf diese Weise kannst du das Sehvermögen deines Babys aktivieren. Wenn dein Baby die einzelnen Elemente mit seinen Augen verfolgt, fördert dies die Beweglichkeit des Auges. Und diese ist für die Entwicklung des Sehvermögens von entscheidender Bedeutung.

Babys fixieren häufig glänzende Objekte oder solche, die aufleuchten

Leuchtende Farben und Licht- und Schattenspiele sind für Babys ebenfalls sehr interessant. Sie konzentrieren ihren Blick auf konturierte Formen und Silhouetten, da ihnen dies keine visuellen Beschwerden oder Irritationen verursacht.

Babys lieben Details, die sie mit Interesse genauer “untersuchen” und mit ihren Händen und Fingern erfühlen und ertasten können. Zum Beispiel kann der Vollbart oder Schnurrbart eines Vaters die Aufmerksamkeit und die Neugierde des Babys sehr stark auf sich ziehen.

Babys reagieren ebenfalls stark auf Farben

Lebendige Farben und Schwarz-Weiß-Kontraste sind zweifelsohne ebenfalls ein Blickfang für Babys. Allerdings solltest du darauf achten, dass du dein Baby nicht übermäßig stimulierst, um dein Kind nicht zu erschöpfen.

Wenn die Augen deines Babys ermüdet sind, kannst du dies daran erkennen, dass es plötzlich seinen Blick verändert. Das Spielen leiser Musik im Raum kann die Synästhesie von Farben, Texturen und Formen begleiten.

Wenn Objekte und Gesichter harmonische Eigenschaften haben

Experten glauben, dass Babys besonders gerne “schöne” Gesichter betrachten. Allerdings solltest du hierbei berücksichtigen, dass Babys sich natürlich nicht der sozial akzeptierten Schönheitsideale bewusst sind. Infolgedessen könnte man sagen, dass sie vermutlich besonders von weichen, harmonischen, abgerundeten und vollen Formen angezogen werden.

Wenn sie in ein vertrautes Gesicht blicken, in dem sie sich möglicherweise sogar selbst wiedererkennen, fühlen sie sich ruhig, geschützt und wohl.

Wann du dir Sorgen machen solltest

Babys fixieren Objekte oder starren etwas an, das ist zunächst einmal vollkommen normal. Wenn dein Baby aber einen leeren Blick hat und nicht mit dir zu interagieren scheint, solltest du dir möglicherweise Gedanken darüber machen. Obwohl sich jedes Baby in seinem eigenen Tempo entwickelt, gibt es einige Anzeichen, die du beachten solltest:

  • Wenn dein zwei Monate altes Baby die Person, welche das Baby anblickt, nicht ebenfalls ansieht. Studien haben gezeigt, dass dies ein frühes Zeichen von Autismus ist.
  • Wenn dein drei- bis viermonatiges Baby Objekten, die sich neben ihm bewegen, nicht visuell folgt und Menschen, die Augenkontakt mit dem Baby suchen, nicht anlächelt.
  • Falls dein Baby im Alter von sechs Monaten nicht versucht, Gegenstände in zu greifen, die sich in seiner Reichweite befinden, oder keine Zuneigung zu seinen Bezugspersonen zeigt, könnte auch dies ein Hinweis darauf sein, dass du etwas unternehmen solltest.

Allerdings manifestieren sich diese Anzeichen in der Regel mit weiteren Auffälligkeiten. Daher treten zum Beispiel auch psychomotorische Entwicklungsprobleme, Sprachprobleme oder neurologischen Störungen auf.

Wie du die visuelle Entwicklung deines Babys unterstützen kannst

Babys starren - lächelnde Mutter mit Kind
Die Bindung eines Babys zu seinen Bezugspersonen ist der Schlüssel, um erkennen zu können, ob es ein Sehproblem hat oder nicht. Die meisten Babys fixieren ihre Eltern.

Visuelle Stimulation besteht darin, das in den Fokus zu stellen, was dein Baby sehen, fühlen und lernen soll. Insbesondere Farben, Bewegungen und Formen unterstützen die Wahrnehmungsentwicklung von Babys und auch ihre Anpassung an die Umwelt.

Babys entdecken aktiv. Assoziative Mechanismen ermöglichen es ihnen, Objekte, Empfindungen oder Menschen mit verschiedenen Konzepten zu verbinden. Zum Beispiel Pflege, Essen, Schutz, Liebkosungen, Ruhe, Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Darüber hinaus solltest du wissen, dass Spiegelneuronen ein grundlegender neurophysiologischer Mechanismus bei der visuellen Entwicklung von Babys sind. Sie sind wesentlich für das Handeln, Verstehen und Nachahmen. Ungefähr sieben Stunden nach ihrer Geburt zeigen Babys Interesse am Gesicht ihrer Mutter. Und schon bald darauf werden sie damit beginnen, die Mimik ihrer Bezugspersonen zu imitieren.

Daher glauben Babys auch, dass sie es selber sind, die bestimmte Handlungen ausführen, wenn sie etwas fixieren oder anstarren, was jemand vor ihnen tut.

Ein weiterer Prozess, der in diesem Kontext nicht vergessen werden darf, ist die Entwicklung des impliziten Gedächtnisses. Es entsteht ungefähr im Alter von eineinhalb Jahren. Mithilfe dieses impliziten Gedächtnisses können Kleinkinder unbewusst Informationen aufzeichnen und speichern. Sie speichern sowohl die Erfahrung des Verhaltens selbst als auch die Emotionen, die die Bezugspersonen in einem spielerischen Moment oder in einer bestimmten Situation ausdrücken oder provozieren.

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