Was ist Hydrocortison?

Hydrocortison hat mineralcorticoide und glucocorticoide Wirkungen. Erstere verändern den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, was zu einer erleichterten Natrium- und Wasserstoffrückresorption und Kaliumausscheidung führt. Daher ist es bei Ödemen und Bluthochdruck wirksam. Hier erfährst du alles Wissenswerte über dieses Medikament.
Was ist Hydrocortison?
Franciele Rohor de Souza

Geprüft und freigegeben von der Apothekerin Franciele Rohor de Souza.

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 30. November 2022

Hydrocortison ist der Name für das Medikament, das das Hormon Cortisol enthält. Dieses Arzneimittel ist auf dem Markt unter dem Namen Hydrocortison oder unter verschiedenen Markennamen erhältlich.

Je nach Bedarf kann die Verabreichung auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Daher gibt es Präparate zur oralen Einnahme, Injektionen zur intravenösen Anwendung und Salben zur topischen Behandlung.

Hydrocortison ist für die Behandlung verschiedener Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, adrenogenitales Syndrom, Hyperkalzämie, Schilddrüsenentzündung, rheumatoide Arthritis, Asthma und COPD angezeigt. Aber darauf gehen wir später noch genauer ein.

Hydrocortison wurde bereits 1955 entdeckt und ist in einer von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erstellten Liste aufgeführt, die die Arzneimittel benennt, über die ein Gesundheitssystem verfügen muss.

Hauptindikationen von Hydrocortison

Hydrocortison als Salbe
Hydrocortison ist ein Kortikosteroid-Medikament, das zur Linderung von Entzündungsprozessen zum Einsatz kommt. Es ist in Form von Tabletten, Injektionen oder topischen Cremes erhältlich.

Hydrocortison wird als Kortikosteroid eingestuft und kann daher in vielen Situationen eingesetzt werden. Zunächst einmal lindert es entzündliche Prozesse. Deshalb wird es bei Bedarf als entzündungshemmendes Medikament verabreicht.

Außerdem hat es immunsuppressive Wirkungen. Aus diesem Grund kann es zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis zum Einsatz kommen (zusätzlich zu seiner entzündungshemmenden Wirkung). Ärzt/innen verschreiben dieses Medikament auch Patient/innen mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen.

Des Weiteren kann Hydrocortison zur Behandlung oder Vorbeugung von allergischen Reaktionen und zur Behandlung verschiedener Krebsarten wie Leukämie, Lymphom oder Multiplem Myelom eingesetzt werden.

Darüber hinaus dient es als Steroidersatztherapie bei Erkrankungen der Nebennieren, wie Studienergebnisse zeigen. Derartige Krankheiten entstehen, wenn die notwendige Produktion von Steroiden abnimmt.

Weitere Indikationen für Hydrocortison sind die folgenden:

  • Appetitanregung bei Krebspatienten mit schweren Appetitproblemen.
  • Die Salbe dient der Behandlung allergischer Hautreaktionen sowie der Linderung von Juckreiz, Rötungen und Entzündungen.
  • Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Krebstherapie, z. B. einer Chemotherapie.

Lies auch diesen Artikel: Nebenwirkungen einer Krebstherapie

Wirkmechanismus: Wie wirkt Hydrocortison auf den Körper?

Die von Hydrocortison ausgelösten Wirkungen sind, wie bei allen endogenen Kortikosteroiden, die von der Nebennierenrinde ausgeschieden werden, auf die von ihnen hervorgerufenen enzymatischen Veränderungen zurückzuführen, nicht auf eine spezifische Wirkung des Hormons.

Hydrocortison hat mineralcorticoide und glucocorticoide Wirkungen. Erstere verändern das Flüssigkeits- und Elektrolytgleichgewicht, was die Rückresorption von Natrium und Wasserstoff sowie die Ausscheidung von Kalium erleichtert. Daher wirkt es bei Ödemen und Bluthochdruck.

Die glucocorticoiden Wirkungen sind Teil anderer Stoffwechselwege, wie z. B:

Darüber hinaus hat Hydrocortison eine entzündungshemmende Wirkung, da es die Phospholipase A2 hemmt, ein Molekül, das zur Familie der Lipocortine gehört.

Diese Substanzen modulieren die Synthese von Entzündungsmediatoren. Wenn sie gehemmt werden, können diese Moleküle nicht mehr synthetisiert werden und das Entzündungsbild bessert sich.

Schließlich ist zu erwähnen, dass Hydrocortison auch die Freisetzung von adrenocorticotropem Hormon aus der Hypophyse hemmt. Diese Wirkung gilt es zu berücksichtigen, da hohe Dosen, die über einen langen Zeitraum verabreicht werden, zu einer Atrophie der Nebennierenrinde führen können.

Nebenwirkungen von Hydrocortison

 Hydrocortison - Arzt macht sich Notizen
Hydrocortison ist nicht ohne Kontraindikationen und Nebenwirkungen. Daher sollte die Verabreichung nur mit Vorsicht und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Hydrocortison kann wie alle Medikamente auf dem Markt eine Reihe von Nebenwirkungen auslösen. Fachleute definieren Nebenwirkungen als all jene zu erwartenden Ereignisse, die auf unerwünschte und unbeabsichtigte Weise bei der Behandlung mit einem Medikament auftreten. Die Wirkungen von Hydrocortison sind ähnlich wie bei allen anderen Medikamenten, die das Hormon Cortisol enthalten.

Dabei ist zu beachten, dass diese Reaktionen nicht bei allen Menschen auftreten oder sich nicht in der gleichen Weise manifestieren. Die Auswirkungen sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Außerdem sind sie in der Regel reversibel und verschwinden im Laufe der Zeit von selbst. Die häufigsten, d. h. diejenigen mit einer Prävalenz von mehr als 30 %, sind die folgenden:

  • Gesteigerter Appetit
  • Übelkeit
  • Magenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Flüssigkeitsretention

Lies auch diesen Artikel: Ursachen für Flüssigkeitsretention

Fazit

Hydrocortison ist die Bezeichnung für Cortisol, wenn es als Medikament verabreicht wird. Es kommt bei der Behandlung zahlreicher Pathologien zum Einsatz. Allerdings solltest du stets die Empfehlungen deines Arztes oder deiner Ärztin befolgen, da ein falscher Gebrauch zu unerwünschten gesundheitlichen Reaktionen führen kann.

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