6 Zeichen, dass du Opfer von verbalem Missbrauch bist

13 Mai, 2018
Verbaler Missbrauch muss nicht unbedingt mit einer aggressiven Ausdrucksweise oder einer lauten Stimme zu tun haben. Es gibt auch sehr subtile Formen, die uns einschüchtern und dafür sorgen können, dass wir uns unterlegen fühlen

Bei dem Wort „Missbrauch“ denken wir automatisch an körperliche Aggressionen. Es gibt jedoch auch verbalen Missbrauch. Dieser hinterlässt zwar keine sichtbaren Schäden, die Opfer von verbalem Missbrauch leiden jedoch deswegen nicht weniger.

Da er nicht sichtbar ist, ist es schwieriger, zu erkennen, wenn jemand zum Opfer von verbalem Missbrauch wird. Aus diesem Grund solltest du auf folgende Anzeichen achten:

1. Du fühlst dich verängstigt, auch wenn du nicht angeschrien wirst

Opfer von verbalem Missbrauch sind verängstigt

Ironischerweise kann es passieren, dass wir denken, dass verbaler Missbrauch gleichbedeutend mit Schreien ist, aber das ist nicht immer der Fall. Tatsächlich manipuliert der verbale oder psychologische Täter das Opfer und sorgt dafür, dass es an sich selbst zweifelt.

Es kann sogar sein, dass er in einem freundlichen und liebevollen Tonfall mit dem Opfer spricht. Auch jemand, der sich nicht aggressiv verhält, kann Missbrauch ausüben. Drohungen können beispielsweise explizit oder implizit erfolgen.

Machst du dir Sorgen, wie die andere Person reagieren könnte, wenn du etwas nicht machst? Du hast die ganze Zeit Angst vor ihren Kommentaren? Achtest du auf jedes Wort und jede Bewegung, um sie nicht zu verärgern?

Du willst mehr erfahren? 5 Empfehlungen gegen Angst

2. Sie vergleichen dich oder geben dir an allem die Schuld

Wir alle möchten, dass unsere Individualität respektiert wird, und dass wir so akzeptiert werden wie wir sind. Oft verringert verbaler Missbrauch jedoch unser Selbstwertgefühl, da wir verglichen und beschuldigt werden.

Niemand wird gerne ständig mit anderen verglichen, die intelligenter oder hübscher sind oder alles besser machen. Dazu kommt oft ein vorwurfsvoller oder herablassender Tonfall. Allmählich wird damit das Selbstbewusstsein zerstört.

  • Sobald du das Problem bemerkst, solltest du versuchen, aus der Situation herauszukommen.
  • Vergiss nicht, dass niemand das Recht hat, dir das Gefühl der Unterlegenheit zu geben.
  • Hand in Hand mit dem Vergleich geht auch die Schuld. Oft sorgen die Täter dafür, dass du dich schuldig fühlst. Selbst für die kleinsten Kleinigkeiten.

3. Du fühlst dich als Opfer von verbalem Missbrauch die ganze Zeit eingeschüchtert

Wenn du Opfer von verbalem Missbrauch bist, fühlst du dich eingeschüchtert

Wenn du Opfer von verbalem Missbrauch bist, kann es sein, dass du dich in der Nähe dieser Person oft eingeschüchtert fühlst.

Dieses Zeichen kann oft sehr subtil sein und sich in Form von Späßen, Witzeleien oder abfälligen Kommentaren äußern, bis hin zu unangemessenen Worten, die dein Selbstwertgefühl schädigen.

Es ist wohl nicht nötig, zu erwähnen, dass die Einschüchterung besorgniserregende Grade erreichen und schließlich dazu führen kann, dass du dich gezwungen fühlst, etwas zu tun, was du nicht möchtest oder als erniedrigend empfindest.

4. Du hast das Gefühl, die ganze Zeit beschuldigt oder ausgefragt zu werden

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass du ein Opfer von verbalem Missbrauch bist, sind direkte Angriffe aufgrund von mangelnder Sicherheit und Vertrauen des Täters. Dieser Mangel an Vertrauen hängt für gewöhnlich mit einem geringen Selbstwertgefühl zusammen, was dazu führt, dass dein Verhalten ständig hinterfragt wird.

  • Möglicherweise kommt es nur allmählich zu diesen Fragen und Beschuldigungen, sodass du aufmerksam sein musst, wann genau es zu dieser Situation kommt.
  • Ein häufiger Fehler ist es, Erklärungen abzugeben, um die Ängste des anderen zu beruhigen. Das Problem ist, dass sich die Situation so mit der Zeit verschlimmert.

5. Negative Auswirkungen auf deine Stimmung

Wenn du Opfer von verbalem Missbrauch bist, wird deine Stimmung negativ beeinflusst

Alles, was uns umgibt, hat einen Einfluss auf uns. Aus diesem Grund kann verbaler Missbrauch verschiedene Folgen für uns haben, die wir bemerken, wenn wir darauf achten.

  • Versuche, dir über deine Stimmung bewusst zu werden, wenn du in der Nähe von anderen bist: Merkst du, welche dich glücklich machen? Und wer dir Energie raubt?

Wenn du bemerkst, dass es einen Mensch gibt, bei dem du dich immer unwohl fühlst, sei es traurig oder genervt, wird es Zeit, dass du ihm aus dem Weg gehst.

  • Manchmal fällt es uns schwer, zu erkennen, dass Menschen, unsere Stimmung beeinflussen können, aber du solltest das akzeptieren und dich fern halten.
  • Es ist sehr wichtig, auf deine Gefühle zu achten, ganz unabhängig von deinen Erwartungen, da die Misshandlungen dieser Menschen meist sehr subtil sind.

Wenn es sich um deinen Partner handelt, oder jemanden, den du liebst, solltest du versuchen, objektiv zu sein, um zu erkennen, was dir schadet. Ausgehend davon kannst du entscheiden, welche Maßnahmen du ergreifen wirst, um deine Situation zu verbessern.

Wusstest du schon? 6 Hausmittel gegen depressive Verstimmung

6. Du wirst selbst zum Täter

Menschen übernehmen oft Verhaltensweisen, die sie bei anderen sehen. Im Fall von Misshandlung werden viele Opfer von verbalem Missbrauch selbst zu Tätern.

Ein Kind, das zum Beispiel in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem seine Eltern ihre Gefühle nicht kontrolliert haben, kann zu einem aggressiven Erwachsenen werden, der auch selbst seine Gefühle nicht in der Hand hat.

Natürlich gibt es Möglichkeiten, diese Verhaltensweisen zu ändern und diesen Kreislauf zu durchbrechen. Am besten solltest du in diesem Fall einen Spezialisten aufsuchen, der dir hilft, mit dem Missbrauch umzugehen und gesunde Beziehungen aufzubauen.

Wehre dich gegen verbalen Missbrauch

Es ist nicht einfach, zu erkennen und zu akzeptieren, dass man ein Opfer von verbalem Missbrauch ist. Du solltest nicht vergessen, dass dein Wohlbefinden von der Aufmerksamkeit abhängt, die du deiner aktuellen Situation entgegenbringst.

Bevor du darüber nachdenkst, wie die Menschen um dich herum reagieren werden, solltest du lieber daran denken, dass deine Hauptsorge du selbst sein solltest.

Auch interessant