Was ist eine Endodontie? Alles Wissenswerte!

30 Oktober, 2019
Die Endodontie wird vor allem für die Behandlung von Karies im fortgeschrittenen Stadium angewendet. Erfahre hier mehr über dieses Verfahren!

Hast du dich schon einmal gefragt, was eine Endodontie ist? Diese zahnärztliche Behandlung kommt zum Einsatz, wenn die Karies so weit fortgeschritten ist, dass sie nicht mit einer Füllung behandelt werden kann, weil sie zu nah an der Pulpa oder dem Zahnnerv liegt.

Wenn die Karies sehr tief sitzt, verursacht sie eine Nekrose des Zahns oder eine Entzündung des Nervs, was als Pulpitis bezeichnet wird. Weitere Gründe für die Anwendung der Endodontie sind beispielsweise Zahnverletzungen, Frakturen, Zahnverschleiß oder -erosion oder Krankheiten wie Bruxismus.

Die Zahnpulpa ist der Nerv des Zahns. Sie befindet sich im Zahninneren und ermöglicht die Vaskularisierung und Innervation. Wenn die Pulpa aus irgendeinem Grund beschädigt wird, entstehen gelegentliche oder anhaltende Schmerzen.

Anfangs kommt es zu Beschwerden beim Beißen und Kälte- oder Hitzeempfindlichkeit. In diesem Fall spricht man von einer reversiblen Pulpitis. Wenn der Schmerz jedoch stetig ist, länger anhält oder nachts zunimmt,  liegt meist eine irreversible Pulpitis vor.

Möglichkeiten vor der Endodontie

Bevor man eine Endodontie vornimmt, sollte man immer versuchen, den Zahn mit weniger aggressiven Methoden zu retten:

  • Pulpaschutz: Es handelt sich um eine Behandlung, die man mit einer provisorischen Füllung durchführt, die es ermöglicht, den Zahn konservativ zu retten und die noch reversiblen Pulpaschäden zu beseitigen.
  • Pulpa-Beschichtung: Bei dieser Methode wird die aufgrund der Kariesbehandlung freiliegende Pulpa unter der Füllung durch das Auftragen einer medizinischen Schicht isoliert.
  • Pulpotomie: Bei dieser Behandlung entfernt man einen Teil der oberen Pulpa und bedeckt anschließend die freigelegte Pulpa mit medizinischen Substanzen.

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Wie wird eine Endodontie durchgeführt?

Bei der Endodontie wird der Nerv entfernt
Die Endodontie ist ein Behandlungsverfahren, bei dem der gesamte Nerv vom betroffenen Zahn entfernt wird. Sie wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Bei einer Endodontie wird der Nerv des betroffenen Zahns vollständig entfernt. Unter örtlicher Betäubung beseitigt der Zahnarzt das Nervengewebe der Wurzelkanäle mit Hilfe von Zahnfeilen.

Die Zahnfeilen sind entweder manuell, wobei die Drehbewegungen von Hand ausgeführt werden, oder automatisch, an einem odontologischen Motor angeschlossen, der die Feilen bei niedrigen Drehzahlen antreibt.

Die folgenden Schritte werden ausgeführt:

  • Lokale Betäubung des zu behandelnden Zahns
  • Öffnen des Zahns bis zur Pulpa
  • Entfernung des Nervs aus den Kanälen und Desinfektion
  • Füllen der Kanäle mit Kunststoff
  • Röntgenaufnahme zur Überprüfung, ob die Behandlung korrekt durchgeführt wurde
  • Rekonstruktion des Zahns

Wendet man Endodontie bei Kindern an?

Bei Kindern versucht man immer die Pulpotomie anzuwenden, bevor man eine Endodontie durchgeführt. Ist dies nicht möglich, wird eine Pulpektomie durchgeführt, die der Endodontie entspricht, jedoch an Milchzähnen vorgenommen wird.

Auch die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung der Pulpa, gefolgt von Desinfektion, Instrumentierung und Füllung des Wurzelkanals.

Der Unterschied besteht darin, dass man bei den Milchzähnen nicht die gesamte Pulpa aus dem Kanal entfernt, sondern etwa 4 mm am Ende des Kanals zurücklässt.

Auf diese Weise vermeidet man mögliche Schäden am Keim des permanenten Zahns, der sich unter dem Milchzahn bildet.

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Nachteile dieses Verfahrens

Wie bei allen Arten der medizinischen Behandlung gibt es Nebenwirkungen oder Folgen im Zahn. Darunter findet man zum Beispiel:

  • Zerbrechlichkeit und erhöhtes Frakturrisiko.
  • Eine gewisse Veränderung des Farbtons und Transluzenz des Zahns.
  • Gelegentlich eine kleine strahlendurchlässige Narbe, die einer dauerhaften Entzündung an der Wurzelspitze ähnelt.

Was kann nach der Endodontie passieren?

Schmerzfrei nach der Endodontie
Nach einer Endodontie verschwinden normalerweise die Schmerzen. Manchmal halten die Beschwerden jedoch noch für einige Tage an.

Nach der Endodontie sollten die Schmerzen verschwinden, da man den Nerv des Zahns entfernt hat. Es kommt aber häufig vor, dass man weiterhin einige Tage Beschwerden hat, bis die Wunde heilt.

In manchen Fällen ist jedoch die Endodontie nicht die endgültige Behandlung. Denn dabei können Probleme auftreten (zum Beispiel eine Infektion), die eine Reendodontie erforderlich machen.

Bei der Reendodontie wird die Füllung der Kanäle entfernt, nochmals gereinigt, desinfiziert und danach wieder gefüllt. Auf diese Weise vermeidet man das Ziehen des Zahns.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Behandlung den Zahnerhalt bezweckt, auch wenn der Zahn stark beschädigt ist.

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