Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente: Was tun?

12 Juni, 2020
Trotz Verschreibungspflicht kommt es immer wieder zum Missbrauch von Medikamenten. Dies kann allerdings schwerwiegende Folgen haben. Wir laden dich heute ein, mit uns über dieses Thema nachzudenken.

Die Rezeptpflicht bezweckt, den Missbrauch von Medikamenten zu verhindern und so die Gesundheit der Patienten zu schützen. Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es immer wieder zur unkontrollierten Verwendung rezeptpflichtiger Medikamente. 

Viele Krankheiten erfordern die Behandlung mit Schmerzmitteln, um die Beschwerden ertragen zu können. In anderen Fällen verschreiben Ärzte Downer, das heißt Arzneimittel mit beruhigender, entspannender und angstlösender Wirkung, um Angst- oder Schlafstörungen zu behandeln.

Zwar erfordert diese Art von Arzneimitteln ein ärztlich verschriebenes Rezept, doch das Problem besteht darin, dass sich die Patienten nicht immer an die Anweisungen des Arztes halten. So kommt es immer wieder dazu, dass diese Medikamente falsch eingenommen werden, was weltweit ein großes Gesundheitsproblem darstellt. 

Warum kommt es zum Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente?

Warum kommt es zum Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente?
Der Missbrauch von Arzneimitteln kann gefährliche Folgen haben.

Die Gründe dafür, warum es immer wieder zum Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente kommt, auch wenn die Konsequenzen gefährlich sind und diese Arzneimittel zum Teil zur Sucht führen, sind vielfältig. Zwei häufig auftretende Auslöser sind:

  • Falsche Ansichten: Manche Patienten glauben, dass sie die Wirksamkeit des Arzneimittels verbessern können, wenn sie eine höhere Dosierung als ursprünglich verschrieben einnehmen. In manchen Fällen führt dies dazu, dass sie dem Medikament gegenüber resistent werden und immer höhere Dosen benötigen, um denselben Effekt zu erzielen.
  • Emotionale Probleme: Wenn es dem Patienten psychologisch nicht gut geht, kann er eine höhere Dosis einnehmen, um besser zu schlafen und nicht denken zu müssen. Er möchte nur das Wohlbefinden spüren, das das Medikament auslöst, und den emotionalen Schmerzen entkommen.

Wenn die emotionalen Probleme tatsächlich ernst sind, kann es vorkommen, dass die Patienten versuchen, durch eine höhere Dosierung der Arzneimittel negative Reaktionen des Organismus zu provozieren.

In den meisten Fällen kommt es zum Missbrauch rezeptpflichtiger Arzneimittel durch die falsche Einnahme, was dazu führt, dass die Patienten dann mehr benötigen, um die gewünschte Wirkung zu erreichen. Doch eine längere Therapie kann auch dazu führen, obwohl der Patient sich an die richtige Dosierung hält.

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Wie kann man den Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente verhindern?

Wie kann man den Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente verhindern?
Der Missbrauch von Medikamenten kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, die sich zum Teil sogar auf globaler Ebene auswirken.

Trotz all der Maßnahmen, die den Missbrauch verhindern sollen, sind weitere Schritte nötig, um noch bessere Vorsorge zu leisten.

Präventive Maßnahmen, die gesundheitliche Risiken durch Medikamentenmissbrauch vermeiden können, sind grundlegend. Damit müssen zum Beispiel die unfreiwillige Überdosierung, unerwünschte Nebenwirkungen durch die unkontrollierte Einnahme der Medikamente verhindert werden.

Die Dauer der Behandlung genau definieren

Der Arzt muss die genaue Dauer der Behandlung festlegen, wenn der Patient zum Beispiel mit Benzodiazepinen therapiert wird. Diese gehören zu den weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamenten, die bei Schlaflosigkeit, Angst- oder Zwangsstörungen verabreicht werden.

Die Suchtgefahr ist bei Benzodiazepinen sehr hoch. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Therapie nicht länger als 8 bis 12 Wochen durchzuführen. Danach muss der Arzt andere Lösungen finden oder ein anderes Arzneimittel verabreichen, um keine Sucht entstehen zu lassen.

Psychologische Unterstützung gegen den Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente

Es ist sehr wichtig, Patienten, die Medikamente missbrauchen, psychologische Hilfe zu bieten, damit sie positive Gewohnheiten annehmen können, um mit Arzneimitteln richtig umzugehen.

Gleichzeitig müssen emotionale Probleme therapiert werden, die den Medikamentenmissbrauch begünstigen. Der Patient benötigt entsprechende Werkzeuge, um seine Probleme lösen zu können. 

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Hilfe auf allen Ebenen

Unterstützung ist grundlegend, damit sich der betroffene Patient von dem Missbrauch befreien kann und lernt, richtig mit Medikamenten umzugehen. Denn der übermäßige Konsum von Arzneimitteln kann ernste Folgen für sein Leben haben.

Wenn der betroffene Patient religiös ist, kann er in seiner Gemeinschaft Hilfe erhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es viele Selbsthilfegruppen, die sehr wichtige Aufgaben erfüllen und vielen Betroffenen helfen. Natürlich sollten auch Freunde und die Familie unterstützend zur Seite stehen, denn sie bilden die wichtigsten Säulen.

Wir hoffen, mit diesem Artikel diesem so wichtigen Thema etwas Aufmerksamkeit zu verschaffen. Halte dich immer an die Anweisungen deines Arztes und verzichte auf Selbstmedikation. Der Missbrauch rezeptpflichtiger Arzneimittel kann die Gesundheit und das Leben der Betroffenen zerstören.

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