Sexuelle Unlust in der Beziehung: Was tun?

20 Juni, 2020
Stress, Müdigkeit, Erschöpfung, schwierige Situationen oder sexuelle Dysfunktionen können die Lust in einer Beziehung zu Frust verwandeln. In diesem Fall ist es am besten, darüber zu sprechen und falls nötig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

In einer intimen Beziehung kann es aus vielfältigen Gründen zu Problemen kommen. Stress, Probleme, Müdigkeit oder auch eine sexuelle Dysfunktion sind häufige Ursachen für sexuelle Unlust. Erfahre in unserem heutigen Artikel, was du tun kannst, um gemeinsem mit deiner Partnerin oder deinem Partner eine Lösung für diese Frust zu finden. 

Sexuelle Unlust

Sexuelle Unlust
Die Ursachen für sexuellen Frust sind sehr vielseitig. Bei jedem Paar sieht die Situation anders aus, doch Gespräche sind immer sehr wichtig, um sexuelle Unlust zu überwinden.

Hinter der Unlust im Bett können sich verschiedenste Ursachen verstecken. Vielleicht hat einer der Partner einfach keinen Appetit auf Sex oder wird dabei nicht zufriedengestellt. In beiden Fällen können zum Beispiel folgende Konsequenzen auftreten:

  • Verringertes Selbstwertgefühl
  • Stress und Nervosität
  • Emotionale Distanz zum Partner
  • Diskussionen
  • Beeinträchtigung des Gemütszustandes
  • Obsession mit Sex oder Untreue

Doch es gibt noch viele weitere Gründe, die zu sexueller Unlust führen können. Eine schwierige Lebensphase durch persönliche Probleme oder Veränderungen in der Menopause, Stress, fehlende sexuelle Kommunikation in der Partnerschaft oder Unlust können ebenfalls den Spaß im Bett verderben.

Doch dies ist noch nicht alles. Auch sexuelle Dysfunktionen, fehlende Befriedigung oder Konflikte in der Beziehung wirken sich negativ aus. Was auch immer dafür verantwortlich ist, die Frage lautet: Was tun bei sexuellem Frust?

Sexuelle Unlust: Was kann ich dagegen tun?

Lerne dich selbst kennen!

Sexuelle Unlust: Was kann ich dagegen tun?
Die Selbstbefriedigung ermöglicht es dir, deinen eigenen Körper kennenzulernen und herauszufinden, wie du deine Lust stimulieren kannst.

Du musst dich zuerst selbst kennen, um sexuelle Unlust zu überwinden. Sehr oft kommt es dazu, da die Partnerin oder der Partner nicht genau weiß, wie sie oder er dich am besten befriedigen kann.

Kulturelle Vorurteile, Tabus und die Sexualerziehung spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Sie können zu Unzufriedenheit und sexuellem Frust führen. 

Du musst deshalb zuerst selbst wissen, wie du deine Bedürfnisse zufriedenstellen kannst. Lerne deinen eigenen Körper kennen! Selbstbefriedigung ist eine gute Methode, um dies zu erreichen. 

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Gespräche

Es ergibt keinen Sinn, darauf zu warten, bis deine Partnerin oder dein Partner herausfindet, was genau dich zufriedenstellt oder was du möchtest. Ein aufrichtiges und offenes Gespräch kann jedoch schnell aufklären, was in der sexuellen Beziehung für jeden wichtig ist. 

Über Probleme im Bett sollte offen gesprochen werden. Es kann sein, dass nur einer Befriedigung findet, der andere jedoch nicht. Deshalb ist Ehrlichkeit in der Beziehung auch in diesem Bereich sehr wichtig.

Eine gute Idee ist, gemeinsam Neues auszuprobieren, doch davor solltet ihr darüber sprechen. Rollenspiele oder neue Praktiken können hilfreich sein, um neue Erfahrungen zu experimentieren und neuen Schwung in die Beziehung zu bringen. 

Konzentriert euch nicht nur auf den Orgasmus

Sexuelle Unlust: Was tun?
Sex bedeutet nicht nur, den Orgasmus zu erreichen. Genießt das Vorspiel, Streicheln und Zärtlichkeiten, die ebenfalls sehr wichtig sind. 
Oft kann sich der Orgasmus zu einer Obsession entwickeln. Doch Sex bietet noch viele weitere Genüsse: Zärtlichkeiten sind genauso wichtig und genugtuend! Der hektische Lebensstil macht es allerdings vielen schwer, sich im Bett zu entspannen.Stress und Müdigkeit sammeln sich an und deshalb ist es nicht immer einfach, einen Orgasmus zu erreichen. Doch wie bereits erwähnt, gibt es auch andere Möglichkeiten der Genugtuung.

Ihr solltet euch auf keinen Fall selbst unter Druck setzen oder noch mehr Stress auslösen, denn dies führt nur vermehrt zur Frustration. Am besten konzentriert ihr euch auf die Kontaktphasen und genießt diese: Das Vorspiel und die Zärtlichkeiten sind ebenfalls sehr befriedigend, der Rest kommt dann von ganz alleine.

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Sexuelle Unlust: Bei Dysfunktionen Hilfe in Anspruch nehmen

Sehr oft liegen Störungen vor, die eine zufriedenstellende sexuelle Beziehung verhindern:

  • Männer können zum Beispiel an einer erektilen Dysfunktion oder frühzeitiger Ejakulation leiden.
  • Bei Frauen kommt es häufig zu Vaginismus, Anorgasmie oder zu einer sexuellen Appetenzstörung.

Diese Störungen können zwar krankhafter Art sein, doch in vielen Fällen spielen auch Stress, Nervosität und der Gemütszustand eine bedeutende Rolle. Wenn Probleme vorliegen, solltest du deshalb einen Spezialisten aufsuchen und falls nötig eine Paartherapie durchführen.

Eine Therapie kann sich sehr positiv auf die Beziehung auswirken und viele Probleme lösen. Sie hilft dem Paar, die Sexualerziehung zu ergänzen und eine zufriedenstellende Beziehung zu erreichen. Das Ziel dieser Therapie ist, Genuss und Wohlbefinden in der Beziehung im Allgemeinen zu fördern und ganz konkret auch die sexuelle Unlust zu überwinden.

  • Helen S. Kaplan, Manual ilustrado de terapia sexual, Grijalbo Mondadori, 1975, Barcelona, España. Título original, The Illustrated Manual of Sex Therapy, Quadrangle/The New York Times Book Company, 1975, Nueva York, EUA.
  • Sallee DT, Casciani JM, “Relationship between sex drive and sexual frustration and purpose in life”, J Clin Psychol. 1976 Apr;32(2):273-5.
  • Beryl A. Chernick, “Ethical Issues in Sex Therapy and Research”, Can Med Assoc J. 1978 Apr 8; 118(7): 782.