Wann kommen Corticosteroide zum Einsatz?

7 Januar, 2020
Da Corticosteroide an zahlreichen organischen Prozessen beteiligt sind, haben sie auch viele Nebenwirkungen. So wurde zum Beispiel ein signifikant höheres Risiko für Infektionen beschrieben, da es sich um ein Immunsuppressivum handelt.

Corticosteroide, auch als Kortikoide bezeichnet, sind Arzneimittel mit derselben chemischen Struktur der natürlichen Steroide, die im Gehirn synthetisiert werden. Deshalb sind diese chemischen Stoffe, wie auch Hormone, an zahlreichen organischen Prozessen beteiligt.

Zu diesen Prozessen zählt zum Beispiel die Verstoffwechselung von Nährstoffen, wie Protein oder Kohlenhydrate, sowie Entzündungsprozesse. Außerdem spielen Corticosteroide auch im Immunsystem eine Rolle, wie wir später noch genauer sehen werden. Zudem sind sie ebenfalls an der Stressantwort beteiligt.

Diese Arzneimittel sind nur mit ärztlicher Verschreibung erhältlich, da sie sehr starke Wirkungen aufweisen. Die Dosis und Einnahme muss ärztlich kontrolliert werden, denn der Missbrauch dieser Medikamente kann sehr gefährlich sein.

Im Laufe des Artikels wirst du sehen, dass Kortikoide bei vielen Krankheiten zum Einsatz kommen. Sie werden zum Beispiel in der Behandlung von rheumatischen Krankheiten oder bei Morbus Crohn verschrieben.

Wann kommen Corticosteroide zum Einsatz?

Wann kommen Corticosteroide zum Einsatz?

Wie anfangs kurz erwähnt, handelt es sich um Arzneimittel, die zur Behandlung zahlreicher Krankheiten zum Einsatz kommen. Deshalb stehen sie in verschiedensten pharmazeutischen Formen zur Verfügung.

Corticosteroide sind zum Beispiel bei chronischen Lungenkrankheiten wie EPOC sehr effektiv, kommen jedoch auch zur punktuellen Behandlung chronischer Bronchitis zur Anwendung. Für diese Krankheiten stehen Inhalatoren zur Verfügung, welche die Verabreichung über die Atemwege ermöglichen.

Darüber hinaus gibt es auch eine klassische Formulierung in Tablettenform, die oral verabreicht wird. Tabletten kommen insbesondere bei Entzündungskrankheiten zum Einsatz, zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Arthrose oder Lumbalgie. Zur Linderung von Gelenkschmerzen gibt es allerdings auch ein Format zur intramuskulären Verabreichung.

Zudem sind Kortikoide auch in der Behandlung von Schuppenflechte, Ekzemen oder verschiedener Arten von Dermatitis sehr effektiv. Für diese Krankheiten stehen spezielle Salben zur äußerlichen Behandlung zur Verfügung.

Auch bei Autoimmunkrankheiten kommen Corticosteroide zur Verwendung, zum Beispiel bei Lupus erythematodes.

Wir empfehlen dir auch diesen Beitrag: Behandlung von Systemischem Lupus Erythematodes (SLE)

Corticosteroide: pharmakologische Wirkung

Wir haben bereits erwähnt, dass Kortikoide zahlreiche Prozesse im Organismus beeinträchtigen. Sie haben deshalb verschiedenste pharmakologische Auswirkungen, von denen wir nachfolgend die wichtigsten nennen:

  • Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Proteinen, Lipiden, Wasser und Elektrolyten: Corticoide erhöhen den Zuckerspiegel und den Pyruvatspiegel im Blut. Sie sind auch an der Fettverteilung beteiligt und erhöhen den Appetit. Außerdem halten sie Natrium und Wasser zurück, doch sie begünstigen die Ausscheidung von Kalium und Wasserstoff. Kortikoide können Osteoporose und Myopathien auslösen.
  • Wirkungen auf das kardiovaskuläre System: Kortikoide begünstigen die Bildung von Ödemen.
  • Immunsuppression: Sie schwächen das Immunsystem und sind deshalb insbesondere bei Autoimmunkrankheiten sehr effizient.
  • Entzündungslindernde Wirkung: Corticosteroide reduzieren durch Entzündungen ausgelöste Symptome, wie Rötungen, Hitze, Schmerzen und Ödeme. Sie hemmen auch die Ausschüttung von Histamin.

Hast du diesen Beitrag schon gelesen? 5 Aspekte über Autoimmunkrankheiten, die man kennen sollte

Durch Corticosteroide ausgelöste Nebenwirkungen

Durch Corticosteroide ausgelöste Nebenwirkungen 

Wie praktisch alle handelsüblichen Medikamente haben auch Kortikoide verschiedene Nebenwirkungen, die in klinischen Versuchen mit diesen Arzneimitteln geprüft wurden.

Da sie an vielen organischen Prozessen beteiligt sind, sind auch die Nebenwirkungen breit gestreut. So wurde zum Beispiel ein signifikant größeres Risiko für Infektionen beschrieben, da es sich um Immunsuppressiva handelt.

Andere häufig auftretende Nebenwirkungen dieser Arzneimittel sind:

  • Beschwerden im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat: Muskelschmerzen, Osteoporose und Knochennekrose
  • Pankreatitis und Magengeschwüre
  • Bluthochdruck
  • Akne

Zusätzlich zu diesen Reaktionen können Corticosteroide auch andere Nebenwirkungen haben. So treten zum Teil auch psychologische Störungen, wie Depressionen, Psychose oder Schlafstörungen auf. Weiters können folgende Probleme entstehen: Katarakt, Glaukom oder endokrine Störungen (Diabetes, Übergewicht oder vermindertes Wachstum, da Corticosteroide auch auf das Wachstumshormon wirken).

Fazit

Kortikoide sind Medikamente, die mit den Steroidhormonen des Organismus in Beziehung stehen. Sie haben deshalb zahlreiche Wirkungen auf den Patienten. Es handelt sich um sehr starke Arzneimittel, die mit großer Vorsicht eingenommen werden müssen. Berücksichtige genau die Empfehlungen deines Arztes und behandle dich auf keinen Fall selbst mit diesen Medikamenten.

  • Francisco Pizarro, I. (2014). Historia de los corticoides. Revista Médica Clínica Las Condes. https://doi.org/10.1016/s0716-8640(14)70120-8
  • Azparren, A., Servicio, A., & Farmacéuticas, D. P. (2009). Corticoides tópicos. Boletín de Información Farmacoterapéutica de Navarra.
  • Grau, P. S. (2006). Corticoides tópicos. Actualización. Medicina Cutanea Ibero-Latino-Americana.