Verlust des Sehvermögens: Ursachen und Symptome

10 Dezember, 2020
Ein plötzlicher Verlust des Sehvermögens ist heutzutage ein großes Problem, das unter keinen Umständen ignoriert werden sollte. Hier führen wir einige der häufigsten Ursachen und Symptome auf.

Es besteht kein Zweifel, dass das Sehen einer der am meisten benutzten Sinne ist. Daher stellt der Verlust des Sehvermögens ein ernsthaftes Problem dar, das das Leben drastisch verändert. Möchtest du wissen, was die Ursachen und Symptome dieses Problems sind? Lies weiter, um dich darüber zu informieren.

Zunächst einmal muss mindestens eines der Mittel, die am Sehen beteiligt sind, beeinträchtigt sein, damit es zu einer Abnahme der Sehstärke kommt. In diesem Sinne tritt eine teilweise oder vollständige Erblindung auf, wenn ein Problem mit der Hornhaut, der Augenlinse, der Netzhaut oder dem Sehnerv vorliegt.

Ursachen für partielle Blindheit

Wenn wir von teilweiser Blindheit sprechen, meinen wir jene Menschen, deren Sehstärke sich erheblich vermindert hat, die aber immer noch in der Lage sind, bestimmte Formen, Lichter und Schatten zu unterscheiden. Es handelt sich also nicht um einen vollständigen Verlust dieses Sinnes, seine Verwendung wird aber sehr erschwert.

Je nach Ursprung kann diese Art der Erblindung chronisch oder akut sein. Nun schauen wir uns die häufigsten Ursachen für einen teilweisen Sehverlust an.

Katarakt Auge Frau Verlust des Sehvermögens
Der Graue Star ist eine relativ häufige Erkrankung, die zur Erblindung führen kann.

Hornhautverletzungen

Jede Verletzung der Gewebeoberfläche erzeugt eine Narbe, und die Hornhaut bildet da keine Ausnahme. Diese Narbe eliminiert die Transparenz der Hornhaut, was verhindert, dass Licht auf die Netzhaut gelangt. Dies wiederum führt zu einer verminderten Sehschärfe.

Verletzungen der Hornhaut können diverse Ursachen haben, von schweren Infektionen bis hin zu direkten Traumata. Jeder Reiz, der die Hornhautzellen bis zu einer beträchtlichen Tiefe schädigen kann, kann eine teilweise Erblindung verursachen.

Das betroffene Sichtfeld variiert je nach Lage und Größe der Narbe. In diesem Sinne gibt es kein bestimmtes Darstellungsmuster. Die folgenden Symptome können jedoch auftreten:

  • Verschwommene Sicht: oder ein Bereich mit schwarzer oder dunkler Sicht
  • Schmerzen: mit Juckreiz im betroffenen Auge
  • Tränende Augen
  • Rote Flecken
  • Kratzendes Gefühl: das Gefühl, etwas im Auge zu haben

Grauer Star

Eine weitere häufige Ursache für die teilweise Erblindung ist der Graue Star. Dabei handelt es sich um Trübungen in der Linse, des wichtigsten Brechungsmittels des Auges. Diese Trübung verhindert, dass das Licht die Netzhaut angemessen erreicht, was zu einem teilweisen Verlust des Sehkraft führt.

In der Mehrzahl der Fälle tritt ein Grauer Star aufgrund einer Degeneration oder Verletzung der Linse auf. Verschiedenen Studien zufolge ist der Graue Star die Ursache für 47,9 % der Erblindungen bei älteren Erwachsenen.

Zu den Hauptsymptomen, über die Menschen mit Grauem Star berichten, gehören verschwommenes, trübes oder nebliges Sehen, verblasste Farben und eine schlechte Nachtsicht. Außerdem berichten sie über sehr hell aussehende Lichter und Lichtkränze um helle Lichtquellen sowie über Doppelbilder.

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Netzhautprobleme

Die Netzhaut ist der Teil des Auges, der für die Umwandlung von Lichtsignalen zuständig ist, die von der Augenlinse ans Gehirn zur Verarbeitung geleitet werden. Daher kann jede Verletzung der Netzhaut zum Verlust des Sehvermögens führen.

In den meisten Fällen werden Probleme der Netzhaut durch defekte Kapillaren verursacht, die Flüssigkeit in das Gewebe filtern. Daher können wir unter den häufigsten Ursachen die folgenden finden:

  • Diabetische Retinopathie
  • Verstopfung von Arterien oder Venen im Auge
  • Riss in der Netzhaut
  • Partielle Ablösung der Netzhaut
  • Hypertensive Retinopathie

Es gibt jedoch auch andere Arten von Verletzungen der Netzhaut, die nicht mit dem Vorhandensein von Flüssigkeiten zusammenhängen. Ein Beispiel hierfür ist die Makula-Degeneration, bei der das Zentrum der Netzhaut beginnt, sich zu verschlechtern, wodurch ein verschwommenes Sehen oder ein blinder Fleck im Sichtfeld entsteht.

Schließlich können verschiedene Pilz-, Parasiten- oder Bakterieninfektionen die Netzhaut schwer schädigen. Dies ist der Fall bei der okulären Toxoplasmose, die sehr häufig bei Menschen mit Immunsuppression auftritt.

Probleme mit dem Sehnerv

Der Sehnerv ist für die Übermittlung aller von der Netzhaut aufgenommenen Informationen an das Gehirn verantwortlich und somit auch ein unverzichtbarer Teil für das Sehen. Probleme mit dem Sehnerv betreffen in der Regel ein oder mehrere Sichtfelder.

In den meisten Fällen werden sie durch einen Grünen Star hervorgerufen. Hierbei handelt es sich um eine häufige Erkrankung, bei der sich der Augeninnendruck erhöht, was sich auf den Nerv auswirkt. Dann ist der Nerv nicht in der Lage, die Signale richtig zu übertragen, wodurch das Sehen erschwert wird.

Es gibt jedoch noch etliche andere Erkrankungen, die zu einer teilweisen Erblindung führen können und den Sehnerv betreffen, wie zum Beispiel eine Neuritis nervi optici (Sehnerventzündung). Darüber hinaus beeinträchtigen auch indirekte Auswirkungen von zerebralvaskulären Ereignissen oder Tumoren im Zentralnervensystem das Sehvermögen.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Symptome von Sehnervenläsionen je nach ihrer Ursache variieren können. In der Regel treten jedoch ein rascher Verlust des Sehvermögens, rötliche Sättigung in einem oder mehreren Sichtfeldern, Doppelbilder und Augenschmerzen auf.

Untersuchung beim Augenarzt Verlust des Sehvermögens
Die Erkennung von Augenproblemen sollte bei einem Spezialisten erfolgen, um Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen der völligen Erblindung

Auf der anderen Seite kann ein Mensch auch an einer vollständigen Blindheit leiden. Dies tritt auf, wenn eine Person nicht in der Lage ist, weder Licht noch Schatten zu unterscheiden.

Die Situationen, die zum völligen Verlust des Sehvermögens führen können, können die gleichen sein, die eine teilweise Erblindung verursachen. Allerdings befinden sie sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem Endstadium.

Trauma oder schwere Verletzung

Wenn das Trauma sehr schwerwiegend ist und die gesamte Hornhaut betrifft, kann es zur völligen Erblindung kommen. Eine der häufigsten Ursachen für diese Art von Verletzungen sind Verätzungen.

Doch nicht nur Verletzungen der Hornhaut können die Sehschärfe beeinträchtigen. Eine Verletzung des Kopfes oder des Augapfels, ganz gleich ob durchdringend oder stumpf, kann den Sehnerv und die Netzhaut schädigen.

Vollständige Ablösung der Netzhaut

Weiter oben haben wir die partielle Ablösung der Netzhaut als Ursache für Teilblindheit erwähnt. Wenn sie jedoch nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie sich bis zur völligen Ablösung fortsetzen und somit das Sehen gänzlich verhindern.

In den meisten Fällen tritt sie durch das Vorhandensein von Flüssigkeit im hinteren Teil der Netzhaut auf. Dadurch wird das Gewebe des Augapfels abgetrennt und die Blutversorgung unterbrochen, was zu Ischämie und dem Absterben des Bereichs führt.

Obwohl dies zunächst asymptomatisch und schmerzlos verlaufen kann, können bei einigen Menschen folgende Symptome auftreten:

  • Auftreten von Flecken in den Augen
  • Plötzliche Lichter in allen Sichtfeldern
  • Verschwommene Sicht
  • Plötzlicher Verlust des peripheren Sehens und dann des zentralen Sehens

Diabetische Retinopathie im Endstadium

Die diabetische Retinopathie ist eine der Komplikationen des Diabetes mellitus. Sie betrifft die Kapillaren der Netzhaut, die Flüssigkeit in die Netzhaut filtern und die Ablagerung von Substanzen fördern. Darüber hinaus kann sie einige gesunde Blutgefäße blockieren.

In den frühen Stadien dieser Erkrankung kann eine partielle Erblindung auftreten, aber wenn man nichts unternimmt, um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, führt sie letztendlich zum völligen Verlust des Sehvermögens.

Dies liegt daran, dass im Endstadium neue Blutgefäße mit sehr dünnen Wänden entstehen, die versuchen, das Gewebe ausreichend zu versorgen. Diese neuen Kapillaren sind anfällig dafür, spontan zu reißen und eine Netzhautblutung zu erzeugen.

Endophthalmitis

Eine seltene Ursache für den Verlust des Sehvermögens ist die Endophthalmitis. Dabei handelt es sich um eine Infektion im Inneren des Auges, die immer als medizinischer Notfall betrachtet werden sollte.

Externe Mikroorganismen können nach einer Augenoperation oder Verletzung in das Auge eindringen und so diese Entzündung verursachen. Sie kann aber auch durch eine innere septische Infektion verursacht werden, die das Auge befallen hat.

Zu den Symptomen bei Personen mit Endophthalmitis gehören starke Augenschmerzen mit Rötung der Augen und dem Auftreten eines gelben, weißen oder eitrigen Ausflusses im Inneren des Augapfels. Außerdem entzünden sich die Augenlider.

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Gefäßverschluss

Alle Blutgefäße im Körper können verstopfen. Bei verschlossenen Blutgefäßen der Netzhaut oder des Sehnervs erleidet der Betroffene einen schmerzlosen Sehverlust.

Handelt es sich bei dem betroffenen Blutgefäß um die zentrale Netzhaut- oder die Sehnervenarterie, wird das Gewebe nicht angemessen durchblutet. Dies führt zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung, wodurch es absterben kann und dauerhaft geschädigt werden kann.

Wenn andererseits die Zentralvene der Netzhaut betroffen ist, findet kein ausreichender Blutabfluss statt. Dies verursacht einen Flüssigkeitsstau, das heißt eine übermäßige Ansammlung von Flüssigkeiten im Gewebe, was zur Erblindung führt.

Operation Auge
Eine Augenoperation kann eine Endophthalmitis verursachen, die zur Erblindung führt, wenn sie nicht behoben wird.

Wann sollte man beim Verlust des Sehvermögens einen Arzt aufsuchen?

Ein vollständiger oder teilweiser Verlust des Sehvermögens sollte immer als medizinischer Notfall betrachtet werden. In vielen Fällen kann er schmerzlos sein, obwohl dies nicht bedeutet, dass das Problem weniger schwerwiegend ist. Deshalb sollte man eine solche Situation nie ignorieren.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, so schnell wie möglich einen Spezialisten aufzusuchen, damit dieser die entsprechenden Tests durchführen und eine genaue Diagnose stellen kann. Viele der möglichen Ursachen lassen nur eine kurze Zeitspanne zu, bevor der Schaden irreversibel ist.

Es ist wichtig klarzustellen, dass, wenn der Verlust des Sehvermögens nicht rückgängig gemacht werden kann, Änderungen der Lebensgewohnheiten vorgenommen werden müssen. Glücklicherweise gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, wie sehbehinderte Menschen ihren täglichen Aktivitäten ohne Unannehmlichkeiten nachgehen können.

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