Was ist eine Bronchoskopie und wozu wird sie durchgeführt?

29 Januar, 2021
Eine Bronchoskopie dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten, ist aber ein Vorgang, der eine gewisse Vorbereitung und anschließende Erholung erfordert, zumindest für ein paar Stunden. In diesem Artikel besprechen wir, in welchen Fällen eine Lungenspiegelung erfolgt und welche Risiken damit verbunden sind.

Die Bronchoskopie ist ein diagnostischer Test, den Mediziner seit dem späten 19. Jahrhundert anwenden. Sie ermöglicht die Betrachtung der Atemwege bis hinunter zu den größten Bronchien. Darüber hinaus kann sie sogar zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt werden.

Diese Technik hat sich im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelt. Früher führten die Ärzte sie mit einem starren Stahlrohr durch. Heutzutage verwenden sie jedoch ein längliches und flexibles Gerät, das einfacher zu handhaben ist.

Die Bronchoskopie ist eine der grundlegenden Säulen in der Pneumologie und wird sehr häufig eingesetzt. Deshalb erklären wir dir in diesem Artikel alles, was du über diese Technik wissen musst und wie ihre Anwendung abläuft.

Was ist eine Bronchoskopie?

Die Bronchoskopie ist, wie in der Einleitung erwähnt, ein Verfahren zur Visualisierung der Atemwege. Sie wird durchgeführt, um bestimmte Atemwegserkrankungen zu diagnostizieren oder zu behandeln.

Die medizinischen Spezialisten verwenden hierzu ein Bronchoskop. Es handelt sich dabei um einen Schlauch von etwa 60 Zentimetern Länge, der durch die Nasenlöcher oder den Mund eingeführt wird. Dieser Schlauch besteht aus einer Art Kamera an der Spitze, mit der man auf einem Bildschirm das Innere der Atemwege sehen kann.

Zusätzlich zur Kamera können Ärzte mithilfe des Bronchoskops auch andere Elemente in den Bereich einführen. Dies können zum Beispiel Werkzeuge sein, um Gewebeproben zu entnehmen oder um einen Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen. Derzeit ist das am häufigsten verwendete Bronchoskop das flexible Bronchoskop.

Es ermöglicht es, bestimmte unzugänglichere Teile der Bronchien zu erreichen und erlaubt außerdem mehr Bewegung. Aber auch das starre Bronchoskop findet nach wie vor Verwendung. Dies ist insbesondere bei Blutungen oder wenn sich ein großer Fremdkörper in den Atemwegen befindet der Fall.

Wann wird eine Bronchoskopie angeordnet?

Arzt Lungen
Die Bronchoskopie ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren in der Pneumologie, dem Zweig der Medizin, der sich mit der Lunge beschäftigt.

Eine Bronchoskopie ist eine Technik, die Ärzte häufig zur Diagnose einer möglichen Lungenerkrankung einsetzen. Aus diesem Grund führen sie diese normalerweise bei Menschen durch, die Atemwegssymptome wie Husten, Atembeschwerden oder Anzeichen einer Infektion aufweisen.

Man setzt sie in der Regel ein, wenn andere diagnostische Tests die Ursache der zugrunde liegenden Erkrankung nicht gefunden haben. Darüber hinaus ist es wichtig zu betonen, dass sie auch ein therapeutisches Werkzeug ist. Die wichtigsten Indikationen sind daher die folgenden:

  • Entfernen von Fremdkörpern aus den Atemwegen, die diese blockieren.
  • Entnahme von Proben des Lungen- oder Bronchialgewebes: Dies ist nützlich, um die Ursache einer Infektion zu identifizieren oder eine histologische Diagnose zu stellen.
  • Diagnose von Krebs: Laut einer Studie, die in der Kubanischen Fachzeitschrift für Militärmedizin veröffentlicht wurde, ist die Hauptanwendung der Bronchoskopie, wenn ein Verdacht auf Krebs besteht.
  • Stillen einer Blutung mit Laser- oder Elektrokautertechniken.
  • Zur Erweiterung der Atemwege, die verengt sein könnten.

Wie wird eine Lungenspiegelung durchgeführt?

Die Bronchoskopie ist eine Technik, die für den Patienten unangenehm ist. Der Eingriff selbst dauert in der Regel zwischen einer halben und einer Stunde. Er erfordert jedoch eine Vorbereitung sowie ein anschließende Erholungszeit, weshalb eine Bronchoskopie in der Regel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Um Komplikationen zu vermeiden, wird die Bronchoskopie manchmal unter Vollnarkose durchgeführt. Dies ist vor allem der Fall bei der Verwendung des starren Bronchoskops, da es unangenehmer ist. In anderen Fällen verabreichen die Ärzte lediglich Beruhigungsmittel zur Beruhigung und Muskelentspannung.

Normalerweise sitzt oder liegt der Patient auf einer Liege. Um die Bronchoskopie durchführen zu können, müssen die Herzfrequenz und der Sauerstoffgehalt zu jeder Zeit kontrolliert werden. Das Bronchoskop kann durch die Nase oder den Mund eingeführt werden. Dies muss langsam erfolgen und plötzliche Bewegungen sind zu vermeiden.

In manchen Fällen wird auch ein weiterer Schlauch eingeführt, durch den eine Kochsalzlösung verabreicht wird. Dadurch wird der Schleim aus den Atemwegen entfernt und es können bessere Gewebeproben entnommen werden. Manchmal führen die Ärzte, wie bereits erwähnt, dilatierende Vorrichtungen, sogenannte Stents, ein.

Sobald das Ziel des Eingriffs erreicht ist, müssen die Ärzte das Bronchoskop entfernen. Dazu ziehen sie den Schlauch vorsichtig nach und nach heraus.

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Empfehlungen vor einer Bronchoskopie

Es stimmt zwar, dass Ärzte Lungenspiegelungen in Notfällen durchführen, aber in vielen Fällen sind sie ein geplanter Eingriff. In diesen Fällen ist es wichtig, alle Empfehlungen des Spezialisten zu berücksichtigen.

Da es sich um einen Eingriff mit Blutungsrisiko handelt, müssen die Patienten in der Regel Tage vor dem Eingriff auf gerinnungshemmende Medikamente zu verzichten. Ideal ist es, sich bequem zu kleiden und in Begleitung zum Eingriff zu erscheinen.

Auch wenn eine Vollnarkose nicht in allen Fällen erforderlich ist, können die zur Beruhigung des Patienten eingesetzten Medikamente ihn lethargisch oder benommen machen. Deshalb ist es empfehlenswert, dass jemand den Patienten nach dem Eingriff begleitet.

Während der Lungenspiegelung

Da in den meisten Fällen keine Vollnarkose erforderlich ist, ist die Person, die sich dieser Technik unterzieht, normalerweise wach und kann helfen. So kann der Arzt ihr Fragen zu eventuell auftretenden Beschwerden stellen.

Nach der Lungenspiegelung

Nach der Bronchoskopie ist es wichtig, sich eine Zeit lang auszuruhen und überwachen zu lassen. In den folgenden Stunden können Komplikationen wie Blutungen auftreten. Deshalb sollte der Patient mindestens für ein paar Stunden unter Beobachtung bleiben.

Außerdem lässt in dieser Zeit die Wirkung der Narkosemittel nach. Es ist normal, dass der Patient zu diesem Zeitpunkt beginnt, Unbehagen und ein Taubheitsgefühl zu empfinden. Des Weiteren empfehlen die Ärzte, in den Stunden nach der Bronchoskopie nichts zu essen oder zu trinken.

Die meisten Menschen leiden zu diesem Zeitpunkt unter Halsschmerzen oder Husten. Wenn jedoch Atembeschwerden auftreten, der Patient Blut abhustet oder Fieber bekommt, muss er unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Arztgespräch Bronchoskopie
Bei Verdacht auf Lungenkrebs ist eine Bronchoskopie notwendig, um die Diagnose zu bestätigen.

Risiken der Bronchoskopie

Wie jeder andere medizinische Eingriff birgt auch die Bronchoskopie gewisse Risiken. Komplikationen sind jedoch selten. Tatsächlich resultieren sie meist aus der für den Eingriff verwendeten Narkose und nicht aus der Technik als solche.

Die Bronchoskopie findet häufig bei Kindern Einsatz. Dies liegt daran, dass sie oft kleine Gegenstände verschlucken, die dann in den Atemwegen stecken bleiben.

Deshalb ist es wichtig zu betonen, dass diese Technik laut einer in einer Fachzeitschrift veröffentlichten Studie als sicher und mit großer diagnostischer Kosteneffizienz in diesem Lebensabschnitt gilt.

Mögliche Risiken dieses Eingriffs sind nach Angaben der Mayo Clinic Blutungen, Lungenkollaps und Fieber. Die Blutungen sind in der Regel selbstbegrenzend und klingen normalerweise von alleine ab. Ein Lungenkollaps tritt auf, wenn das Bronchoskop die Lunge durchsticht und sich Luft darum ansammelt.

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Die Bronchoskopie ist eine unverzichtbare Technik in der Pneumologie

Die Bronchoskopie ist ein relativ einfaches Verfahren, das große diagnostische und therapeutische Vorteile bietet. Sie verursacht in der Regel keine Komplikationen und in den meisten Fällen führen die Ärzte sie ohne Vollnarkose durch.

Sie ist eine der wichtigsten Techniken, wenn es um die Diagnose von Krebs geht. Außerdem ist sie in der Kinderheilkunde sehr nützlich, da Kinder oft kleine Gegenstände verschlucken, die in ihren Atemwegen stecken bleiben. Darüber hinaus erlauben Bronchoskopien den Ärzten immer mehr therapeutische Maßnahmen durchzuführen.

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