Arten und Diagnose von gutartigen Tumoren: alles Wissenswerte

Bei den meisten gutartigen Tumoren ist kein Eingriff erforderlich, es sei denn, der Betroffene wünscht dies aus ästhetischen Gründen. Dennoch ist es ratsam, einen Dermatologen aufzusuchen, um die richtige Diagnose zu erhalten.
Arten und Diagnose von gutartigen Tumoren: alles Wissenswerte

Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2020

Es gibt verschiedene Ursachen von gutartigen Tumoren auf der Haut, da es sich um eine ganze Gruppe von Erkrankungen handelt. Oft wird ihre Klassifizierung anhand der Stelle, an der sie auftreten, ihrer Größe, Farbe, Verteilung und Symptome vorgenommen. Sie verursachen jedoch, abgesehen von der ästhetischen Veränderung, keine größeren Probleme.

Laut einem Artikel, der im Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery veröffentlicht wurde, treten diese Veränderungen auf, wenn es zu einer Vermehrung einer oder mehrerer Komponenten der Haut kommt.

Und obwohl sie in der Regel kein schwerwiegendes Problem darstellen, ist es dennoch notwendig, einen Dermatologen zu konsultieren, damit er sie untersuchen kann. Wenn du mehr darüber erfahren willst, dann lies weiter!

Wie kommt es zu gutartigen Tumoren?

Wie alle Neoplasien ist ein gutartiger Tumor eine Ansammlung von abnormen Zellen. Was sie jedoch von bösartigen Tumoren unterscheidet, ist, dass sie nicht die Fähigkeit haben, in das umliegende Gewebe einzudringen oder sich in andere Teile des Körpers auszubreiten.

Diese Art von Tumorläsionen ist von einer schützenden Kapsel umgeben, die ihre Entfernung erleichtert. Blutuntersuchungen, bildgebende Untersuchungen (wie zum Beispiel eine Röntgenaufnahme) oder eine Biopsie können wiederum klären, ob der Tumor bösartig oder gutartig ist.

Leberfleck Haut gutartiger Tumor
Die meisten Tumore, die auf der Haut auftreten, sind gutartig. Trotzdem ist es ratsam, sie von einem Dermatologen untersuchen zu lassen.

Arten von gutartigen Tumoren

Die meisten Menschen werden im Laufe ihres Lebens eine Vielzahl von Hautwucherungen und -veränderungen erleben. Ärzte verfügen über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung, um die meisten dieser Läsionen durch eine klinische Untersuchung klassifizieren zu können.

Adenom

Das Adenom ist eine gutartige epitheliale Neoplasie (Neubildung), die von den Talg- oder Schweißdrüsen ausgeht. Repräsentative Beispiele dafür sind die folgenden:

  • Talgdrüsenadenom
  • Apokrines tubuläres Adenom
  • Hydradenom

Fibrom

Das Dermatofibrom, auch bekannt als „fibröses Histiozytom“, ist eine der häufigsten Hautläsionen im Weichteilgewebe. Tatsächlich macht es etwa 3% der Proben aus, die in dermatopathologischen Labors eingehen.

Wenn die klassischen klinischen und pathologischen Merkmale vorhanden sind, ist die Diagnose meist einfach. Diese Art von gutartigen Tumoren tritt häufiger bei Erwachsenen mittleren Alters und eher bei Frauen auf. Sie befinden sich häufig an den Extremitäten und erscheinen als kleine, erhobene, stark verhornte Hautknötchen mit einer rötlich-braunen Oberfläche.

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Lipom

Patienten mit Lipomen klagen oft über eine weiche, bewegliche Gewebemasse, die sie unter der Haut spüren. Sie sind normalerweise schmerzlos, es sei denn, sie dringen in die Gelenke, Nerven oder Blutgefäße ein.

Im Allgemeinen sind sie gutartig und bergen kein Risiko einer malignen Entartung. Die Prognose ist sehr gut. Sind sie einmal entfernt, kehren sie in der Regel nicht mehr zurück. Um dies zu verhindern, muss jedoch die faserige Kapsel, die das Lipom umgibt, unbedingt vollständig entfernt werden.

Myom

Leiomyome gehören zu den gutartigen Tumoren, die aus der glatten Muskulatur entstehen und am häufigsten in der Gebärmutter, im Magen-Darm-Trakt, in der Haut und in den unteren Gliedmaßen von Frauen mittleren Alters auftreten.

Klinisch können Bindegewebstumore, so beispielsweise Myome und Lipome, ähnliche Befunde wie Leiomyome aufweisen; daher sollte eine Differentialdiagnose gestellt werden.

Osteochondrom

Osteochondrome kommen häufig vor: sie machen 20 bis 50 % aller gutartigen Tumore an den Knochen aus. Sie können einzeln oder mehrfach sein. Die einzelne Form hat eine gute Prognose und die maligne Transformation tritt in 1 % der Fälle auf.

Darüber hinaus sind die meisten einzelnen Läsionen in der Regel klein und asymptomatisch. Ihre Diagnose und Behandlung erfordert jedoch die Zusammenarbeit der Experten verschiedener Gesundheitsberufe.

Muttermal (Nävus)

Muttermale sind pigmentierte Hautläsionen, die von Geburt an bestehen können und im Laufe der Zeit durch ausgiebige Sonneneinstrahlung ohne ausreichenden Schutz bösartig werden. Neben der Beurteilung mit der A-B-C-D-E-Regel einer pigmentierten Läsion gibt es spezifische dermatoskopische Muster, die die Untersuchung leiten.

Es ist wichtig, Sonnenschutzmittel zu benutzen und sich selbst zu untersuchen, um die Entwicklung eines Melanoms zu verhindern. Außerdem ist die Vermeidung der übermäßigen Sonnenexposition ratsam.

Symptome von gutartigen Tumoren

Nicht alle gutartigen Tumore gehen mit Symptomen einher. Aufgrund ihrer Größe können sie jedoch leicht durch Abtasten lokalisiert werden. Ihre Hauptmerkmale sind die folgenden:

  • Schmerzen durch Kompression des umliegenden Gewebes
  • Volumen oder Erhebung
  • Parästhesien
  • Juckreiz

Richtige Diagnose von gutartigen Tumoren

Wenn Patienten wegen eines Knötchens einen Chirurgen aufsuchen, wird die Diagnose in den meisten Fällen durch eine exzisionale Biopsie gestellt (das heißt eine vollständige Entfernung des Tumors). Einige gutartige Tumore können nach einer unvollständigen Exzision erneut auftreten.

Darüber hinaus werden viele der entfernten Knötchen möglicherweise nicht pathologisch untersucht, und diejenigen, die entfernt werden, können ohne weitere Charakterisierung als gutartige Hauttumore gemeldet werden.

Laut dem American Family Physician sollte bei jeder Läsion, bei der die Diagnose unsicher ist, eine Biopsie durchgeführt werden. Nur so können die Spezialisten das Gewebe histopathologisch untersuchen, um auszuschließen, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt.

Biopsie von gutartigen Tumoren
Bei Knötchen oder Tumoren auf der Haut wird in der Regel eine Hautbiopsie vorgeschlagen.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung von gutartigen Tumoren erfolgt gewöhnlich aus ästhetischen Gründen. Wenn sie als notwendig erachtet wird, variiert sie von einer einfachen chirurgischen Exzision bei einzelnen Läsionen oder multiplen Tumoren bis hin zur mikrographischen Chirurgie (Chirurgie nach Mohs) bei Läsionen an kritischen anatomischen Stellen.

Außerdem gibt es destruktive physikalische Modalitäten, die der behandelnde Arzt auf der Grundlage der Folgeerscheinungen oder der Art der Heilung der betroffenen Person bewertet. Einige der Behandlungsmöglichkeiten sind die folgenden:

  • Exzision mit Schere und Shaving
  • Kürettage mit Elektrodesikkation
  • Dermabrasion
  • Chemische Zerstörung mit Salicylsäure
  • Strahlentherapie
  • Laserchirurgie und Kryotherapie

Die Beratung durch einen Dermatologen ist wichtig

Es stimmt, dass es bei gutartigen Tumoren normalerweise nicht zu größeren Problemen kommt. Obwohl sie anders aussehen, stellen sie in der Regel keine Gefahr dar. Dennoch ist die Überprüfung durch den Dermatologen wichtig, da man das Existieren anderer Probleme nicht einfach ausschließen sollte.

Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, um die Tumore zu beseitigen, wenn sie ein ästhetisches Problem darstellen. Der Experte wird dir die beste Option aufzeigen. Es könnte dich interessieren ...

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