Was ist Nifedipin?

25 Dezember, 2019
Bei der Verabreichung von Nifedipin müssen insbesondere die Kontraindikationen berücksichtigt werden, da es ansonsten zu Komplikationen kommen könnte. Erfahre heut mehr über dieses Arzneimittel. 

Nifedipin ist ein Calciumantagonist aus der Gruppe der Dihydropyridine. Dieser Arzneistoff erweitert die glatte Muskulatur der Gefäße und wirkt blutdrucksenkend. Außerdem hat er auch eine leicht inotrop negative Wirkung.

Deshalb kommt dieses Arzneimittel in der Behandlung von Angina pectoris und Bluthochdruck zum EinsatzKapseln mit schneller Freisetzung finden auch in der Therapie des Raynaud-Syndroms Verwendung. 

Dieses Medikament kann sowohl oral als auch sublingual verabreicht werden. Bei Patienten mit Schluckproblemen, wird das Medikament unter der Zunge eingebracht. So zum Beispiel bei einer Bluthochdruckkrise.

Doch die sublinguale Verabreichung kann gefährlich sein, deshalb ist sie nicht unbedingt zu empfehlen. Der Grund dafür ist, dass die blutdrucksenkende Reaktion sehr stark und schwierig zu kontrollieren sein kann.

Außerdem ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die Verabreichung in Kombination mit Grapefruitsaft oder anderen CYP-Inhibitoren gefährlich ist. Dadurch könnte sich nämlich die Konzentration des Arzneistoffes signifikant erhöhen und Vergiftungserscheinungen auslösen.

Was ist das Raynaud-Syndrom?

Was ist Nifedipin

Das Raynaud-Syndrom oder Morbus Raynaud beeinträchtigt die Blutgefäße der Finger und der Zehen. Wenn Betroffene unter Stress stehen oder wenn sie Kälte empfinden, verengen sich ihre Blutgefäße. Das Blut kann in der Folge in den Fingern und Zehen nicht richtig zirkulieren. Deshalb erblassen diese und nehmen eine weiße oder bläuliche Farbe an.

Nach dem Anfall entspannen sich die Blutgefäße wieder und die Haut verfärbt sich rotDie Patienten erfahren dann das Gefühl von Pulsschlägen und Kribbeln. Wenn die Situation schlimmer wird, können auch Hautverletzungen entstehen oder es kann sogar Gewebe absterben.

Die genauen Ursachen für das Raynaud-Syndrom sind noch nicht ausreichend erforscht. Außerdem ist es wichtig, zwischen der primären und der sekundären Form dieser Krankheit zu unterscheiden. Am häufigsten tritt die primäre Form auf, die nicht mit einer anderen Krankheit in Verbindung steht.

Die sekundäre Form des Raynaud-Syndroms wird durch eine nicht diagnostizierte Krankheit verursacht. Zwar tritt diese Form seltener auf, doch sie weitaus ernster als die primäre Form. Zu den möglichen Auslösern eines sekundären Morbus Raynaud zählen folgende Krankheiten:

  • Bindehauterkrankungen
  • Erkrankungen der Arterien
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Rauchen
  • Verletzungen an den Händen oder Füßen

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Aktionsmechanismus: Wie wirkt Nifedipin?

Aktionsmechanismus: Wie wirkt Nifedipin?

Nifedipin ist, wie bereits erwähnt, ein Calciumantagonist. Es handelt sich also um ein Medikament, das den Einstrom von Calcium in die Zellen des Myokards und der Blutgefäße hemmt. Dies erfolgt durch die selektive Blockade spezifischer Calciumkanäle.

Dieser Arzneistoff zählt zu der Gruppe der Dihydropyridine. Er wirkt insbesondere auf die periphere Durchblutung, entspannt die glatte Gefäßmuskulatur und erweitert die Arterien auf zwei Ebenen: 

  • Periphere Gefäßerweiterung: Der Arzneistoff reduziert die Resistenz der Nachlast. Deshalb ist Nifedipin für Patienten mit Bluthochdruck und mit Morbus Raynaud sehr vorteilhaft.
  • Koronare Gefäßerweiterung: Der koronare Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Myokards verbessern sich. Deshalb kommt dieser Arzneistoff effektiv in der Behandlung von Angina pectoris zum Einsatz.

Andererseits kann dieses Medikament auch die Herzkontraktilität und die Herzleitfähigkeit leicht reduzieren.

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Nifedipin: Gegenanzeigen und Nebenwirkungen

Nifedipin: Gegenanzeigen und Nebenwirkungen 

Bei der Verabreichung dieses Arzneimittels sind verschiedene Situationen zu berücksichtigen, in denen das Medikament kontraindiziert ist, da dadurch Komplikationen entstehen könnten. So darf dieses Medikament zum Beispiel nicht bei einer Allergie auf Nifedipin zum Einsatz kommen.

Auch schwangere oder stillende Frauen dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen, da es dem Baby schaden könnte. Außerdem weisen Daten anderer Arzneimittel derselben Gruppe darauf hin, dass es nicht in Kombination mit Rifampicin verabreicht werden sollte. 

Andererseits kann Nifedipin wie auch andere handelsübliche Medikamente verschiedene Nebenwirkungen zur Folge haben, die zu berücksichtigen sind. Dazu gehören folgende:

Fazit

Nifedipin ist ein Medikament, das vorwiegend in der Behandlung von Bluthochdruck, Morbus Raynaud und Angina pectoris zum Einsatz kommt. Da es sehr stark ist, ist bei der Verabreichung besondere Vorsicht geboten.

Lasse dich bei allen Zweifeln bezüglich dieses Arzneimittels von deinem Arzt oder Apotheker beraten. Wichtig ist natürlich auch, die Empfehlungen und Anweisungen des Arztes zu respektieren und genau einzuhalten.

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