5 Tipps, um Wutanfälle bei Kindern zu vermeiden

· 18 Januar, 2019
Wutanfälle gehören zur emotionalen Entwicklung eines Kindes. Sie beginnen, Gefühle zu spüren, die sie nicht kennen und auch noch nicht kontrollieren können. Du kannst deinen Kinder dabei helfen, Situationen zu vermeiden, die sie auslösen.

Im Alter von zwei bis fünf Jahren sind Wutanfälle bei Kindern etwas, was jedes Kind erleben kann. Das ist ein Ausbruch von Zorn und Frustration, der uns mit Schuldgefühlen und Fragen füllt.

Es ist jedoch möglich, Wutanfälle bei Kindern zu vermeiden, wenn man nur die richtigen Vorsichtsmaßnahmen trifft.

Ideal wäre es, alle Situationen zu vermeiden, die Wutanfälle bei Kindern auslösen. Manchmal ist das möglich, aber nicht immer. Man darf allerdings nie verzweifeln, denn Ruhe ist der Schlüssel zur Lösung dieses Problems.

Kleines Kind weint

5 Tipps, um Wutanfälle bei Kindern zu vermeiden

Wutanfälle bei Kindern sind das Ergebnis ihrer emotionalen Entwicklung. Die Kleinen beginnen, Gefühle wie Zorn, Ärger und Frustration zu spüren.

Später können sie sie selbst kontrollieren, doch in einem so jungen Alter brauchen sie noch ein wenig Zeit, um mit diesen Gefühlen umzugehen.

Wenn Kinder zwei Jahre alt werden, fangen sie an, sich selbständig zu fühlen. Das Kind bemerkt, dass sein Wille nicht immer mit dem seiner Eltern übereinstimmt.

Die Wutanfälle kommen dann zustande, weil sie ihren gerade erst entwickelten Willen den anderen aufzwängen und die Grenzen der Eltern austesten wollen.

Man muss auch verstehen, dass Wutanfälle bei einigen Kindern öfter vorkommen als bei anderen.

Jedes Kind hat sein eigenes Temperament und das markiert dann, wie es sich den Gefühlen gegenüber, die es verspürt, verhält. Sogar bei Geschwistern, die gleich erzogen werden, kann es bei einem Kind mehr Wutanfälle als beim anderen geben.

Nachdem du nun verstehst, wie es zu Wutanfällen kommt, geben wir dir fünf nützliche Tipps, um sie zu vermeiden. Wir hoffen, dass sie dir in deinem Leben nützlich sind, wenn du mal wieder mit dieser Sintflut von gegensätzlichen Emotionen konfrontiert bist.

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Wie beruhigt man ein Kind bei einem Wutanfall?

1. Vermeide unnötige Herausforderung

Es gibt Dinge, die dein Kind „tun muss“ oder „nicht tun darf“. So ist das Leben. Aber überprüfe auch, ob es wirklich eine bestimmte Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt tun muss.

Du kannst deinem Kind ja die Kontrolle für einige Minuten überlassen und dann zu der notwendigen Handlung zurückkehren.

Zum Beispiel: Es ist Winter, und dein Kleines muss sich eine Jacke anziehen. Es will aber partout nicht. Wenn euch aber noch ein paar Minuten bleiben, um die Jacke zu schließen, warum muss es dann schon jetzt geschehen?

Beim Drängeln kommt es schnell zum Wutanfall, da du dem Kind keine Option lässt.

Lass es lieber für einige Minuten „entscheiden“, dass die Jacke nicht zugeknöpft werden muss. Spürt es erst einmal die Kälte, dann schließt du die Jacke.

2. Bereite dich auf frustrierende Situationen vor

Solltest du einen langen Tag mit einer Liste voller Erledigungen vor dir haben und dein Kind begleitet dich dabei, dann musst du dich vorbereiten. Nimm Spielzeug, Wasser und auch einen gesunden Snack mit.

Ein langer Tag außer Haus, Ermüdung und Erledigungen, auf die das Kind keine Lust hat, führen zu Unwohlsein, die Wutanfälle bei Kindern auslösen können.

Solltet ihr bei einer Aktivität sein, die dem Kind gefällt (zum Beispiel ein Besuch im Park oder auf dem Spielplatz), so gib ihm im Voraus Bescheid, dass es bald Zeit ist nach Hause zurückzukehren. Es gibt keinen Grund dazu, das Kind durch einen plötzlichen Aufbruch zu überraschen.

Kinder spielen im Sommer

Manchmal rufen wir die Wutanfälle regelrecht hervor, weil wir bei den Kindern unnötigen Stress durch Situationen auslösen, die ihnen nicht gefallen oder die sie nicht verstehen. 

Dann kommt es zum Wutanfall, bis wir bemerken, dass es sich eigentlich um eine voraussehbare Situation handelte.

3. Dosiere die Verwendung von „Nein“

Sagen die Eltern zu oft „nein“, dann kommt es auch zu Wutanfällen, denn die negative Antwort löst Rebellion bei den Kleinen aus. Überlege dir, wann du auch mal „ja“ sagen kannst.

Du könntest anstatt von „nein“ deinem Kind auch eine akzeptable Alternative anbieten.

Natürlich muss man manchmal auch „nein“ sagen. Sollte dein Kind einen Metallgegenstand in die Steckdose stecken wollen, dann darf es keine Diskussion geben.

Doch es handelt sich ja nicht immer um solch extreme Situationen. Überlege dir, wann du auch mal „ja“ auf seine Bitten antworten kannst.  

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4. Etabliere klare und verständliche Grenzen

Noch lange bevor ein Wutanfall ausbricht, solange noch Ruhe herrscht, muss man klare Grenzen etablieren, an die unsere Kinder sich halten oder gewöhnen müssen.

Man kann natürlich nicht alles kontrollieren, was ein Kind tut, probiert, spielt oder anzieht. Zu viel Kontrolle würgt bei Kindern nämlich das Verlangen ab, ihre Unabhängigkeit zu erleben. Doch man darf ihnen selbstverständlich auch nicht zu viel Freiheit geben.

Kinder müssen wissen, dass es Grenzen gibt, die man nicht ohne Konsequenzen überschreiten darf.

5. Sorge für sein körperliches Wohl

Selbst wenn Wutanfälle bei Kindern emotionale Explosionen sind, so können sie auch durch körperliche Probleme verursacht werden.

Ein Kind, das nicht rechtzeitig gegessen oder sein Mittagsschläfchen gehalten hat, kann einen Wutanfall bekommen. Es weiß nicht, wie es mit dem Gefühl umgehen oder dir sein Problem vermitteln soll.

Dazu sind Routinen deine Verbündeten. Achte darauf, dass pünktlich gegessen, geschlafen und gebadet wird. Diese Regelmäßigkeit gibt deinem Kind Vertrauen und die notwendige Ruhe und Zufriedenheit, die es braucht, damit es aus solchen Gründen nicht zu Wutanfällen kommt.

Mutter spricht mit ihrer Tochter

Wenn die Wutanfälle bei Kindern ausbrechen

Auch wenn du allen unseren Tipps gefolgt bist, kam es zu einem Wutanfall. Du musst jetzt vor allem die Ruhe bewahren. Solltest du dich jetzt auch noch aufregen, dann bist du deinem Kind von keiner Hilfe.

Normalerweise fühlen sich sogar die Kinder selbst von der plötzlichen Energie eines Wutanfalls überrascht. Da ist es jetzt wichtig, dass du ruhig bleibst und ihm hilfst, damit es nicht sich selbst oder andere verletzt.

Dein Kind braucht dich, um zu seiner Ruhe zurückzufinden.

Rede langsam und in einem sehr ruhigen Ton mit ihm. Erkläre ihm, was da gerade geschieht, wie du dazu stehst und lade es auch ein, sich zu beruhigen.

Vermeide es, jetzt nachzugeben, denn sonst gibst du ihm zu verstehen, dass es durch Wutanfälle alles bekommen kann, was es möchte.

Befindest du dich gerade an einem öffentlichen Ort, dann findet sich immer jemand, der dir rät, dein Kind zu ignorieren oder zu strafen. Wir wiederholen: Wutanfälle überkommen Kinder. Am besten ist es, du ignorierst lieber diese „gutgemeinten“ Ratschläge.

Es hilft deinem Kind überhaupt nicht, wenn du es während eines Wutanfalls ignorierst oder strafst. Dabei bringst du ihm nur bei, seine Gefühle zu unterdrücken und das hat immer schlimme Konsequenzen.

Dein Kind braucht dich, um wieder seinen inneren Frieden zu finden, entziehe ihm nicht deine Liebe oder eine Umarmung.

  • Eresmama.com Las etapas del desarrollo emocional del niño [Online] Available at: eresmama.com/las-etapas-del-desarrollo-emocional-del-nino/
  • Eresmama.com Establecer límites en la educación de los niños [Online] Available at: eresmama.com/establecer-limites-la-educacion-los-ninos/