Antidiarrhoika: Alles, was du wissen musst

Antidiarrhoika werden als symptomatische Behandlung verabreicht, denn Durchfall ist ein Symptom und keine Krankheit an sich. In jedem Fall gibt es allgemeine Richtlinien für die Behandlung von Durchfall.
Antidiarrhoika: Alles, was du wissen musst
Mariel Mendoza

Geprüft und freigegeben von der Ärztin Mariel Mendoza.

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 28. November 2022

Antidiarrhoika werden, wie der Name schon sagt, zur Behandlung von Durchfall verschrieben. Je nach Krankheitsursache und den damit verbundenen Symptomen variiert das im Einzelfall eingesetzte Medikament.

Durchfall ist ein sehr häufiges Grund für eine Konsultation in der Hausarztpraxis oder direkt in der Apotheke. Um die Wirkungsweise von Antidiarrhoika besser zu verstehen, die zur Behandlung eingesetzt werden, ist es unerlässlich, die Verdauungsstörung, für die sie verschrieben werden, besser zu verstehen.

Was ist Durchfall und warum tritt er auf?

Durchfall ist eine Erkrankung, die das Verdauungssystem, insbesondere den Stuhlgang, beeinträchtigt, so dass sich dieser beschleunigt und der Stuhlgang häufiger erfolgt und eine schlechte Konsistenz aufweist.

Die Ursachen für diese Erkrankung sind in der Regel Ungleichgewichte zwischen den Substanzen, die im Darm aufgenommen und ausgeschieden werden. Außerdem ist Durchfall eine sehr häufige unerwünschte Reaktion auf viele Medikamente.

Darüber hinaus können durch bestimmte pathogene Mikroorganismen verursachte Infektionen dieses Symptom hervorrufen. Durchfall lässt sich im Allgemeinen in zwei Arten einteilen: akuter Durchfall und chronischer Durchfall.

Von akutem Durchfall sind jedes Jahr mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt betroffen, vor allem in Entwicklungsländern. Er wird in der Regel durch eine Infektion ausgelöst und erfordert normalerweise keine medikamentöse Behandlung und geht von selbst wieder weg.

Von chronischem Durchfall spricht man, wenn die Diarrhöe auch nach zwei bis drei Wochen Behandlung noch anhält. Dieser Begriff wird verwendet, wenn ein Patient länger als zwei Monate an Durchfall leidet. Chronischer Durchfall kann verschiedene Ursachen haben, am häufigsten ist er jedoch auf eine Magen-Darm-Erkrankung zurückzuführen

Antidiarrhoika - Mann auf der Toilette
Durchfall ist ein Verdauungssymptom, das aufgrund einer Infektion oder als unerwünschte Reaktion auf bestimmte Medikamente auftreten kann.

Welche Antidiarrhoika gibt es?

Medikamente gegen Durchfall dienen als symptomatische Behandlung, denn Durchfall ist ein Symptom und keine Krankheit an sich. In jedem Fall gibt es allgemeine Richtlinien für die Behandlung von Durchfall:

  • Rehydrierung: Wenn ein Patient an Durchfall leidet, verliert er viel Wasser und Elektrolyte, die dem Körper wieder zugeführt werden müssen.
  • Verabreichung von Präbiotika: Die Mikrobiota des Darms wird bei Durchfall häufig beeinträchtigt.
  • Antidiarrhoika: Diese sind jedoch nicht immer notwendig.

Die pharmakologische Behandlung von Durchfall hängt von der Intensität, der Dauer und der Ursache des Durchfalls ab. Sie zielt darauf ab, die Symptome des Durchfalls zu reduzieren oder zu unterdrücken. Hier sind einige der am häufigsten verwendeten Antidiarrhoika.

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Antidiarrhoika: Aktivkohle oder Albumin-Tannat

Diese Mittel haben eine lokal begrenzte Wirkung. Sie wirken vor allem auf die Innenwand des Dickdarms. Außerdem sind sie sehr sicher und haben laut verschiedener Studien kaum unerwünschte Wirkungen.

Im Allgemeinen haben sie wenig Einfluss auf die Stuhlmenge und die Stuhlhäufigkeit, aber sie beeinflussen die Stuhlkonsistenz.

Loperamid

Dieses Antidiarrhoikum wirkt auf den Tonus des Analsphinkters und verbessert die Stuhlkontinenz. Es handelt sich also um ein Medikament, das die Magen-Darm-Motilität beeinflusst und sie verlangsamt. Dies bewirkt eine Verstärkung der Rückresorption von Wasser und Elektrolyten im Darm, was zu einer Verbesserung der Stuhlkonsistenz führt.

Antidiarrhoika - ein Arzt macht sich Notizen
Durchfallhemmende Medikamente werden nur in bestimmten Fällen verschrieben. Je nach Ursache und Schwere der Durchfallerkrankung kann der Arzt/die Ärztin die eine oder andere Option vorschlagen.

Antibiotika

Diese Medikamente werden nicht als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Der Grund dafür ist, dass fast alle Durchfälle durch eine virale und nicht durch eine bakterielle Infektion verursacht werden.

Wenn der Durchfall jedoch durch eine bakterielle Infektion verursacht wird, empfiehlt es sich, ein Antibiogramm durchzuführen, um die Empfindlichkeit des Erregers zu ermitteln und so ein geeignetes Antibiotikum verabreichen zu können.

Ein Antibiogramm ist eine Technik, die im Labor durchgeführt wird. Hierbei kultiviert man eine infizierte Probe und behandelt sie mit verschiedenen Antibiotika, um herauszufinden, welches am wirksamsten ist.

Abschließende Gedanken zu Antidiarrhoika

Zum Glück gibt es heute eine breite Palette von Medikamenten gegen Durchfall, die dafür sorgen, dass Durchfall in den Industrieländern nicht mehr zu den Haupttodesursachen gehört.

Um zu wissen, welches Medikament gegen Durchfall eingesetzt werden sollte, ist es wichtig, die Ursachen zu kennen, die dieses lästige Symptom auslösen. Daher empfehlen wir dir, deinen Arzt oder Apotheker zu konsultieren, wenn du im Hinblick auf Antidiarrhoika irgendwelche Fragen oder Bedenken hast.

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