Asthma in der Schwangerschaft

Asthma während der Schwangerschaft ist eine Situation, die sowohl für die Mutter als auch für den Fötus mit Risiken verbunden ist. Infolgedessen muss die chronisch, entzündliche Erkrankung der Atemwege vom ersten Moment an mit den Geburtshelfern besprochen werden.
Asthma in der Schwangerschaft

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2021

Asthma in der Schwangerschaft ist sowohl für den Fötus als auch für die Mutter eine mit Risiken verbundene Erkrankung. Fachleute schätzen, dass zwischen 3 und 6 % der Weltbevölkerung an Asthma leiden, was es zu einer sehr häufig vorkommenden Erkrankung macht.

Asthma besteht aus einer Blockade der kleinsten Teile der Atemwege. Diese Obstruktion erschwert dem Körper die Atemmechanik, insbesondere beim Ausatmen. Die Ursache ist die Entzündung der kleinen Bronchien.

Bei schwangeren Frauen ist Asthma die Atemwegserkrankung, die am häufigsten zu Komplikationen führt. Dies geht aus einer Studie hervor, die im Spanish Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht wurde. Laut Statistik haben zwischen 4 und 7 % der schwangeren Frauen in einem bestimmten Stadium der Schwangerschaft Komplikationen im Zusammenhang mit Asthma. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass sie während der Geburt auftreten.

Der kritischste Moment liegt normalerweise zwischen der 17. und 24. Schwangerschaftswoche. Dies ist am Ende des zweiten Trimesters. Während dieses Zeitraums haben Spezialisten einen deutlichen Anstieg schwangerer Frauen verzeichnet, die aufgrund dieses Problems einen Notdienst aufsuchen. Im Gegensatz dazu finden die wenigsten Besuche aufgrund von Asthma im letzten Monat vor der Entbindung statt.

Folgen von Asthma in der Schwangerschaft

Bei der Mutter

Wenn Ärzte die schwangere Asthmatikerin nicht richtig kontrollieren, kann es zu Komplikationen bei der Gesundheit der Mutter kommen. Die schwerwiegendste Situation ist der Sauerstoffmangel. Der Sauerstoff, der im Blut der Mutter zirkuliert, wird mit ihrem Baby geteilt und die Abnahme wirkt sich auf beide aus.

Wie aus einer Studie, die im Asthma Journal veröffentlicht wurde, hervorgeht, kann Asthma in der Schwangerschaft bei der Mutter Folgendes verursachen:

  • Hyperemesis gravidarum: Dies ist das Auftreten von intensivem und lang anhaltendem Erbrechen während der Schwangerschaft. Es ist nicht die typische morgendliche Übelkeit des ersten Trimesters. Hier sind die Episoden häufig und verursachen sogar einen Gewichtsverlust.
  • Präeklampsie: Sie wird auch als Schwangerschaftstoxikose bezeichnet. Es handelt sich um ein Syndrom, bei dem der Blutdruck der Mutter ansteigt, was zu Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) und Eiweißverlusten im Urin (Proteinurie) führt.
  • Schwangerschaftshypertonie: Hierbei handelt es sich um die Erhöhung des Spannungszustandes bei der Schwangeren.
  • Frühgeburt: Obwohl es nicht üblich ist, dass Asthmasymptome während der Geburt auftreten, können die Wehen aufgrund von Asthma zu früh kommen.
Präeklampsie wird auch als Schwangerschaftstoxikose bezeichnet
Präeklampsie ist eine der Komplikationen von Asthma in der Schwangerschaft. Sie birgt erhebliche Risiken und bedarf daher einer frühzeitigen Behandlung.

Beim Baby

Bei einem Baby kann das Asthma der werdenden Mutter Folgendes verursachen:

  • Einschränkung des intrauterinen Wachstums: Ein ständiger Mangel an ausreichendem Sauerstoff führt dazu, dass der Fötus langsamer wächst, sodass er kleiner sein kann, als dies für sein Gestationsalter normalerweise der Fall wäre.
  • Niedriges Geburtsgewicht: In Verbindung mit einer Einschränkung des intrauterinen Wachstums ist es möglich, dass das Baby, zum Zeitpunkt der Entbindung ein niedriges Geburtsgewicht aufweist.
  • Hypoxämie bei Neugeborenen: Zum Zeitpunkt der Entbindung hat das Baby möglicherweise nicht genügend Sauerstoff, sodass es mit den Symptomen eines Sauerstoffmangels auf die Welt kommt. In diesem Fall benötigt das Baby dann eine intensive neonatale Versorgung mit externer Sauerstoffzufuhr.
  • Erhöhte perinatale Sterblichkeit: Wenn das Asthma der Mutter in der Schwangerschaft nicht kontrolliert wird, erhöht dies das Risiko, dass das Baby stirbt.

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Medikamente gegen Asthma während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist es wichtig, mit deinem Arzt gemeinsam zu bestimmen, welche Medikamente du entsprechend deiner Bedürfnissen einnehmen kannst. Denn nicht alle Medikamente sind für werdende Mütter und ihre Kinder sicher. Daher ist eine ärztliche Betreuung unerlässlich.

Bei Asthma haben sich die meisten Medikamente als nicht schädlich für die schwangere Frau erwiesen. Man geht sogar davon aus, dass unkontrolliertes Asthma während der Schwangerschaft gefährlicher ist als die möglichen Nebenwirkungen der Medikamente, die die werdende Mutter einnehmen kann. Darauf weist sogar dieser Artikel hin, der im Colombian Journal of Pneumology veröffentlicht wurde.

Bei einigen Asthmatikern werden Desensibilisierungsinjektionen gegen Allergien eingesetzt, um die Episoden eines Asthmaanfalls zu reduzieren. Wenn die schwangere Frau mit diesen Injektionen begonnen hat, bevor sie schwanger wurde, dann sollte sie diese fortsetzen. Andererseits ist es jedoch kontraindiziert, sie zu beginnen, sobald die Schwangerschaft beginnt.

Sobald das Baby geboren ist, gibt es keine Probleme mit dem Stillen. Darüber hinaus ermutigen die Ärzte asthmatische Frauen, ihre Medikamente auch während des Stillens weiter einzunehmen.

Wie Komplikationen vorgebeugt werden kann

Es gibt einige grundlegende Schritte, die Frauen mit Asthma während ihrer Schwangerschaft unternehmen können, um ihre Risiken zu verringern. Dies geschieht stets in Verbindung mit einer professionellen Beratung und einer geeigneten Medikation, die von den Ärzten festgelegt wird.

Schwangere Asthmatikerinnen sollten sich von Zigaretten und Rauch fernhalten
Eine grundlegende Empfehlung ist, sich von Zigaretten und deren Rauch fernzuhalten. Rauchen verschlimmert Asthmaanfälle und kann schwerwiegende Komplikationen bei Mutter und Fötus auslösen.

Hier sind einige vorbeugende Maßnahmen, die du berücksichtigen solltest:

  • Nicht rauchen: Tabak erschwert und verschlimmert Asthma und erhöht das Risiko von angeborenen Syndromen beim Fötus.
  • Kontrolle der Auslöser: Asthma reagiert als akuter Angriff auf bestimmte Substanzen, die man als Asthmatiker am besten meidet. Dazu gehören beispielsweise Umgebungen mit Staub oder Puder, Zigarettenrauch und auch das Fell einiger Tiere.
  • Halte die Kontrolluntersuchungen mit deinem Arzt ein: Schwangere Asthmatikerinnen müssen intensiver von ihren behandelnden Ärzten betreut werden, als diejenigen, bei denen einen normale Schwangerschaft vorliegt.
  • Nimm deine Medikamente vorschriftsmäßig ein: Entsprechend der medizinischen Indikation sollten schwangere Frauen mit Asthma das Medikamentenschema und die Medikamentenmenge einhalten. Nimm unter diesen Umständen niemals eine Selbstmedikation vor.
  • Achte auf die Warnzeichen: Der Arzt wird der Schwangeren eine Liste mit Symptomen zur Verfügung stellen, die auf die Notwendigkeit hinweisen, schnell eine Arztpraxis aufzusuchen. Diese Symptome sind in der Regel Luftmangel, intensiver Husten, der chronisch wird, und unter anderem auch Fieber.
  • Kontrolle des gastroösophagealen Reflux: Schwangere Frauen leiden häufig an einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Das Problem ist, dass Reflux die Asthmasymptome verstärken kann. Daher sollten schwangere Frauen mit Asthma Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel das Kopfende des Bettes erhöhen und die täglichen Mahlzeiten in kleinere aufteilen. Du könntest auch deinen Schlafrhythmus anpassen, um etwa 2 oder 3 Stunden nach dem Abendessen schlafen zu gehen, sowie Lebensmittel vermeiden, die Reflux auslösen.

Asthma in der Schwangerschaft: Fazit

Asthma in der Schwangerschaft birgt erhebliche Risiken für die Mutter und den Fötus. Wenn eine schwangere Frau Asthma hat, ist es daher wichtig, einen Arzt zu konsultieren und die empfohlene Behandlung zu befolgen. Darüber hinaus ist es ratsam, sich aller Symptome bewusst zu sein, die auf eine Komplikation hinweisen.

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