Was sind Triggerpunkte und wie kann man sie behandeln?

8 August, 2020
Triggerpunkte treten im Rahmen des myofaszialen Schmerzsyndroms auf und werden immer häufiger diagnostiziert. In extremen Fällen können sie das Leben sehr stark beeinträchtigen.

Muskelschmerzen sind bei Erwachsenen häufig Anlass eines Arztbesuches. Sie können unter anderem durch das  myofasziale Schmerzsyndrom (MSS) verursacht werden, das sich durch Triggerpunkte äußert. Erfahre heute mehr über dieses Krankheitsbild und über mögliche Behandlungen.

Die Muskulatur eines Erwachsenen macht 50 Prozent des Körpergewichts aus, deshalb ist es nicht wunderlich, dass es häufig zu Muskelschmerzen kommt. Triggerpunkte sind sehr kleine Muskelverkrampfungen, die durch die Überlastung der Muskelfasern entstehen. Erfahre heute mehr darüber.

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind schmerzhafte Knoten in der Muskulatur, die lokale Schmerzen auslösen können, wenn sie aktiviert werden. Diese Schmerzen können jedoch auch auf andere Bereiche ausstrahlen. Zu Schmerzen kommt es insbesondere durch Druck auf diese Punkte. 

Das myofasziale Syndrom, auch Trigger-Syndrom genannt, äußert sich durch Muskelschmerzen, die durch die Aktivierung von Triggerpunkten entstehen. Es ist also wichtig, diese Punkte zu identifizieren und die Auslöser für die schmerzhafte Reaktion herauszufinden.

Bei der Untersuchung eines Muskels kann beim myofaszialen Syndrom ein lokale Verhärtung, die meist rund ist, festgestellt werden (Taud Band). Bei der Stimulierung des Triggerpunkts, zuckt der Muskel (Twitch Sign). Es kann auch dazu kommen, dass der ganze Patient zuckt (Jump Sign). Der Schmerz kann außerdem auf andere Körperteile ausstrahlen (Referred Pain).

Es konnten mindestens 255 Triggerpunkte identifiziert werden, die auf die verschiedenen Körpermuskeln verteilt sind. Kein Körperbereich ist davon ausgeschlossen.

Der Patient kann selbst darauf hinweisen, wo sich diese druckempfindlichen Bereiche befinden, an denen auch spontane Schmerzen entstehen können. Niemand kennt seinen Körper so gut, wie der Patient selbst. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um chronische Schmerzen zu lindern.

Triggerpunkte
Triggerpunkte können sich überall befinden, wo Muskeln sind.

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Welche Symptome entstehen durch Triggerpunkte?

Wie bereits erwähnt, befinden sich die Triggerpunkte am ganzen Körper, doch es gibt bestimmte Regionen, in denen myofasziale Schmerzen häufiger auftreten. Dazu gehören folgende:

  • Halsmuskeln
  • Schultern: im Bereich des Trapezmuskels
  • Beckengürtelmuskeln
  • Kaumuskeln

Bei der Stimulierung der Triggerpunkte entstehen vorwiegend Schmerzen und Muskelverkrampfungen. Die Muskelfasern spannen sich an, was den betroffenen Muskel verkürzt.

Dies führt zu Schwäche und verminderter Muskelkraft. Patienten mit dem myofaszialen Syndrom beschweren sich häufig, Übungen im Fitnesscenter nicht zu Ende führen zu können oder keine längeren Wanderungen machen zu können.

Wenn sich ein Triggerpunkt aktiviert, kommt es zu plötzlichen SchmerzenAuch ohne Druck können sich diese Symptome äußern. Latente Punkte sind jene, die nur bei äußeren Stimuli reagieren.

Sollten die Gesichtsmuskeln betroffen sein, können sich die Symptome auf das auditive System auswirken und Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Ohrensausen auslösen. In schweren Fällen kann der Patient plötzlich bewusstlos werden oder sich ergeben.

Wie behandelt man Triggerpunkte?

Glücklicherweise können Triggerpunkte auch ohne Behandlung wieder verschwinden, wenn der Patient ausreichend Erholung hat und die zugrundeliegenden Ursachen gelöst werden. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, deshalb kann auch eine Behandlung erforderlich sein.

Es gibt verschiedene invasive und nicht invasive Techniken, um Triggerpunkte zu therapieren. Dazu gehören zum Beispiel folgende:

  • Akupressur
  • Masotherapie
  • Postisometrische Relaxation (PIR)
  • Kryotherapie (Kältebehandlung)

In schweren Fällen können drastischere Maßnahmen erforderlich sein. Eine Methode ist das “dry-needling” (trockene Nadelung), bei der die Triggerpunkte mit einer Akupunkturnadel gestochen werden. Auch eine Elektrotherapie (Stoßwellentherapie mit fokussierter Stoßwelle) oder eine Infiltration können Erleichterung bringen. Darüber hinaus kann eine Ultraschallbehandlung gute Ergebnisse erzielen.

Des Weiteren kommt die Prolotherapie (auch Proliferationstherapie) bei myofaszialen Beschwerden immer häufiger zum Einsatz. Dabei werden reizende Substanzen (Proliferantien) unter die Haut gespritzt, um die Heilungsprozesse des Bindegewebes zu stimulieren. Damit soll der Patient die verlorene Beweglichkeit zurückerlangen. 

Triggerpunkte behandeln
Es gibt verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten, um chronische Schmerzen an Triggerpunkten zu lindern. Häufig kommen Massagen oder Akupressur zum Einsatz, doch auch Infiltrationen können gute Ergebnisse bringen.

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Das myofasziale Schmerzsyndrom: Chronische Beschwerden, die überwacht werden müssen

Aufgrund der langen Liste möglicher Differentialdiagnosen ist es notwendig, eine gründliche ärztliche Untersuchung durchzuführen. Nach der Diagnose muss der Patient verschiedene Lebensgewohnheiten oder Verhaltensweisen verändern und zum Beispiel auf eine gesunde Haltung achten.

Zwar können Triggerpunkte wieder von selbst verschwinden, doch das myofasziale Schmerzsyndrom muss behandelt werden, damit es nicht chronisch wird. Es empfiehlt sich deshalb, sich von einem Facharzt untersuchen und behandeln zu lassen.

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