Ernährung bei chronischen Krankheiten

7 August, 2020
Chronische Krankheiten sind beschwerlich und oft kompliziert, doch die richtige Ernährung kann zusätzlich zu anderen Maßnahmen eine ausgezeichnete Unterstützung sein. Entdecke heute mehr über dieses Thema.

Von chronischen Krankheiten spricht man, wenn es sich um eine lang andauernde Erkrankung handelt, die meist nur schwer oder nur teilweise heilbar ist. In vielen Fällen sind die Physiopathologie, die Ursachen oder zumindest die Lösung unbekannt.

Dies bedeutet nicht, dass es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität im Rahmen des Möglichen zu erhalten. Oft finden zum Beispiel die Patienten selbst die richtige Ernährung, die eine wichtige Unterstützung darstellt, um die Beschwerden möglichst gering zu halten.

Das Ziel der Ernährung ist in diesen Fällen, Entzündungen, oxidativen Stress und Schmerzen möglichst gering zu halten. Deshalb sind Lebensmittel mit Phytonährstoffen, Vitaminen und Mineralien besonders wichtig. Darüber hinaus helfen bestimmte Nahrungsmittel auch, Entzündungsprozesse zu reduzieren.

Entzündungshemmende Lebensmittel bei chronischen Krankheiten

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang Omega-3-Fettsäuren, die über die Ernährung aufgenommen werden können. Sie wirken entzündungshemmend auf den Organismus und verbessern gleichzeitig den Lipidhaushalt, was zum Beispiel in einem in der Zeitschrift Biochemical Society Transactions veröffentlichten Artikel nachzulesen ist.

Diese sehr gesunden Fettsäuren sind zum Beispiel in Fettfisch, rohen Pflanzenölen, Samen und Avocados vorhanden. Ihr Konsum muss regelmäßig erfolgen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen und Entzündungen zu lindern. 

Lachs und Avocado bei chronischen Krankheiten
Omega-3-Fettsäuren regulieren Entzündungsprozesse im Körper.

Hier findest du weitere Informationen: Pflanzliche Lebensmittel mit Omega 3

Schmerzlindernde Phytonährstoffe bei chronischen Krankheiten

Spezifische Phytonährstoffe können bei chronischen Krankheiten sehr interessante Vorteile haben. Es handelt sich um organische Substanzen, die vor allem in Gemüse vorhanden sind. 

Sie zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Entzündungsprozesse und oxidativen Stress zu reduzieren. Dies geht zum Beispiel auch aus einer in der Zeitschrift Oxidative Medicine and Celullar Longevity veröffentlichten Studie hervorPhytochemikalien können Zellschäden reduzieren und beugen in der Folge auch der Alterung vor. 

Außerdem beeinflussen sie verschiedene Mechanismen, die Schmerzen und die Empfindlichkeit des Nervensystems regulieren. Aus diesem Grund sind sie im Umgang mit chronischen Krankheiten besonders wichtig. Du solltest deshalb pflanzliche Nährstoffe regelmäßig in deine Ernährung einbauen. 

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Vorteilhafte Nahrungsergänzungsmittel

In vielen Fällen empfiehlt sich Melatonin als Nahrungsergängzungsmittel. Diese Substanz reguliert den zirkadianen Zyklus, das heißt den Wach-Schlaf-Rhythmus. Außerdem wirkt sie antioxidativ und soll in der Vorsorge gegen metabolische und neurodegenerative Krankheiten sehr effizient sein. Melatonin lindert außerdem chronische Schmerzen, zum Beispiel bei Fibromyalgie. Allerdings müssen in diesem Fall hohe Dosierungen zur Anwendung kommen. Dies muss auf jeden Fall unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Auch Probiotika sind sehr vorteilhaft. Die Gesundheit der Mikrobiota wird mit der Entwicklung chronischer und komplexer Krankheiten assoziiert. Um das Risiko für eine Darmdysbiose zu minimieren, kannst du auf Nahrungsergänzungsmittel mit Pro- und Präbiotika zurückgreifen. Damit verbessert sich die Diversität der Darmflora und damit auch die allgemeine Gesundheit.

Darmgesundheit bei chronischen Krankheiten
Die Zusammensetzung der Mikrobiota ist grundlegend, um mit chronischen Krankheiten, insbesondere des Magen-Darm-Traktes, besser umgehen zu können.

Bessere Ernährung, um Beschwerden bei chronischen Krankheiten zu lindern

Für viele chronische Krankheiten gibt es keine Heilung. Doch sie können pharmakologisch therapiert werden und mit anderen Maßnahmen, wie einer entsprechenden Ernährung, kann man viel erreichen. Wie bereits erwähnt, sind entzündungshemmende und antioxidative Lebensmittel ganz besonders wichtig, um die Schmerzwahrnehmung und Zellschäden zu verringern.

Andererseits können auch Nahrungsergänzungsmittel vorteilhaft sein. Melatonin und Probiotika können das Risiko für ernste Beschwerden reduzieren und chronische Schmerzen lindern. 

Allerdings ist es wichtig, die richtigen Lebensmittel und Nahrungsergänzungen zu wählen. Lasse dir von deinem Arzt und von einem Ernährungsberater helfen, die ganz speziell auf deine Bedürfnisse eingehen können.

Vergiss nicht, dass die Ernährung immer vielseitig und gesund sein sollte. Außerdem ist natürlich auch regelmäßige Bewegung wesentlich in der Vorsorge und in der Behandlung chronischer Krankheiten. Ein gesunder Lebensstil kann dir helfen, deine Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

  • Wang J., Song Y., Chen Z., Leng SX., Connection between systemic inflammation and neuroinflammation underlies neuroprotective mechanism of several phytochemicals in neurodegenerative diseases. Oxid Med Cell Longev, 2018.
  • Calder PC., Omega 3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochem Soc Trans, 2017. 45 (5): 1105-1115.