Behandlung von Lungenentzündung: alles, was du darüber wissen solltest

Die Behandlung von Lungenentzündung, auch Pneumonie genannt, erfolgt hauptsächlich durch eine Kombination verschiedener Antibiotika. Je nach Art der Pneumonie kommen hierbei unterschiedliche Medikamente zum Einsatz.

Zunächst einmal hängt die Behandlung von Lungenentzündung (medizinisch: Pneumonie) von der Art der Entzündung ab. Um die genaue Art der Pneumonie bestimmen zu können, muss dein Arzt eine Reihe wichtiger Faktoren in Betracht ziehen und untersuchen.

Dadurch kann er dann die geeignete Behandlung festlegen. Zu diesen wichtigen Faktoren, die die Behandlung von Lungenentzündung beeinflussen, gehören auch die jeweiligen Symptome und das Alter des Patienten.
  • Ambulant erworbene Pneumonie. Das ist eine im täglichen Leben und im täglichen Umfeld erworbene Lungenentzündung.
  • Nosokomiale Pneumonie. Diese Lungenentzündung hat sich der Patient während einer stationären Behandlung im Krankenhaus zugezogen. Meistens sind diese Fälle der Lungenentzündung schwerwiegender, da die Pneumonie nicht der einzige Grund für die Behandlung des Patienten ist. Da der Patient aufgrund eines anderen Leidens bereits im Krankenhaus ist, stellt die Lungenentzündung ein zusätzliches gesundheitliches Problem dar. In der Regel sind dies bakterielle Infektionen, die häufig in Krankenhäusern auftreten. Diese sind dann oft sehr resistent und hartnäckig bei bereits erkrankten Patienten oder auch bei denen, die in der Genesungsphase sind. Aus diesem Grund sind nosokomiale Lungenentzündungen schwieriger zu behandeln.

Alle Arten von Lungenentzündungen können zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Diese kann entstehen, wenn sich die Entzündung im Blutkreislauf ausbreitet. Wenn eine Sepsis aufgetreten ist, dann kann das besonders bei älteren Patienten oder auch bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem tödlich enden.

Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, dass die Behandlung von Lungenentzündung sehr gut auf den Einzelfall abgestimmt ist.

Obwohl es verschiedene Behandlungsformen für unterschiedliche Patientengruppen gibt, sollten wir dennoch keine voreiligen Schlüsse ziehen und überhastete Entscheidungen treffen.

Es ist immer notwendig, dass ein Arzt die Behandlungsmethode festlegt, die im jeweiligen Einzelfall am besten geeignet ist.

Wodurch entsteht eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung kann durch eine bakterielle, virale oder durch eine Infektion mit Pilzen entstehen. Je nach Fall und Ätiologie (Krankheitsursache) wird dein Arzt dann eine geeignete Behandlungsmethode wählen.

Damit wir die Behandlungen besser verstehen, wollen wir zunächst die 3 Ursachen dieser Erkrankung erklären:

Lies hierzu auch: Lungenentzündung: Symptome und unterstützende Naturheilmittel

Virale Pneumonie

Viren - Behandlung von Lungenentzündung

Die bekannteste und offensichtlichste virale Lungenentzündung wird verursacht durch Grippeviren oder durch Windpocken.

Bakterielle Pneumonie

Sie wird in der Regel durch folgende Bakterien verursacht:

  • Pneumokokken
  • Staphylokokken
  • Gramnegative Bazillen (-)
    • Haemophilus influenzae
    • Klebsiella pneumoniae
    • Escherichia coli (Kolibakterien)
    • Pseudomonas aeruginosa 

Unter den bakteriellen Lungenentzündungen gibt es auch atypische Fälle von Pneumonie. Sie entwickeln sich langsamer als normale Krankheitsverläufe. Daher sind sie auch wesentlich schwerer zu erkennen und werden nicht so schnell diagnostiziert. Außerdem sind die verursachenden Bakterien in der Regel weniger verbreitet und somit schwerer identifizierbar.

Folgende Bakterien verursachen atypische Pneumonien: Legionella pneumophila, Mycoplasma pneumoniae, Clamydia pneumoniae.

Pilzpneumonie

Diese Art der Lungenentzündung wird durch Pilz-Organismen ausgelöst wie beispielsweise Candida oder Pneumocystis jiroveci. Sie tritt besonders häufig bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem auf. Zur Risikogruppe zählen beispielsweise Patienten mit HIV (Human Immunodeficiency Virus) oder AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome).

Behandlung von Lungenentzündung

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Behandlung von Lungenentzündung aus einer Kombination verschiedener Antibiotika besteht, welche dem Patienten verabreicht werden.

Je nach Ursache der Pneumonie, den speziellen Symptomen und in Abhängigkeit vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten wird der behandelnde Arzt ein einzelnes Antibiotikum auswählen oder eine Kombination mehrerer Antibiotika für sinnvoll erachten.

Darüber hinaus gibt es je nach Ursache und Art der Pneumonie spezielle Behandlungsarten:

Pneumokokken-Pneumonie

Die häufigste Form der Pneumokokken-Pneumonie wird ausgelöst durch Streptococcus pneumoniaeZur Behandlung dieser Art der Lungenentzündung wird normalerweise Amoxicillin verschrieben. Allerdings bestehen bereits große Resistenzen gegen dieses Antibiotikum.

Wenn Resistenzen bestehen, dann können weitere Antibiotika zum Einsatz kommen:

  • Cephalosporine
  • Clindamycin
  • Cefuroxim
  • Erythromycin (bei schweren Infektionen)

Außerdem gibt es eine Impfung gegen Streptokokken-Pneumonie. Sie wird besonders bei Kindern und bei Menschen über 50 eingesetzt. Allerdings schützt auch diese Impfung nicht gegen Lungenentzündungen, welche durch andere Erreger verursacht werden.

Staphylokokken-Pneumonie

Der häufigste Auslöser der Staphylokokken-Pneumonie ist der Staphylococcus aureusDie Behandlung dieser Lungenentzündung erfolgt normalerweise mit Penicillinase.

Hier gibt es verschiedene verfügbare Medikamente:

  • Flucloxacillin. Dieses Medikament wirkt gegen die beta-Lactamase (Penicillinase) des Mikroorganismus.
  • Cephalosporine einschließlich Cefalotin und Cefamandol.
  • Clindamycin. Wirksam gegen 90% der Bakterienstämme.

Gramnegative Bazillen-Pneumonie

Bazillen - Behandlung von Lungenentzündung

In der gramnegativen Gruppe sind die Hauptauslöser der Lungenentzündung folgende:

  1. Haemophilus influenzae
  2. Klebsiella pneumoniae
  3. Escherichia coli
  4. Pseudomonas aeruginosa

Hierbei gibt es jeweils folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Haemophilus influenzae. Es gibt einen Impfstoff gegen Haemophilus influenzae Typ b. Als vorbeugende Maßnahme wird die Impfung für alle Kinder empfohlen. Das Medikament der Wahl ist Cotrimoxazol, eine festgelegte Kombination der antibiotisch wirksamen Stoffe Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Weitere Antibiotika sind: Cephalosporine für gramnegative, Amoxicillin, Fluoroquinolone and Azithromycin.
  2. Klebsiella pneumoniae. Dieses Bakterium ist gegen Ampicillin und einige andere beta-Lactamase resistent. Allerdings wirken Aminoglycoside und Cephalosporin-Antibiotika sehr gut.
  3. Escherichia coli. Wenn diese Art der Lungenentzündung vorliegt, dann ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich, um die Atmung zu unterstützen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Patient ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. In diesen Fällen verordnen Ärzte in der Regel Fluoroquinolone und Cephalosporine wie beispielsweise Cefixim, Cefpodoxim, Ceftibuten und Cefdinir.
  4. Pseudomonas aeruginosa. Um diese Fälle wirksam behandeln zu können, muss zunächst eine Biopsie durchgeführt werden. Die Behandlung wird der behandelnde Arzt dann aufgrund der Ergebnisse im Einzelfall festlegen. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass dieses Bakterium gegen eine Reihe von Antibiotika resistent ist.

Behandlung von atypischen Lungenentzündungen

Legionella pneumophila Pneumonie

  • Das Medikament, das am wirkungsvollsten die Legionellen-Pneumonie bekämpft, ist Erythromycin.
  • In besonders schweren Fällen kann es durch Rifampin ergänzt werden.
  • Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Ciprofloxacino, Azithromycin oder andere im Einzelfall geeignete Medikamente, welche der behandelnde Arzt auswählt.

Mycoplasma pneumoniae Pneumonie

Die meisten Patienten, die an dieser Art der Lungenentzündung erkranken, genesen von alleine, ohne dass eine spezielle Behandlung notwendig ist. Sollte dennoch eine medikamentöse Behandlung erforderlich werden, dann wird normalerweise Erythromycin eingesetzt.

Außerdem können noch verschrieben werden:

  • Tetracyclin
  • Clarithromycin
  • Azithromycin

Clamydia pneumoniae Pneumonie

Diese Bakterien verursachen in der Regel ernsthafte Lungenentzündungen, welche einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Die Behandlung umfasst üblicherweise die Gabe von Doxycyclin. Wenn der Patient an einer chronischen Erkrankung leidet, besonders nach Herzinfarkten und anderen Problemen, dann wird Doxycyclin allerdings nicht eingesetzt.

Andere häufig verordnete Medikamente sind Erythromycin und Tetracyclin. Die Behandlung dauert üblicherweise 10 bis 21 Tage.

Behandlung von viraler Pneumonie

Fieber - Behandlung von Lungenentzündung

Wenn die Pneumonie durch Viren hervorgerufen wurde, dann kommen antivirale Wirkstoffe wie Acyclovir zum Einsatz. Durch diese können die Lungenentzündungen behandelt werden, die durch Herpes simplex, Herpes zoster (Gürtelrose) oder Windpocken ausgelöst wurden.

Lungenentzündungen, die durch Cytomegalovirus (CMV) verursacht wurden, können mit Ganciclovir behandelt werden. Allerdings ist Ganciclovir bei AIDS Patienten nicht wirksam.

Manche Patienten erleiden nach einer viralen Infektion auch noch eine bakterielle Infektion, welche dann eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich macht. Wenn ein Patient eine Virusinfektion hat, dann ist es sehr empfehlenswert, dass gleich auch fiebersenkende, schmerzlindernde und  hustenstillende Medikamente verordnet werden.

Lies mehr zu: Herpes zoster (Gürtelrose)

Behandlung von Lungenentzündung durch Pilzinfektionen

In diesen Fällen verschreiben Ärzte antimykotische Medikamente:

  • Amphotericin B
  • Fluconazol
  • Itraconazol
  • Flucytosin

Allerdings können diese Medikamente zahlreiche Nebenwirkungen verursachen. Du solltest unbedingt deinem Arzt mitteilen, wenn du eines oder mehrere dieser Symptome an dir bemerkst:

  • Erhöhte Sonnenempfindlichkeit (besonders der Augen)
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
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