Was du über Krätze wissen solltest

Diese Krankheit wird durch eine Milbe verursacht, die nicht gefährlich ist, aber unangenehm sein kann. Erfahre mehr darüber.
Was du über Krätze wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Es gibt verschiedene Behandlungen für Krätze, eine parasitäre Hautkrankheit, die durch die Sarcoptes scabiei var. hominins Milbe verursacht wird. Dieser Parasit begleitet die Menschen schon lange. Die ersten Berichte über seine Existenz stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Krankheit tritt weltweit auf, mit periodisch auftretenden Ausbrüchen alle 15 Jahre.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 200 Millionen Menschen von Krätze betroffen. Darüber hinaus leiden Schätzungen zufolge 10 % der Bevölkerung in entwicklungsschwachen Gebieten an diesen Parasiten.

Symptome

Das Hauptanzeichen der Krankheit ist heftiger Juckreiz. Dieser macht sich vor allem nachts bemerkbar. Dieses unangenehme Symptom entsteht dadurch, dass die weibliche Milbe Tunnel in die äußere Hautschicht des Patienten bohrt und dadurch eine allergische Reaktion des Immunsystems auslöst.

Die U.S. National Library of Medicine zeigt die verschiedenen klinischen Anzeichen von Krätze beim Menschen auf. Dazu gehören folgende:

  • Starker Juckreiz, am häufigsten nachts sowie bei heißem Wetter. Die weibliche Milbe ist unter der Haut aktiv und das führt zu großem Unbehagen.
  • Hautausschlag, der in den Hautfalten sowie zwischen den Fingern und Zehen stärker ausgeprägt ist. Am häufigsten tritt er in den Achselhöhlen, unter den Brüsten, in den Gelenken sowie um den Genitalbereich herum auf.
  • Rötliche Geschwüre auf der Haut, die durch Kratzen entstehen.
  • Dünne, gefurchte Linien auf der Haut durch die vom Parasiten gegrabenen Tunnel.

Beachte, dass sich der Ausschlag bei Säuglingen und Kleinkindern in der Regel über den gesamten Körper ausbreitet. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind jedoch der Kopf, das Gesicht und der Hals.

Der Krätzeparasit, Sarcoptes acaro

Die Milbe kann in die menschliche Haut eindringen und sich dort ansiedeln; es handelt sich um einen anderen Parasiten als bei Hunden und Katzen.

Lesenswert: Was sind Ektoparasiten? Alles Wissenswerte über Milben und Flöhe

Wann musst du zum Arzt?

Die Mayo Clinic rät dringend dazu, einen Arzt aufzusuchen, wenn du irgendwelche Symptome von Krätze bemerkst. Es handelt sich zwar nicht um eine schwere Krankheit, doch sie sollte trotzdem behandelt werden.

Menschen verwechseln oft Dermatitis, lokale allergische Reaktionen und Kontaktirritationen mit Krätze. Aus diesem Grund musst du einen Facharzt aufsuchen, der deinen individuellen Fall beurteilen kann.

Was verursacht Krätze beim Menschen?

Wie bereits erwähnt, wird Krätze beim Menschen durch die Milbe Sarcoptes scabiei var. hominis verursacht. Die Weibchen dieser Art messen 300 bis 450 Mikrometer und sind Parasiten. Das bedeutet, dass sie ohne einen Wirt nicht länger als vier Tage überleben können.

Das Weibchen und das Männchen der Art paaren sich auf der Haut des Wirts. Danach beginnt das Weibchen, Tunnel in die Hornschicht der Haut zu graben, um ihre Eier abzulegen. Wie Studien zeigen, hat der Parasit eine Vorliebe für bestimmte Bereiche der Haut: die Unterseite der Handgelenke, den ulnaren Rand der Hand und die Bereiche zwischen den Fingern.

Beachte, dass ein Hund oder eine Katze mit Krätze Menschen nicht infizieren kann. Jede Art des Parasiten ist typisch für ihren Wirt. So kann eine Katzenmilbe, die mit der menschlichen Haut in Berührung kommt, zwar anfangen, sich in diese einzugraben, aber sie wird sterben. Aus diesem Grund sind diese Fälle selbstlimitierend und mild.

Risikogruppen und Komplikationen

Es gibt eine schwerere Form dieser Krankheit, die als verkrustete sarkoptische Räude bekannt ist. Dabei kommt es zu einem massiven Befall mit dem Parasiten (wobei der Wirt in den meisten Fällen nicht mehr als 10 bis 15 Exemplare beherbergt). Die betroffenen Risikogruppen sind:

  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen, wie z. B. HIV und chronische Leukämiepatienten.
  • Patienten mit bestimmten Begleiterkrankungen.
  • Ältere Menschen, insbesondere solche in Pflegeheimen

In diesen Fällen ist es auch möglich, dass die Patienten bakterielle Folge-Entzündungen erleiden, da die Milbe die oberflächliche Schutzschicht der Haut zerstört und so Wunden verursacht. Dies erleichtert Krankheitserregern den Eintritt, die sonst nicht eindringen könnten.

Diagnose und Behandlung von Krätze beim Menschen

Laut der Website von Planned Parenthood können Ärzte die meisten Fälle von Krätze beim Menschen erkennen, indem sie die Hautsymptome des Patienten untersuchen. In einigen Fällen können sie eine Hautprobe (durch Abschaben von Hautpartikeln) von den betroffenen Stellen entnehmen, um die Diagnose zu bestätigen. Das liegt daran, dass Proben der Milbeneier und des Kots unter dem Mikroskop sichtbar sind.

Die Behandlung basiert in der Regel auf Salben, die man ein- bis zweimal täglich auf den ganzen Körper auftragen kann. Da diese Krankheit leicht ansteckend ist, sollten sich auch alle Mitbewohner einer vorbeugenden Behandlung unterziehen.

Die in den meisten Fällen verschriebenen Medikamente sind:

  • Permethrin-Creme, ein Skabizid, das bei Erwachsenen und Kindern über 2 Monate verwendet wird. Es ist topisch und birgt nur ein geringes Risiko.
  • Lindan-Lotion ist nur für diejenigen geeignet, die von anderen zugelassenen Behandlungen nicht profitiert haben.
  • Crotamiton ist ein weiteres Schorfbekämpfungsmittel, das in topischer oder Pillenform erhältlich ist. Laut der Cigna-Website hat dieses Medikament eine beträchtliche Versagensquote, sodass Permethrin die beste Wahl bleibt.
  • Ivermectin schließlich ist für Risikogruppen und Menschen mit verkrusteter Krätze.

Tipps, Vorbeugung und Behandlung von Krätze

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Verbreitung von Krätze beim Menschen zu verhindern. Hier sind einige nützliche Tipps zu diesem Thema:

  • Sobald die angesteckte Person identifiziert ist, sollten auch alle direkten Mitbewohner und Familienmitglieder die vorgeschriebene topische Creme auftragen.
  • Alle Materialien, die mit der erkrankten Person in Berührung kommen, müssen gewaschen werden. Die Desinfektion sollte bei 60° C erfolgen. Das ist die Temperatur, bei der die Eier sterben.
  • Nach Abschluss der Behandlung sollte eine gründliche Desinfektion durchgeführt werden.
  • Es ist am besten, Sex bis nach Abschluss der Behandlung zu vermeiden.
Bei Krätze Wäsche mit 60°C waschen
Das Waschen der Bettwäsche bei mehr als 60° C und die anschließende Sonnenbestrahlung hilft, die Milben zu beseitigen.

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Es gibt Behandlungen für Krätze beim Menschen

Schließlich ist Krätze beim Menschen ein Problem, das mit dem sozioökonomischen Zustand einer Region zusammenhängt. Daher ist sie in ressourcenarmen tropischen Ländern viel häufiger anzutreffen, wo bis zu 10 % der Kinder Symptome zeigen. Je schlechter die Gesundheitsinfrastruktur, desto größer die Wahrscheinlichkeit des Auftretens.

Glücklicherweise ist die Behandlung meist einfach und effektiv. Die gründliche Desinfektion der Umgebung und die medikamentöse Behandlung des gesamten sozialen Umfelds des Betroffenen ist jedoch nicht immer einfach. Allerdings kann der Parasit ohne diese Maßnahmen wieder auftauchen.

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