Warum die Stimme der Mutter für Babys so wichtig ist

· 18 Dezember, 2016
Die Mutter ist eine wichtige Bezugsperson eines Babys. Nicht nur, um es zu versorgen, auch ihre Stimme ist wichtig!

Wenn ein Baby zur Welt kommt, beginnt die Mutter automatisch, mit ihm zu reden.

Dies geschieht wie vorprogrammiert und ist wichtig für Mutter und Baby und hat Auswirkungen auf die Zukunft und die gegenseitige Beziehung von beiden.

Die Stimme der Mutter ist besonders!

Die Stimme der Mutter ist das erste, was ein Baby hört, da es mit diesem Geräusch schon im Bauch der Mutter vor der Geburt tagtäglich konfrontiert wird.

Untersuchungen zeigen, dass auch nach der Geburt daher die Reaktion des Babys auf diese Stimme anders ist als auf andere alltägliche Stimmen wie zum Beispiel die des Vaters.

Bereits im Alter von nur 24 Stunden zeigt das Gehirn eines Babys deutlich unterschiedliche Reaktionen auf die Stimme der Mutter oder anderer (weiblicher oder männlicher) Personen.

Alleine die Stimme und nicht die gewählten Worte sind in der Lage, ein Kind zu beruhigen, was Forscher bei Messungen gewisser Gehirnströme feststellen konnten.

Bleibt das Verhältnis zur Mutter auch im Erwachsenenalter gut, sind positive und besonders beruhigende Effekte der mütterlichen Stimme auf das (dann erwachsene) Kind immer noch messbar.

Im Kindesalter ist dieser Effekt besonders groß.

kind-sohn-mutterBabys können Stimmlagen deuten

Ein Baby kann, so denkt man, im Alter von drei Monaten noch nicht viel.

Es versteht weder sein eigenes Handeln noch das seiner Bezugspersonen.

Doch was wir unterschätzen ist, dass das Gehirn eines Babys schon in diesem Alter weitaus mehr kann, als wir ihm zutrauen!

Nicht nur, dass Babys in der Lage sind, menschliche Stimmen deutlich von anderen Geräuschen zu unterscheiden, sie können auch die Stimmung wahrnehmen, die in dieser menschlichen Stimme mitschwingt!

Im Alter von etwa sieben Monaten sind Babys perfekt darin, die Stimmung des Sprechers zu erfassen.

Nimmt das Baby menschliche Töne wahr, die Traurigkeit oder Kummer signalisieren, wie etwa weinen oder ein trauriger, niedergeschlagener Tonfall, so reagiert ihr Gehirn besonders heftig darauf.

Im Vergleich wurden bei freundlichen oder freudigen Stimmlagen oder Lautäußerungen wie Gelächter weniger intensive Reaktionen im Gehirn gemessen.

Babys sind außerdem schon in der Lage, die gehörten Stimmen zuzuordnen.

Sie unterscheiden ganz klar zwischen Stimmen von Erwachsenen, Kindern, Männern oder Frauen – auch wenn sie natürlich noch lange nicht wissen, wer diese Personen sind oder in welcher Beziehung sie zu ihnen stehen.

gehirn-gedaechnis-mutterMutters Stimme wichtig für Sprachentwicklung

Bei Forschungen mit Babys wurde auch festgestellt, wie wichtig die Stimme der Mutter für das Erlernen der Sprache ist.

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Stimme der Mutter im Gehirn das Sprachzentrum aktiviert, das dafür zuständig ist, dass das Kind das Sprechen lernt.

Bei Stimmen anderer Frauen, die nicht Mutter des Babys sind, zeigt nur die Region im Gehirn Aktivität, die für die Stimmerkennung zuständig ist.

Noch sind die Forschungen nicht abgeschlossen, aber einiges deutet darauf hin, dass Kinder wesentlich schneller sprechen lernen, wenn sie viel Kontakt zur Mutter haben und diese sie zum Sprechen anleitet.

Daher als Rat für Mütter: Sprecht häufig und ausgiebig mit euren Babys und Kleinkindern!

Im Schlaf lernen

Untersuchungen an Neugeborenen kamen zu dem Ergebnis, dass Babys im Schlaf wesentlich mehr wahrnehmen, als wir glauben.

So war bei der Messung der Gehirnströme ganz deutlich zu erkennen, dass ein schlafendes Neugeborenes schon an einem einzigen Laut oder Vokal erkennt, ob die Mutter oder eine andere Frau ihn äußert.

Daraus könnte man schließen, dass Babys auch im Schlaf dadurch lernen, dass sie Geräusche aus ihrer Umwelt wahrnehmen und im Schlaf verarbeiten.

Du solltest als Mutter also nicht davon ausgehen, dass dein Baby, wenn es schläft, in „seiner eigenen Welt ist“! Es ist mit seinem Gehör und Gehirn immer noch aktiv und nimmt seine Umgebung wahr!

mutter-sohn-schuleBeschallung von Frühgeborenen

Kommt ein Baby zu früh zur Welt und muss einige Zeit im Brutkasten bleiben, so kommt es oft zu Komplikationen mit Herz und Lunge.

Da bereits bei Ungeborenen das Gehör weit entwickelt ist, hat man sich dies zunutze gemacht und bei Experimenten festgestellt, dass die Beschallung des Babys im Brutkasten mit der Stimme der Mutter die weitere Entwicklung des Babys fördert.

Es konnte festgestellt werden, dass bei „beschallten“ Babys weniger Komplikationen auftraten als bei solchen, die im Brutkasten nicht mit der Stimme der Mutter beschallt wurden.

Der Effekt steigerte sich, wenn die Neugeborenen nicht nur die Stimme, sondern auch den Herzschlag der Mutter zu hören bekamen. Dies zeigt, wie wichtig für die Entwicklung eines Kindes der enge Kontakt zur Mutter ist!