Wie wird eine Verletzung des subakuten Weichgewebes behandelt?

17 Dezember, 2019
Eine Verletzung des subakuten Weichgewebes betrifft die Weichteile des Muskel-Skelett-Systems, also die Sehnen, Bänder und Muskeln. Erfahre heute mehr zu diesem Thema.

Eine Verletzung des subakuten Weichgewebes betrifft die Weichteile des Muskel-Skelett-Systems, also die Sehnen, Bänder und Muskeln. Der Muskel ist ein kontraktiles Organ, das aus Muskelfasern besteht. Diese Fasern können sich verkürzen, indem sie sich zusammenziehen, und verlängern, da sie elastisch sind.

Als Sehnen bezeichnet man die Faserzüge, die Muskeln und Knochen verbinden. Sie übertragen die Kraft der Muskeln auf die Knochen und ermöglichen so Bewegungsabläufe.

Die Bänder oder Ligamente weisen eine den Sehnen sehr ähnliche Struktur auf. Ihre Funktion ist es jedoch, Gelenkstrukturen zu verbinden und zu stabilisieren.

Verletzungen des subkutanen Weichgewebes werden in zwei grundlegende Kategorien eingeteilt: akute Verletzungen und Verletzungen durch Überanstrengung.

Akute Verletzungen des subkutanen Weichgewebes

Akute Verletzungen des subkutanen Weichgewebes

Diese Art von Verletzungen entsteht durch ein plötzliches Trauma, wie einen Sturz, einen Schlag oder eine Verdrehung. Zu dieser Kategorie gehören Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen.

Verletzung des subakuten Weichgewebes durch eine Verstauchung

Als Vertauchung oder Distorsion bezeichnet man eine starke Überdehung der Bänder oder Muskeln, die zum Teil mit kleinen Rissen einhergeht. Besonders anfällig dafür sind wir an den Knöcheln, den Knien und Handgelenken. Je nach Schweregrad treten dabei verschiedene Beschwerden auf:

  • Leichte Verstauchung (Grad 1): Eine leichte Überdehnung oder Schädigung der Ligamentfasern ohne strukturelle Schädigung.
  • Mittelschwere Verstauchung (Grad 2): Starke Überdehnung oder Teilriss eines oder mehrerer Bänder.
  • Schwere Verstauchung (Grad 3): Riss eines oder mehrerer Bänder mit Gelenkinstabilität, welche dazu führt, dass das Gelenk nicht mehr funktional ist.

Zwar kann die Intensität variieren, doch in allen drei Schweregraden kommt es zu Schmerzen, Hämatomen und Schwellungen. 

Verletzung des subakuten Weichgewebes durch eine Zerrung

Von einer Zerrung spricht man, wenn es zu einer Überlastung oder Überdehung des Weichgewebes kommt. So kann es zum Beispiel durch eine unnatürliche Bewegung, durch einfaches Strecken, oder beim Sport zu einer Teilzerrung oder zu einer starken Zerrung von Muskeln und Bändern kommen. Die häufigsten Symtpome dabei sind:

  • Muskelkrämpfe
  • Spasmen
  • Muskelschwäche
  • Schwellungen

Noch ein interessanter Beitrag: Verspannung der Muskeln: präventive Tipps

Verletzung des subakuten Weichgewebes durch eine Prellung

Eine Prellung ist eine stumpfe Verletzung, die beispielsweise durch einen Schlag, Stoß, Sturz oder Aufprall zustande kommt. Durch die Verletzung der Blutgefäße entsteht ein Hämatom, das an der veränderten Farbe der Haut zu erkennen ist. Dadurch könnte auch die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt werden.

Wie kann eine Verletzung des subakuten Weichgewebes behandelt werden?

Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. Bei einer leichten, akuten Verletzung kommt normalerweise die PECH-Regel zum Einsatz: Pausieren (P), Eis (E), Compression oder Kompression (C), Hochlagerung (H).

Ein wichtiger Teil der Behandlung besteht im Pausieren oder der Unterbrechung der ursächlichen Aktivitäten. Der betroffene Körperteil sollte ruhiggestellt und nicht belastet werden. Außerdem ist die Anwendung von Eis beziehungsweise Kühlbeuteln über einen Zeitraum von 20 Minuten mehrmals täglich grundlegend, um Schwellungen und Schmerzen zu lindern.

Darüber hinaus empfiehlt sich eine elastische Binde mit leichter Spannung sowie die Hochlagerung des betroffenen Gliedmaßes, das höher als das Herz liegen sollte.

Bei mittelschweren Verletzungen ist die Ruhestellung des betroffenen Gliedmaßes erforderlich. In schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein, um die Verletzung zu reparieren.

Bei einer Distension oder einer Verstauchung empfiehlt sich die PECH-Regel. Darüber hinaus sollten einfache Übungen ausgeführt werden, um Schmerzen zu lindern und die normale Beweglichkeit wieder herzustellen. In den meisten Fällen hilft das PECH-Protokoll bei leichten Überdehnungen sehr gut.

Verletzung des subakuten Weichgewebes durch Überbelastung

Verletzung des subakuten Weichgewebes durch Überbelastung

Diese Art von Verletzungen entstehen schrittweise im Laufe der Zeit. Wenn wir eine physische Aktivität so oft wiederholen, dass dem Körper keine Zeit bleibt, sich davon zu erholen, kann zum Beispiel eine Tendinitis oder eine Bursitis entstehen. Diese beiden Entzündungskrankheiten zählen zu den häufigsten Beeinträchtigungen das subakuten Weichgewebes.

Tendinitis oder Sehnenentzündung

Eine Tendinitis ist eine Entzündung oder Reizung der Sehne oder der Sehnenscheide. Normalerweise kommt es dazu durch eine wiederholte Anstrengung, die sich aggressiv zur betroffenen Sehne verhält. Typische Symptome sind Schwellungen und Schmerzen, die sich bei der Ausführung der ursächlichen Aktivität verschlimmern.

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Bursitis oder Schleimbeutelentzündung

Häufig kommt es auch zu einer Entzündung des Schleimbeutels in der Schulter, dem Ellenbogengelenk, der Hüfte, dem Knie oder den Knöcheln. Der Schleimbeutel enthält eine Flüssigkeit, die Synovia, und befindet sich zwischen Knochen und Weichgewebe. Er hat die Funktion, die Reibung zwischen diesen Elementen zu reduzieren. Durch mechanische Überbelastung kann eine Bursitis entstehen, wenn immer wieder dieselben Anstrengungen durchgeführt werden.

Behandlung einer Verletzung des Weichgewebes durch Überbelastung

Die Behandlung einer Tendinitis besteht aus Ruhe, entzündungshemmenden Medikamenten und spezifischen Übungen, um die Flexibilität zu verbessern.  Wenn die Entzündung nicht abklingt, kann es zur Schädigung der Sehne kommen, was einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen könnte.

Die Bursitis kann gelindert werden, indem man auf die ursächlichen Aktivitäten verzichtet. Auch die Einnahme von entzündungshemmenden Arzneimitteln ist meist notwendig. Wenn sich die Situation nicht verbessert, könnte eine Entfernung des betroffenen Schleimbeutels (Bursektomie) Abhilfe schaffen. So kann eine dauerhafte Heilung erzielt werden.

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