Alles, was du über das Medikament Celecoxib wissen musst

Das Medikament Celecoxib hat eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung, ähnlich wie nicht-selektive NSAIDs. Allerdings verursacht es weniger akute Magenläsionen.
Alles, was du über das Medikament Celecoxib wissen musst

Letzte Aktualisierung: 05. Mai 2021

Das Medikament Celecoxib gehört zu der Gruppe der selektiven COX-2-Hemmer. Es hat ähnliche entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen wie nicht-selektive NSAIDs. Allerdings verursacht es weniger akute Magenläsionen.

Celecoxib wird verschrieben, um die Schmerzen, Entzündungen und auch Steifheit zu lindern, die durch Gelenkerkrankungen entstehen können. Zu diesen gehören Arthritis, rheumatoide Arthritis und Spondylitis ankylosans.

Es ist auch nützlich bei der Behandlung von juveniler rheumatischer Arthritis und sogar bei schmerzhaften Menstruationsbeschwerden. Darüber hinaus können Patienten, die kurzfristige Schmerzen haben, dieses Medikament auch einnehmen. Zum Beispiel nach einer Operation oder anderen (zahn-)medizinischen Eingriffen.

Wie nehme ich das Medikament Celecoxib ein?

Celecoxib

Dieses Medikament wird als Kapsel zur oralen Einnahme angeboten. In der Regel können Patienten es ein- oder zweimal am Tag mit oder ohne Nahrung zu sich nehmen.

Damit du die Einnahme von Celecoxib nicht vergisst, solltest du versuchen, es jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einzunehmen. Erhöhe oder verringere die Dosis nicht und nimm es nicht öfter ein, als dein Arzt es dir verschrieben hat.

Wenn du die Kapseln nicht schlucken kannst, oder wenn ein Kind damit behandelt werden soll, kann man die Kapsel auch öffnen und den Inhalt über etwas Essen streuen.

Da das Herz-Kreislauf-Risiko mit steigender Dosierung und zunehmender Behandlungsdauer zunehmen kann, solltest du immer nur die kleinstmögliche wirksame Tagesdosis von Celecoxib einnehmen. Außerdem sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein.

In regelmäßigen Abständen sollte ein Arzt die Reaktion auf die Behandlung neu bewerten, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit einschätzen zu können. Dies gilt besonders bei Patienten mit Arthrose.

Die richtige Dosierung je nach Erkrankung

Zur Behandlung von Arthrose beträgt die empfohlene Tagesdosis 200 mg einmal täglich oder aufgeteilt in zwei Dosen. Bei manchen Patienten können Ärzte die Dosis zur Steigerung der Wirksamkeit auf 200 mg zweimal täglich erhöhen. Wenn nach zwei Wochen kein größerer therapeutischer Nutzen festzustellen ist, dann ist es an der Zeit, andere therapeutische Alternativen in Betracht zu ziehen.

Zu Beginn der Behandlung von rheumatoider Arthritis beträgt die empfohlene Tagesdosis des Medikaments Celecoxib 200 mg, verabreicht in zwei Dosen. Wie bei der Arthrose können die Ärzte bei Bedarf die Dosis auf zweimal 200 mg pro Tag erhöhen.

Wenn die Patienten jedoch nach 2 Wochen keinen größeren Therapieerfolg feststellen, müssen auch hier wieder andere therapeutische Alternativen in Betracht gezogen werden. Die empfohlene Höchstdosis liegt in beiden Fällen bei 400 mg pro Tag.

Kontraindikationen von Celecoxib

Celecoxib

Die Anwendung dieses Medikaments wird im Falle einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen einen der Hilfsstoffe oder auch gegen Sulfonamide nicht empfohlen.

Die Einnahme wird auch dann nicht empfohlen, wenn aktuell ein Magengeschwür oder gastrointestinale Blutungen vorliegen, oder der betreffende Patient nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) Asthma, akuten Schnupfen, Ödeme, Nesselsucht oder sonstige allergische Reaktionen erlebt hat.

Auch Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden möchten, sollten Celecoxib nicht einnehmen. Obwohl keine Hinweise auf ein mögliches Risiko für Fehlbildungen während der Schwangerschaft vorliegen, kann es nicht ausgeschlossen werden.

Ebenso sollten Patienten mit den folgenden Erkrankungen Celecoxib meiden:

  • Schwere Leberfunktionsstörung
  • Nierenerkrankungen
  • Entzündliche Darmerkrankung
  • Kongestive Herzinsuffizienz
  • Periphere Arterienerkrankung
  • Zerebrovaskuläre Erkrankung

Mögliche Nebenwirkungen von Celecoxib

Celecoxib

Wie alle Medikamente kann auch Celecoxib unerwünschte Nebenwirkungen haben. Sie werden je nach geschätzter Häufigkeit wie folgt klassifiziert:

Häufig

  • Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen
  • Schwindel und Schlaflosigkeit
  • Nasenverstopfung, Sinusitis und Pharyngitis
  • Flüssigkeitsansammlung mit Ödemen
  • Hautausschlag

Selten

  • Angstzustände, Depressionen, Müdigkeit, verschwommenes Sehen,
  • Muskelsteifheit und Kribbeln
  • Anämie, Nieren- oder Leberprobleme
  • Hoher Blutdruck oder Verschlechterung davon, Herzklopfen
  • Infektionen der Harnwege und des Mundes
  • Hautreaktionen wie z.B. Nesselsucht

Selten

Dieser Abschnitt beinhaltet unerwünschte Nebenwirkungen wie Magengeschwüre und Blutungen, Darmperforation, Entzündung der Speiseröhre oder Schluckbeschwerden. Außerdem kann es zu akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Dickdarmentzündung (Colitis), Verwirrtheit, Halluzinationen, Hörverlust oder aseptischer Meningitis kommen.

Denke daran, deinen Arzt oder Apotheker zu konsultieren, wenn du eines dieser Symptome bemerkst.

Fazit

Derzeit wird Celecoxib trotz der möglichen Nebenwirkungen in bestimmten Fällen verschrieben. Dies liegt daran, dass die Vorteile der Einnahme überwiegen.

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