Was tun bei Sehnenscheidenentzündung?

· 19 April, 2019
Bei einer Sehnenscheidenentzündung muss der betroffene Bereich konsequent geschont werden, um ausheilen zu können.

Eine Sehnenscheidenentzündung kann an allen Sehnen des Körpers entstehen, auch wenn der sogenannte „Tennisarm“ die wohl bekannteste Form der Sehnenscheidenentzündung ist. Die zu treffenden Maßnahmen unterscheiden sich nicht.

Wie kommt es zu einer Sehnenscheidenentzündung?

Der medizinische Fachbegriff für Sehnenscheidenentzündung ist Tendovaginitis und sie tritt besonders oft am Handgelenk auf. Grundsätzlich kann eine Sehnenscheidenentzündung aber an jeder Sehne unseres Körpers auftreten, welche in einer sogenannten Sehnenscheide verläuft.

An Stellen, an denen die Sehnen strapaziert werden könnten, weil sie beispielsweise an Knochen oder Gelenken entlanglaufen, verlaufen sie geschützt in Sehnenscheiden, in einer Art Schmiere. Wird das Gelenk oder der Bereich der Sehnenscheide überstrapaziert, entzündet sich die gesamte Region und jede Bewegung wird schmerzhaft.

Symptome

Bei einer fortgeschrittenen Sehnenscheidenentzündung wird der betroffene Bereich warm und kann rot erscheinen. Besonders häufig betroffene Bereiche sind das Handgelenk oder der „Mausarm“ bei Büroarbeit durch langes Tippen oder Bedienen der Computermaus, der „SMS Daumen“ bei zu intensivem Gebrauch des Smartphones oder der „Tennisarm“ bei handwerklichen oder sportlichen Tätigkeiten.

Reagiert man sofort bei den ersten Anzeichen, wie Kribbeln oder ein unangenehmes, oft „reibendes“, manchmal auch „knirschendes“ Gefühl, mit Schonung, so kann einer Sehnenscheidenentzündung vorgebeugt werden oder sie heilt innerhalb von nur wenigen Tagen aus.

Ignoriert man jedoch die Symptome, so kann sie chronisch werden und schwer heilbar sein. Wir zeigen dir, was du dagegen tun kannst:

Sehnenscheidenentzündung durch Schonen lindern

Bemerkst du die ersten Symptome, solltest du den betroffenen Bereich umgehend schonen und ruhigstellen. Oft reicht es schon, das Gelenk mit einer Bandage ruhig zu stellen oder zu entlasten.

Wichtig ist, die belastende Tätigkeit sofort bei den ersten Beschwerden einzustellen, um ein Fortschreiten der Entzündung zu unterbinden. Ist die Belastung Bestandteil des Berufes, so muss sofort eine Krankschreibung erfolgen. Bitte verschleppe das nicht, denn umso schwieriger wird die Heilung!

Sehnenscheidenentzündung mit Eis lindernSehnenscheidenentzündung kühlen

Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist der betroffene Bereich oft erwärmt, geschwollen und gerötet.

Kühlung führt zu einer Linderung der Beschwerden und zur Abschwellung. Es ist wichtig, das Eis nicht direkt auf die Haut aufzubringen, also verwende spezielle Kühlkompressen mit Hülle oder wickele Eiswürfel zusätzlich in ein Handtuch oder einen Waschlappen.

Die Haut direkt mit Eis zu kühlen kann zu Schäden führen!

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Kohl gegen SehnenscheidenentzündungProbiere Kohlwickel

Dazu werden von Weißkohlblättern die dicken Mittelrippen herausgeschnitten. Lege dann die Kohlblätter in einen großen Gefrierbeutel und rolle mit einem Nudelholz oder einer Wasserflasche aus Glas kräftig über die Blätter, bis der Saft austritt.

Wickele nun die Kohlblätter um die schmerzende Sehnenscheide und fixiere sie mit einer Mullbinde. Lasse den Kohlwickel über Nacht einwirken und entferne ihn erst am nächsten Morgen.

Ingwer gegen SehnenscheidenentzündungEntzündungshemmende Ernährung

Gewisse Lebensmittel und Gewürze wirken sich entzündungshemmend – aber auch entzündungsfördernd aus.

Leidest du an einer Sehnenscheidenentzündung, so macht es Sinn, gewisse Lebensmittel zu bevorzugen und andere zu meiden, bis die Sehnenscheidenentzündung abgeklungen und verheilt ist. Folgende Ratschläge können dir helfen:

  • Bevorzuge Ananas: Die Ananas enthält das Enzym Bromelain, das Entzündungen lindert und Schwellungen zurückgehen lässt. Daher wird dieser Wirkstoff auch oft nach Zahnoperationen oder kieferchirurgischen Eingriffen empfohlen.
  • Iss Papaya: Die tropische Papaya enthält Enzyme, die dafür sorgen sollen, dass entzündliche Schwellungen zurückgehen, Stoffwechselprodukte schneller abtransportiert werden und Entzündungen eingedämmt werden.
  • Schlemme Sauerkirschen: Die Erkenntnis, dass in Sauerkirschen entzündungshemmende Stoffe stecken, ist noch relativ neu. Die rot-violetten Pflanzenfarbstoffe der Sauerkirsche sollen dafür sorgen, dass in unserem Körper bestimmte Enzyme gehemmt werden, die Entzündungen begünstigen.
  • Würze mit Kurkuma: Das in Deutschland eher unübliche Gewürz wirkt entzündungshemmend. Die entzündungshemmende Wirkung bei Kniearthritis wurde sogar durch Studien bestätigt.
  • Achte auf Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren schützen vor Entzündungen und können helfen, diese einzudämmen. Das „gesunde Omega 3“ ist in allen pflanzlichen Ölen enthalten sowie in Kaltwasserfischen wie zum Beispiel Lachs.
  • Verzichte auf Fleisch: Eine Fettsäure, die in Fleisch enthalten ist (Arachidonsäure) bildet im Körper die Grundlage für die Bildung von Entzündungsbotenstoffen.

Wissenswert:

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Beim ArztGehe zum Arzt

Da eine Sehnenscheidenentzündung sehr leicht chronisch werden kann, solltest du bereits bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen.

Dieser wird dir entzündungshemmende Medikamente verschreiben, die du auch bitte nach Vorschritt einnimmst, um die Heilung zu ermöglichen. Bitte betrachte alle unsere Ratschläge nur als Ergänzung zu der Therapie, die dir dein Arzt verschreibt.

  • Barreno Castillo, Arika Marisol, Sanipatin Cayambe, and Ingrid Oderay. Eficacia de la aplicación de kinesio taping en el tratamiento fisioterapéutico de pacientes con tendinitis rotuliana que acuden al departamento de rehabilitación del hospital militar durante el período comprendido entre noviembre 2013-abril 2014. BS thesis. Riobamba: Universidad Nacional de Chimborazo, 2014, 2014.
  • Brosseau, L., et al. “Masajes de fricción transversal profundos para el tratamiento de la tendinitis (Revisión Cochrane traducida).” La Biblioteca Cochrane Plus 4 (2008).
  • López Barrueco, Lisette. “Analgesia quirúrgica acupuntural, un reto en el tratamiento de la tendinitis de Quervain.” Revista Archivo Médico de Camagüey 16.6 (2012): 1653-1655.