Angst beim Sex - woher kommt sie?

Angst in sexuellen Beziehungen tritt auf, wenn die Bedenken und Befürchtungen das Vergnügen während der intimen Begegnung überwiegen. Wenn diese Angst beim Sex nicht rechtzeitig unter Kontrolle gebracht wird, kann sie das Intimleben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Angst beim Sex - woher kommt sie?

Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2021

Ängste in sexuellen Beziehungen können auftreten, wenn ein Partner während der intimen Begegnung mehr Sorgen als Freude empfindet. Aber woher kommt diese Angst beim Sex? Und was kann man dagegen unternehmen?

Normalerweise müssen alle Menschen mit einem gewissen Maß an Angst leben. Das liegt daran, dass es sich dabei um eine Emotion handelt, die es uns ermöglicht, in jeder bedrohlichen oder gefährlichen Situation wachsam zu sein. Mit anderen Worten: Sie kann als adaptiver Überlebensmechanismus fungieren.

Aber manchmal können diese Ängste übermäßig stark ausgeprägt sein und in einigen Fällen sind die Sorgen und Befürchtungen, die damit einhergehen, nicht real. Dann denken wir, dass etwas nicht stimmt.

Wenn das der Fall ist, kann das Eingreifen eines Psychologen oder eines Facharztes für psychische Gesundheit notwendig sein, denn oft ist eine spezielle Behandlung erforderlich, damit die Auswirkungen die Lebensqualität nicht beeinträchtigen.

Was passiert nun, wenn diese Angst beim Sex auftritt? Auf den ersten Blick mag dies gar nicht so ungewöhnlich erscheinen. Wenn sie jedoch nicht rechtzeitig unter Kontrolle gebracht wird, kann sie die betroffene Person regelrecht lähmen.

Angst beim Sex

Angst beim Sex kann kurz vor oder während der sexuellen Begegnung auftreten. Die Wahrheit ist, dass sie es der Person nicht erlaubt, den Moment mit ihrem Partner zu genießen.

Obwohl diese Angst häufig bei der ersten sexuellen Begegnung eines Menschen auftritt, kann sie grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Das gilt vor allem dann, wenn man den Partner wechselt oder eine Zeit lang enthaltsam gelebt hat.

Daher ist bei der Behandlung von Angst beim Sex nicht nur das Alter relevant. Darüber hinaus gilt es, noch verschiedene andere Faktoren zu analysieren.

Häufig glaubt man, dass ein älterer Partner mehr Erfahrung auf dem Gebiet der Sexualität hat und sich sicherer fühlt. Aber das ist nicht immer der Fall. Manche haben unbefriedigende sexuelle Erfahrungen gemacht und empfinden deshalb Angst bei der Intimität.

Angst beim Sex -weinende Frau und Mann mit verschränkten Armen auf einem Bett
Angst bei intimen Begegnungen kann durch traumatische Erlebnisse oder Unzufriedenheit entstehen.

Einige Studien legen nahe, dass ein hohes Maß an Angst das Sexualverhalten der Betroffenen hemmt. Aus diesem Grund suchen viele Menschen unterschiedlichen Alters die Hilfe eines Sexologen oder einer Sexologin.

Die Angst beim Sex beeinträchtigt nicht nur die sexuelle Leistungsfähigkeit, sondern auch das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Betroffenen. Anstatt Lust und Freude dabei zu empfinden, kann es passieren, dass der Patient den sexuellen Kontakt vermeidet, um nicht unter dieser Angst zu leiden.

Im Allgemeinen kann eine Person mit dieser Form der Angst Folgendes erleben:

  • Verlust des sexuellen Verlangens
  • Anorgasmie
  • Vaginale Trockenheit
  • Schwierigkeiten, eine Erektion aufrechtzuerhalten
  • Verspannung der Muskeln
  • Ein Gefühl des Erstickens
  • Atembeschwerden

Letztendlich führt eine solche Situation dazu, dass die Beziehung des Paares beeinträchtigt wird, insbesondere wenn kein gegenseitiges Verständnis und keine gegenseitige Unterstützung besteht, da die Symptome schon bei der bloßen Vorstellung einer sexuellen Begegnung auftreten können.

Woher kommt diese Angst beim Sex?

Da sich hinter dieser Form der Angst viele Faktoren verbergen können, entscheiden sich manche Menschen dazu, einen Sexologen (Sexualwissenschaftler) oder Psychologen aufzusuchen. Zum Beispiel könnte der oder die Betroffene unter Komplexen leiden, Probleme mit dem Selbstvertrauen, der Selbstsicherheit oder ein geringes Selbstwertgefühl haben und vieles mehr.

Darüber hinaus fühlen sich manche Menschen mit der Form oder der Größe ihrer Genitalien nicht wohl, was ebenfalls zu Unsicherheit und folglich zu Ängsten bei einer Begegnung mit einem Partner führt.

Außerdem gibt es Fälle, in denen der oder die Betroffene Angst hat, die Erwartungen des Partners nicht zu erfüllen. Des Weiteren sind Hemmungen, den eigenen nackten Körper zu zeigen, ebenfalls verbreitet.

Zudem können einige Patienten unter sexuellen Funktionsstörungen wie Erektionsstörungen, vorzeitigem Samenerguss, verzögertem Samenerguss, Vaginismus usw. leiden. Und auch Stress ist ein weiterer Faktor, der bei der Diagnosestellung und der Entscheidung über die jeweils erforderliche Behandlung berücksichtigt werden muss.

Angst beim Sex - Paar im Bett
Um eine wirksame Behandlung zu finden, ist es wichtig, die Ursache der Angst beim Sex herauszufinden.

Andere mögliche Ursachen

Auch Probleme in der Kommunikation oder mangelndes gegenseitiges Vertrauen können weitere Ursachen für Angst beim Sex sein. Deshalb analysieren Fachleute sehr oft, wie die Beziehung des Paares gestaltet ist und wie die Partner miteinander kommunizieren.

Des Weiteren gibt es Situationen, in denen sich Menschen in bestimmten Momenten unwohl fühlen. Wenn sie nicht wissen, wie sie mit ihren Emotionen umgehen können, kann dies ebenfalls zu Angst beim Sex führen.

Angst beim Sex: Es ist wichtig, Hilfe in Anspruch zu nehmen!

Wenn die Angst ein Hindernis für den Genuss der sexuellen Beziehungen darstellt, ist dies ein Grund, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sowohl Psychologen als auch Sexologen können, je nach Ursache, eine Behandlung anbieten. Wichtig ist, sich von den Tabus, die das Thema umgeben, zu befreien und sich darüber klar zu werden, was hinter dem Problem steckt.

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