Wie kann man den Blutzuckerspiegel im Notfall senken?

Wenn jemand Diabetes oder andere Probleme mit dem Blutzuckerspiegel hat, sollte er oder sie den Blutzuckerspiegel kontinuierlich überwachen. Auf diese Weise lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und man kann entsprechend handeln.
Wie kann man den Blutzuckerspiegel im Notfall senken?
Leidy Mora Molina

Geprüft und freigegeben von der Krankenschwester Leidy Mora Molina.

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 26. September 2022

Ein hoher Blutzuckerspiegel, auch Hyperglykämie genannt, entsteht, wenn der Körper den Zucker nicht effektiv aus dem Blut in die Zellen transportieren kann. In der Regel ist dies auf einen Mangel an Insulin zurückzuführen. Wie du deinen Blutzuckerspiegel im Notfall senken kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Ein hoher Blutzuckerspiegel liegt vor, wenn du 124 Milligramm Glukose pro Deziliter Blut erreichst, ohne etwas gegessen zu haben. Wenn du etwas gegessen hast, sollte der Wert nicht höher als 180 Milligramm Glukose pro Deziliter Blut sein.

Ein hoher Blutzuckerspiegel gefährdet die Gesundheit eines Menschen. Solche Episoden treten vor allem bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes auf. Der grundlegende Ansatz ist die Verabreichung von Insulin.

Ursachen für hohen Blutzucker

Im Allgemeinen tragen mehrere Faktoren zu einem erhöhten Blutzucker oder einer Hyperglykämie bei. Eine kohlenhydratarme Ernährung und eine sitzende Lebensweise sind die Hauptursachen dafür. Weitere häufige Ursachen für eine Hyperglykämie sind die folgenden:

  • Verwendung der falschen Insulindosis.
  • Vergessen der Einnahme von oralen Hypoglykämie-Medikamenten wie Metformin.
  • Eine Infektion der Atemwege, der Harnwege oder des Magen-Darm-Trakts.
  • Körperliches Trauma.
  • Schwangerschaft.
  • Drogenkonsum, wie z. B. Kokain.

So erkennst du einen Diabetes-Notfall

Blutzuckerspiegel im Notfall senken - eine Frau misst ihren Blutzuckerspiegel
Erhöhter Blutzucker verursacht Symptome wie übermäßigen Durst oder verschwommenes Sehen.

Unabhängig von der jeweiligen Ursache für einen hohen Blutzuckerspiegel sollte man die Symptome kennen, um zu wissen, wie man handeln muss. In der Regel treten die folgenden Symptome auf:

  • Übermäßiger starker Durst
  • Häufigerer Harndrang
  • Kalte Schweißausbrüche
  • Verschwommenes Sehen
  • Schwäche und Lethargie
  • Taubheitsgefühl
  • Herzklopfen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kurzatmigkeit
  • Magenschmerzen
  • Ketone im Urin – diese werden mit einem Urinteststreifen nachgewiesen.

Wenn ein hoher Blutzuckerspiegel festgestellt wird, ist schnelles Handeln sehr wichtig. Wenn sich die Situation verschlimmert, besteht die Gefahr, dass es zu einem diabetischen Koma oder einer Ketoazidose kommt. Diese tritt auf, wenn nicht genügend Insulin vorhanden ist. Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Darüber hinaus können noch andere Komplikationen wie diabetische Neuropathie, diabetische Retinopathie, Nieren- oder Herzprobleme und das hyperglykämische hyperosmolare Syndrom (HHS) auftreten.

Blutzuckerspiegel im Notfall senken: Das kannst du tun

Hohe Blutzuckerwerte müssen umgehend behandelt werden, um den Körper zu stabilisieren. Es gibt drei Notfallmaßnahmen: Insulin verabreichen, Wasser trinken und Bewegung.

Insulin verabreichen

Die Verabreichung von Insulin ist die wichtigste Maßnahme, wenn der Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Diabetes Typ 1 oder 2 zu hoch ist. Dies ist umso wichtiger, wenn der Blutzuckerspiegel mehr als 250 Milligramm pro Deziliter Blut beträgt, da der Zustand leicht in ein diabetisches Koma übergehen kann.

Als Erstes muss also der Blutzuckerspiegel gemessen werden. Wenn er sehr hoch ist, solltest du dich am besten in ein medizinisches Zentrum begeben. Wenn er hoch, aber nicht extrem hoch ist, ist es am besten, eine Insulindosis zu verabreichen, um das Problem zu beheben.

Studien zufolge liegt die empfohlene Insulindosis zwischen 0,3 und 0,5 Internationalen Einheiten (IE) pro Kilogramm Körpergewicht. Sie wird für jede Person individuell festgelegt und sollte den Bedarf im Basalbereich und nach der Nahrungsaufnahme abdecken.

Es ist wichtig zu bedenken, dass eine deutliche Verbesserung erst zwei oder drei Stunden nach der Einnahme der Korrekturdosis zu beobachten ist. Daher solltest du es vermeiden, vor diesem Zeitpunkt eine neue Dosis einzunehmen, da dies zu einem abrupten Abfall des Blutzuckerspiegels führen könnte.

Wasser trinken

Einer der Gründe für erhöhte Blutzuckerwerte ist Dehydrierung. Wenn du nicht genug Wasser trinkst, werden einige Bestandteile des Blutes, wie z. B. Glukose, stärker konzentriert.

Deshalb ist es am besten, wenn du viel Wasser trinkst, besonders wenn du dich ungewöhnlich durstig fühlst. Das führt dazu, dass mehr Urin produziert wird, wodurch überschüssige Glukose im Blut ausgeschieden und der Flüssigkeitsgehalt im Blutkreislauf aufgefüllt wird.

Blutzuckerspiegel im Notfall senken: Bewegung

Bewegung ist ein sehr wirksames Mittel, um hohe Blutzuckerwerte zu senken. Schon ein 15-minütiger Spaziergang kann einen erheblichen Einfluss auf diesen Zustand haben. Das ist besonders für diejenigen zu empfehlen, die kein Insulin nehmen.

Wenn eine Person Insulin einnimmt und ihr Blutzucker sehr hoch ist, sollte sie keinen Sport treiben, bevor eine Korrekturdosis verabreicht wurde. Andernfalls könnte dies den Ketonspiegel erhöhen und sich negativ auswirken.

Lebensstil und Empfehlungen

Blutzuckerspiegel im Notfall senken - Ernährung, Stethoskop und Maßband
Tägliche Gewohnheiten können das Risiko eines Blutzuckeranstiegs verringern.

Der beste Weg, einen Blutzuckeranstieg zu verhindern, ist eine angemessene Lebensweise. Daher solltest du idealerweise die folgenden Empfehlungen beachten:

  • Regelmäßige Bewegung. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass Bewegung dem Körper hilft, den im Blutkreislauf vorhandenen Zucker besser zu verwerten. Dies bezeichnet man als Erhöhung der Insulinempfindlichkeit des Körpers.
  • Regulierung der Kohlenhydratzufuhr. Der Körper wandelt Kohlenhydrate in Zucker um. Daher sollte eine kohlenhydratarme Ernährung beibehalten werden.
  • Erhöhung der Aufnahme von Ballaststoffen. Ballaststoffe tragen dazu bei, die Aufnahme von Zucker und die Verdauung von Kohlenhydraten zu verringern. Der Effekt ist eine stärkere Stabilisierung des Blutzuckerspiegels.
  • Hydratisiert bleiben. Das Trinken von Wasser hilft, überschüssigen Blutzucker über den Urin auszuscheiden. Außerdem beugt dies einer Dehydrierung vor.
  • Verzehr von Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index. Dazu gehören Bohnen, Linsen, Hülsenfrüchte, Getreide, Gerste, Mais, Süßkartoffeln, Fleisch, Eier, Meeresfrüchte, nicht stärkehaltiges Gemüse und die meisten Früchte.
  • Stressbewältigung. Ein hoher Spiegel an Stresshormonen lässt auch den Blutzuckerspiegel ansteigen. Entspannungsmethoden und Sport sind gute Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.
  • Ausreichend Schlaf. Eine schlechte Schlafqualität beeinflusst wichtige Stoffwechselhormone, was sich auf die Insulinempfindlichkeit auswirkt. Außerdem begünstigt zu wenig und schlechter Schlaf eine Gewichtszunahme.
  • Lebensmittel, die reich an Chrom und Magnesium sind. Das sind Mikronährstoffe, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Sie sind in dunkelgrünen Blättern, Avocados, Bohnen, Vollkornprodukten, dunkler Schokolade, Bananen und Fisch enthalten.
  • Apfelessig und Zimt. Apfelessig und Zimt haben positive Auswirkungen auf den Körper und helfen unter anderem, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Vermeide zuckerhaltige Getränke.
  • Kontinuierliche Überwachung. Es ist wichtig, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu kontrollieren, um Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen.

Dieser Artikel könnte dich ebenfalls interessieren: Mundtrockenheit durch Diabetes: Was du darüber wissen solltest

Blutzuckerspiegel im Notfall senken: Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Menschen mit Diabetes sollten immer auf ihren Blutzuckerspiegel achten. In den meisten Fällen verursacht eine Hyperglykämie keine Symptome, bis sie sehr hohe Werte erreicht. Einige Warnzeichen, die so schnell wie möglich ärztliche Hilfe erfordern, sind die folgenden:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrung und Schläfrigkeit
  • Schnelle Atmung
  • Unterleibsschmerzen

Darüber hinaus solltest du einen Facharzt/eine Fachärztin aufsuchen, wenn dein Blutzuckerspiegel den ganzen Tag über hoch bleibt, obwohl du Gegenmaßnahmen ergriffen hast. Wenn du merkwürdige Symptome hast, solltest du in Begleitung eines Familienmitglieds oder eines Freundes einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, um deinen Zustand abklären zu lassen.

Halte den Blutzuckerspiegel mit ärztlicher Unterstützung unter Kontrolle

Wenn eine Person Diabetes oder andere Probleme mit dem Blutzuckerspiegel hat, sollte sie ihre Ernährung nicht umstellen oder neue Produkte zu sich nehmen, ohne vorher den behandelnden Arzt zu konsultieren. Jeder Fall ist anders und es ist am besten, sich von einem Arzt/einer Ärztin beraten zu lassen.

Wenn dein Blutzuckerspiegel relativ häufig ansteigt, solltest du ebenfalls deinen Arzt/deine Ärztin aufsuchen. Es ist nicht ratsam, deinen Blutzucker regelmäßig zu senken, da diese Instabilität auch negative Folgen hat.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
7 Anzeichen für erhöhte Blutzuckerwerte
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
7 Anzeichen für erhöhte Blutzuckerwerte

Zucker ist die wichtigste Energiequelle für die Körperzellen, doch im Übermaß kann er das Leben nicht nur stark beeinträchtigen, sondern auch verkü...



  • Jansà, M., Colungo, C., & Vidal, M. (2008). Actualización sobre técnicas y sistemas de administración de la insulina (y II). Avances en Diabetología, 24(4), 347-354.
  • Espinosa García, M. M., Daniel Guerrero, A. B., Durán Cárdenas, C., & Hernández Gutiérrez, L. S. (2021). Deshidratación en el paciente adulto. Revista de la Facultad de Medicina (México), 64(1), 17-25.
  • Renda, S. M. (2006). Control de la glucosa en la sangre: un panorama claro de su diabetes. Insulin, 1(4), 182-184.
  • Medwave (2003 Oct);3(9):e1000 Ejercicio y sensibilidad a la insulina. doi: 10.5867/medwave.2003.09.1000
  • Zapata, María & Hoet, Ana & Simonini, Daniela. (2013). Evaluación del consumo de fibra alimentaria en pacientes con diabetes tipo 2 que concurren a un centro asistencial de la ciudad de Rosario. Revista Española de Nutrición Humana y Dietética. 17. 10.14306/renhyd.17.3.20.
  • Sánchez, M, Luna, M, Villarreal, Y, & Bermúdez, Andrés. (2014). Manejo de la hiperglucemia en el paciente hospitalizado con diabetes mellitus. Revista Venezolana de Endocrinología y Metabolismo, 12(1), 34-40.