Diabetische Augenerkrankung: Alles Wissenswerte

Diabetische Augenerkrankung ist ein Begriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die in der Regel keine Symptome zeigen, bis der Schaden erheblich ist. Sie können das Sehvermögen so stark beeinträchtigen, dass sie zur Erblindung führen.
Diabetische Augenerkrankung: Alles Wissenswerte

Letzte Aktualisierung: 11 Februar, 2021

Hoher Blutzucker kann die Organe schädigen und außerdem eine diabetische Augenerkrankung als Folge von Diabetes auslösen. Genauer gesagt geht es um eine Reihe von Augenproblemen, die Menschen mit dieser Erkrankung betreffen.

Experten diskutieren oft über die Auswirkungen von Diabetes auf das Herz. Jedoch hört man nicht viel über die Auswirkungen auf das Sehvermögen. Allerdings können diabetische Augenerkrankungen zur völligen Erblindung führen. Mit anderen Worten sind die meisten dieser Erkrankungen auf einen schlecht eingestellten Diabetes zurückzuführen.

Warum tritt eine diabetische Augenerkrankung auf?

Diabetes ist eine chronische Krankheit, für die es zwei Ursachen gibt: Entweder kann die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin herstellen, oder der Organismus ist nicht in der Lage es richtig zu nutzen.

Insulin ist dabei die Schlüsselsubstanz. Es ermöglicht dem Zucker, in die Zellen zu gelangen. Gelingt dies nicht, steigt der Blutzuckerspiegel an. Dies schädigt das Gewebe. Laut den Experten der Mayo Clinic kann das zu diabetischen Augenerkrankungen führen. Ein hoher Blutzuckerspiegel schädigt nämlich die Blutgefäße auf der Rückseite des Auges (Netzhaut).

Diabetes gilt als eine stille Krankheit. Bleibt sie unerkannt, kann sie zu schweren Komplikationen führen. Das National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (Nationales Institut für Diabetes, Verdauungs- und Nierenkrankheiten) stellte fest, dass Symptome oft erst bei einer Änderung von Medikamenten auftreten. Beziehungsweise wird die Krankheit erst nach gezielter Untersuchung erkannt.

Langfristige Schäden entstehen jedoch schon während einer Vorstufe von Diabetes. Das ist eine Phase in der die Blutzuckerwerte höher als normal sind. Jedoch sind sie nicht hoch genug, um sie als Krankheit zu erkennen.

Messen des Blutzuckerspiegels

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Die wichtigsten Arten einer diabetischen Augenerkrankung

Die diabetische Augenerkrankung umfasst eine Gruppe von Augenproblemen, die als Folge von Diabetes auftritt. Die häufigste ist  die diabetische Retinopathie. Danach kommt das diabetische Makulaödem, das Glaukom und der Katarakt. Im Folgenden erläutern wir jede von ihnen im Detail!

Diabetische Retinopathie – die wichtigste diabetische Augenerkrankung

Dies ist eine Erkrankung, die durch eine Schädigung der Blutgefäße im Auge entsteht. Das sind jene Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut zur Netzhaut transportieren. Die Netzhaut ist die lichtempfindliche Schicht, die das Innere des Auges auskleidet. Sie liegt im hinteren Teil des Auges.

Die diabetische Retinopathie ist eines der häufigsten diabetischen Augenproblemen. Sie verläuft meist in Stadien. Die American Academy of Ophthalmology erklärt, die nicht-proliferative diabetische Retinopathie zum erste Stadium.

Dabei beginnen die Blutgefäße zu schwächeln. Es kann zu Blutungen in die Netzhaut kommen. Zu diesem Zeitpunkt tritt ein diabetisches Makulaödem auf. Dies führt in der Regel zu verschwommenem Sehen. In einigen Fällen kann es zu einer Blutleere der Blutgefäße führen.

Das zweite Stadium ist das Proliferationsstadium. In diesem Stadium wachsen neue Blutgefäße (dieser Prozess wird auch Neovaskularisation oder Angiogenese genannt). Die nachwachsenden Gefäße sind schwach. Daraus folgt, dass sie leicht beschädigt werden können und bluten.

Blutungen beeinträchtigen das Sehvermögen. Außerdem kann sich Narbengewebe bilden. Dadurch wird das Innere des Auges zunehmend undurchsichtig. Folglich kann das Licht die Netzhaut nicht mehr richtig erreichen.

Diabetisches Makula-Ödem – eine häufige diabetische Augenerkrankung

Das diabetische Makulaödem ist ebenfalls eine häufig auftretende diabetische Augenerkrankung. Wie wir im vorherigen Abschnitt erklärt haben, tritt es in der Regel bei einer Retinopathie auf. Es ist eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Makula. Diese Flüssigkeit verursacht eine Entzündung.

Die Makula ist der Bereich in der Nähe des Zentrums der Netzhaut. Sie ist für das zentrale, hochauflösende Farbsehen verantwortlich. Aus diesem Grund kann das diabetische Makulaödem mit der Zeit zu einem Sehverlust oder sogar zur Erblindung führen.

Glaukom

Dies ist eine weitere sehr häufig auftretende diabetische Augenerkrankung. Sie wird durch eine Erhöhung des Drucks im Inneren des Auges verursacht. Das Abflusssystem des Auges wird beschädigt. Folglich sammelt sich Flüssigkeit im vorderen Teil des Auges an.

Die Schädigung des Sehnervs ist die Folge. Wie die Mexican Diabetes Federation erklärt, gilt das Glaukom als zweithäufigste Ursache für Erblindung. Ebenso gilt es als erste Ursache für nicht-umkehrbare Erblindung.

Das Risiko von Diabetikern, an dieser Krankheit zu erkranken ist doppelt so hoch wie bei gesunden Menschen. Die Symptome treten in der Regel schleichend auf. Dabei geht das Sehvermögen allmählich verloren.

Grauer Star

Dies ist ein Zustand, der auch bei gesunden Menschen sehr häufig vorkommt. Tatsächlich ist er mit dem Alterungsprozess verbunden. Es handelt sich um einen Abnutzungsprozess, bei dem die Linse zunehmend trüb wird.

Dadurch wird es schwierig, klar zu sehen. Experten betrachten ihn als eine weitere diabetische Augenerkrankung. Diabetes beschleunigt diesen Prozess. Mit anderen Worten: Wer an Diabetes leidet, entwickelt den Grauen Star in einem jüngeren Alter als der Rest.

Wann sollte man einen Spezialisten aufsuchen?

Diabetische Augenkrankheit ist ein Begriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die in der Regel keine Symptome zeigen. Erst wenn der Schaden erheblich ist, wirst du dir dessen bewusst. Deshalb halten Experten es für unerlässlich, dass sich Diabetiker oft einer umfassenden Augenuntersuchung unterziehen.

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) könnten fast alle diabetischen Augenprobleme verhindert werden. Dazu ist es wichtig, die Veränderung frühzeitig zu erkennen. Weiters ist es wichtig, mit einer strikten Kontrolle des Blutzuckerspiegels zu beginnen.

Mediziner empfehlen allen, bei denen Diabetes diagnostiziert wurde, sich mindestens einmal im Jahr untersuchen zu lassen. Hierzu wird beispielsweise eine Augenspiegelung gemacht. Falls du zusätzlich unter Bluthochdruck oder hohen Cholesterinwerten leidest, solltest du diese Untersuchungen sogar noch häufiger durchführen lassen.

Ein konstant hoher Blutzuckerspiegel erhöht das Risiko einer diabetischen Augenerkrankung. Deshalb ist es für Diabetiker wichtig, ihren Blutzuckerspiegel über den Tag hinweg zu kontrollieren. So kannst du deine Behandlung anpassen, um Insulinspritzen zu vermeiden.

Denke daran: Wenn bei dir Diabetes oder Prädiabetes diagnostiziert wurde, sind medizinische Konsultationen und Kontrollen unerlässlich. Warte nicht, bis du unter Symptomen oder Komplikationen leidest, um deinen Arzt aufzusuchen.

Auge von Innen

Behandlung der diabetischen Augenerkrankung

Mit Medikamenten können die frühen Stadien der diabetischen Retinopathie behandelt werden. Die am häufigsten verwendeten Medikamente sind Anti-VEGF-Mittel und Kortikosteroide. Erstere reduzieren die Wucherung der Blutgefäße um die Netzhaut. Mediziner injizieren sie in das Auge. Darüber hinaus reduzieren sie auch das Makulaödem.

Kortikosteroide kontrollieren die Schwellung des Ödems. Jedoch sprechen manche Fälle nicht auf die Medikamente an. Dann ist eine Operation erforderlich. Laut dem Hospital Clinic de Barcelona müssen Mediziner in folgenden Fällen auf eine Operation zurückgreifen:

  • Sehr dichte oder wiederkehrende Glaskörperblutung
  • Makulaödem, das nicht auf die Behandlung anspricht
  • Netzhautablösung

Diabetes ist eine stille Krankheit

Wie weiter oben bereits erwähnt, ist Diabetes eine stille Krankheit. Diabetische Augenerkrankungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, die aus einer schlechten Blutzuckereinstellung resultieren. Insbesondere bei Menschen, bei denen vor vielen Jahren Diabetes diagnostiziert wurde. Das Wichtigste an diesen Erkrankungen ist, dass die meisten von ihnen vermeidbar sind.

Aus diesem Grund ist es für diese Patienten unerlässlich, halbjährlich oder jährlich zum Arzt zu gehen. Darüber hinaus kann das Befolgen aller Ernährungs- und Lebensstil-Empfehlungen das Vorkommen verringern.

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