Anatomie der Rückenmuskulatur

31 Oktober, 2019
Die Rückenmuskulatur ist für den menschlichen Körper von großer Wichtigkeit. Verschiedene Muskeln sind für die Haltung grundlegend, andere für die elementaren Bewegungen des Rumpfes. Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über dieses Thema! 

Die Rückenmuskulatur befindet sich entlang der Wirbelsäule im hinteren Bereich des Rumpfes und erstreckt sich vom Hals bis zum Becken. Sie wird in folgende zwei Bereiche untergliedert:

  • Oberer Rückenbereich mit Nackenmuskulatur, Schultermuskeln und dem Bereich der Brustwirbelsäule, der Organe wie Lungen und Herz umfasst.
  • Unterer Rückenbereich, im Bereich der Lendenwirbelsäule, der den Bauchbereich sowie Organe wie Leber und Darm umfasst.

Die Muskeln des Rückens üben je nach Lage und Zusammenhang mit anderen Strukturen verschiedene Funktionen aus. Sie bestimmen die Körperhaltung und regulieren die drei grundlegenden Bewegungen des Rumpfs: Flexion, Rotation und Extension. Insbesondere im Bereich Arbeitsmedizin sind Studien der Rückenmuskulatur wichtig, da es im Berufsleben zu verschiedenen Verletzungen kommen kann.

Die Rückenmuskulatur schützt außerdem die inneren Organe im Brust- und Bauchbereich und formt Teil der „Wände“, die diese von der Außenwelt isolieren. Verschiedene Muskeln des Rückens sind auch am Bewegungsmechanismus der oberen Gliedmaße beteiligt.

Wir werden nicht alle Muskeln des Rückens beschreiben, sondern uns nur auf die wichtigsten konzentrieren und diese abhängend von der Tiefe, in der sie liegen, in drei Bereiche aufteilen. Wir sprechen deshalb von einer tiefliegenden oder primären Muskelschicht, der mittleren Schicht der sekundären Rückenmuskulatur und den oberflächlichen oder sekundären Rückenmuskeln.

Tiefe Rückenmuskulatur

Als tiefe Rückenmuskulatur bezeichnet man jenes komplexe Geflecht aus Muskeln, das sich tief im Inneren des Körper entlang der Wirbelsäule direkt bei den inneren Organen befindet. Diese Muskulatur verläuft vom Hals bis zum Becken und wird auch als autochthone Rückenmuskulatur oder primäre Rückenmuskulatur bezeichnet.

Die wichtigste Aufgabe dieser Muskeln ist, die Körperhaltung zu kontrollierenZu den bedeutendsten Muskeln der primären Rückenmuskulatur gehören folgende:

  • Spinales Muskelsystem: Dieses verläuft entlang der gesamten Wirbelsäule, zwischen Dornfortsatz und Querfortsatz. Aus wissenschaftlichen Studien, die in den letzten Jahren realisiert wurden, geht hervor, dass eine schlechte Haltung im Beruf diese Muskeln beeinträchtigen. Es werden zwei Arten unterschieden:
    • Musculi interspinales: Diese kurzen, paarig angelegten Skelettmuskeln gehören zum medialen Trakt des Musculus erector spinae, das heißt zur autochthonen Rückenmuskulatur. Sie verbinden die Dornfortsätze verschiedener Wirbel und helfen bei der Streckung der Wirbelsäule und stützen die aufrechte Haltung.
    • Musculi spinales: Auch diese Muskeln gehören zum interspinalen System der autochthonen Rückenmuskulatur, haben ihren Ursprung jedoch an den Querfortsätzen und ermöglichen seitliche Bewegungen.
  • Sakrospinales Muskelsystem: Diese Muskeln verbinden das Becken mit der Wirbelsäule und reichen bis zu den Halswirbeln. Sie strecken die Wirbelsäule und spielen auch bei der seitlichen Rumpfbeugung eine bedeutende Rolle.
  • Musculus serratus: Es gibt zwei verschiedene „Sägemuskeln“, den Musculus serratus posterior superior und den Musculus serratus posterior inferior. Beide befinden sich im Brustkorb und sind für die Atemdynamik wichtig. Sie helfen beim Einatmen und erstrecken sich zwischen Wirbelsäule und Rippen.
Rückenmuskulatur

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Mittlere Schicht der sekundären Rückenmuskulatur

Wir können die Funktion dieser Muskelgruppe vereinfachend zusammenfassen: Sie reguliert die Bewegungen des Schulterblatts. Die Schultergürtelmuskulatur verbinden den Schultergürtel mit dem Rumpf und erweitert den Bewegungsumfang der oberen Extremitäten. Wir erwähnen hier nur zwei Muskeln in diesem Bereich:

  • Der Musculus levator scapulae (Schulterblattheber) erstreckt sich von den Querfortsätzen des Halswirbelkörpers bis zum Schulterblatt.
  • Der Musculus rhomboideus major ist ein rautenförmiger Muskel, der durch das Zusammenziehen das Schulterblatt zur Wirbelsäule bewegt. Er fixiert die Scapula am Rumpf und hebt sie kranial und medial. Dabei wird dieser Muskel vom Musculus rhomboideus minor unterstützt.

Oberflächliche oder sekundäre Rückenmuskeln

Zu dieser Gruppe gehören die bekanntesten Muskeln, die beim Training der Rückenmuskulatur im Vordergrund stehen. Die oberflächliche Rückenmuskulatur ist bei jenen besonders gut entwickelt, die regelmäßig im Fitnesscenter trainieren, um ihren Körper zu formen.

Doch die sekundären Rückenmuskeln haben nicht nur eine ästhetische Funktion, sie sind insbesondere für die Bewegung des Schultergelenks sehr wichtig. 

Oberflächliche oder sekundäre Rückenmuskulatur 

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Die wichtigsten oberflächlichen Rückenmuskeln sind:

  • Musculus trapezius: Es handelt sich um einen der größten Muskeln, der sich zwischen Schulter und Wirbelsäule befindet und drei Punkte verbindet. Der trapezförmige Muskel verbindet das Hinterhauptbein mit dem Halswirbel und den Dornfortsätzen der Brustwirbel. Dieser Muskel ermöglicht folgende Bewegungen:
    • Abduktion der Schulter
    • Annährung des Schulterblatts zur Wirbelsäule
    • Senken des Schulterblatts
  • Musculus latissimus dorsi (breite Rückenmuskeln): Dieser Muskel erstreckt sich entlang der Wirbelsäule und wird zum Teil vom Trapezmuskel überdeckt. Er endet am oberen Beckenrand. Der Musculus latissimus dorsi setzt an der Medialseite des Humeruskopfes an und wird in drei anatomische Teile untergliedert: Wirbelsäulenteil, Rippenanteil und Darmbeinanteil. Dieser Muskel ist dünn, fast flach und dreieckig. Er ermöglicht die Adduktion und Innenrotation des Arms und unterstützt darüber hinaus die Retroversion.
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