Milchsäure und ihre Bedeutung für den Sport

· 28 Mai, 2019
„Milchsäure“ ist ein Begriff, der oftmals im medizinischen oder im Sportbereich fällt. Welche Bedeutung ihr zukommt und wie sie sich zusammensetzt, erfährst du in diesem Artikel.

Milchsäure ist ein Begriff, der oftmals im medizinischen oder im Sportbereich fällt. Welche Bedeutung ihr zukommt und wie sie sich zusammensetzt, erfährst du in diesem Artikel.

Milchsäure oder ihre ionisierte Form, das Laktat, ist eine Verbindung, die in unterschiedlichen biochemischen Prozessen eine wichtige Rolle spielt.

Das Körpergewebe, das am meisten Milchsäure produziert, sind die Muskeln. Nach Aufnahme von Kohlenhydraten entsteht sie zur Energiegewinnung. Dieser Vorgang ist auch als Milchsäuregärung bekannt. Nachfolgend erfährst du mehr über dieses besondere Molekül.

Produktion von Milchsäure

Produktion von Milchsäure in den Muskeln

Milchsäure wird überwiegend in den Muskelzellen und in den roten Blutkörperchen produziert. Sie bildet sich, wenn der Körper bei niedrigem Sauerstoffgehalt Kohlenhydrate in Energie umwandelt. Dieser Sauerstoffgehalt nimmt während eines intensiven Trainings ab oder wenn die Sport treibende Person eine Infektion oder Krankheit hat.

Die Hauptquelle des Laktats entspringt dem Abbau des sogenannten Glykogen-Kohlenhydrats, wobei große Mengen an Energie freigesetzt werden. Es stellt eine natürliche Reserve des Organismus dar, das aus verschiedenen Zuckerketten (Glukose) besteht.

Jedoch erfordert die Umwandlung des Glykogens Sauerstoff, da der Vorgang Zeit in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass die Zellen in Situationen erhöhter körperlicher Intensität den Vorgang abkürzen und Energie mittels der Milchsäuregärung herstellen. Dies ist zwar weniger effektiv, aber umso schneller.

Während einige Zellen auf das Pyruvat zurückgreifen können, um Energie zu gewinnen, sind andere nicht dazu in der Lage. Aus diesem Grund wird in den Muskeln am meisten Laktat produziert.

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Milchsäure und Muskeln

Eigentlich ist Milchsäure ein Brenn- und kein Abfallstoff. Die Muskeln stellen sie gezielt mithilfe der Glukose her und verbrennen sie zur Energiegewinnung.

Der Grund, weshalb Athleten so viel und langanhaltende Ausdauer haben, ist darauf zurückzuführen, dass ihre Muskeln durch den intensiven Sport effektiver die Milchsäure aufnehmen können. Die Muskelzellen sind dazu fähig, Glukose in diese zu verwandeln.

Danach wird die Milchsäure für einige Zellorganellen genutzt, den sogenannten Mitochondrien, die für die Energieerzeugung in den Zellen zuständig sind.

Diese Mitochondrien besitzen ein Protein, um die Milchsäure in ihr Inneres zu transportieren. Daher bewirkt das Training, dass sich ihre Masse verdoppelt und mehr Milchsäure verbrannt wird. Als Konsequenz daraus arbeiten die Muskeln intensiver.

Milchsäure während des Sports

Durch den Sport können sich die Zellen besser anpassen, um mehr Pyruvat zu nutzen, sodass sie weniger Laktat produzieren. Außerdem kommen zusätzliche Muskelfasern zum Einsatz, wenn die körperliche Betätigung erhöht wird.

Diese Fasern werden kaum beansprucht, wenn die Person nur leichte Aktivitäten ausführt oder sich ausruht. Viele von ihnen lassen sich schnell aktivieren und haben nicht viel Kapazität, das Pyruvat in Energie umzuwandeln. Daher wird es oftmals zu Laktat umgeformt.

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Das Laktat

Wenn Laktat erzeugt wird, versucht es, die Muskeln zu verlassen und in andere umliegende Bereiche einzutreten, beispielsweise in den Blutfluss oder in die Zwischenräume der Muskelzellen, wo seine Konzentration geringer ist.

Ist der Vorgang erfolgreich, verwandelt es sich möglicherweise wieder in das Pyruvat, um für die aerobe Energiegewinnung genutzt zu werden.

Das Laktat wird ebenfalls für das Herz als Brennstoff verwendet. Es kann auch in die Leber gelangen, um wieder in Glukose sowie Glykogen umgewandelt zu werden und so den Kreislauf zu beginnen.

Schlussendlich kann es ebenfalls von einem Bereich des Körpers zu einem anderen gelangen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich bestimmte Mengen des Laktats innerhalb der Muskeln in Glykogen zurückverwandeln und nicht zwangsläufig in die Leber übergehen.

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