Vier wissenschaftlich gestützte Diäten

8 Oktober, 2020
Es gibt unzählige Diäten, die modern werden und dann nach einiger Zeit wieder aus der Mode kommen. Allerdings sind nicht alle tatsächlich gesund. Welche Diäten werden durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt? Und was besagen diese Erkenntnisse? Wir werden dir heute vier Optionen vorstellen.

Heutzutage gibt es eine unendliche Vielzahl an Diät- und Ernährungsoptionen, auf die wir jederzeit zugreifen können. Die meisten davon schließen entweder bestimmte Lebensmittel aus oder fokussieren sich auf bestimmte und “verehren” diese regelrecht. Aber… sind sie wirklich so gesund, wie das behauptet wird? Und was sagt die Wissenschaft dazu? Wir stellen dir heute vier wissenschaftlich gestützte Diäten vor und erklären dir, welche Vorzüge sie haben.

Es stimmt, dass sich ein Großteil der Bevölkerung für einen bestimmten Zeitraum einer bestimmten Diät unterzogen oder eine bestimmte Ernährungsform befolgt hat. Dies gilt insbesondere für Modediäten. Darüber hinaus tun wir das sehr häufig, ohne uns vorab von einem Ernährungsexperten beraten zu lassen.

Dennoch gibt es  bestimmte Ernährungsmodelle, die aufgrund ihrer Zusammensetzung offensichtlich allgemeine Vorteile zu haben scheinen. Welche sind das und warum empfehlen Experten diese Diäten? In unserem heutigen Artikel stellen wir dir vier wissenschaftlich gestützte Diäten und ihre jeweiligen Vorzüge vor.

4 wissenschaftlich gestützte Diäten

Eine gesunde Diät zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass sie dir beim Abnehmen hilft. Wenn wir über das allgemeine Wohlbefinden sprechen, dann ist es wichtig zu wissen, dass eine Diät aus ernährungsphysiologischer Sicht abwechslungsreich und vollständig sein muss. Nachfolgend stellen wir dir vier wissenschaftlich gestützte Diäten vor.

Die mediterrane Diät

Die mediterrane Diät gilt als eine der Ernährungsformen, deren gesundheitliche Vorzüge durch wissenschaftliche Studien besonders gut belegt sind. Denn sie spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention und Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen. Die mediterrane Diät:

  • Priorisiert den reichhaltigen Verzehr pflanzlicher Lebensmittel wie Früchte, Gemüse, Bohnen, Vollkorncerealien und Nüsse.
  • Empfiehlt den täglichen Konsum von Milchprodukten wie Joghurt und Käse.
  • Betont die Verwendung von Olivenöl als Hauptquelle für Fett.
  • Darüber hinaus beinhaltet sie den reichhaltigen Konsum von Wasser und natürlichen Getränken wie Tee.
  • Außerdem empfiehlt sie den moderaten Verzehr von unverarbeitetem rotem Fleisch, Fisch und Eiern. Gleichzeitig warnt sie vor dem Konsum von verarbeitetem Fleisch.
  • Überdies beschränkt oder verzichtet sie auf industriell hergestellte Lebensmittel.

Wenn du diese Diät oder Ernährungsweise befolgst, verbessert sich deine Gesundheit erheblich. Insbesondere scheint sie bei der Bekämpfung von Problemen in Zusammenhang mit chronischen Entzündungen sehr hilfreich zu sein. Dazu gehören unter anderem die folgenden Erkrankungen:

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Die DASH-Diät

Eine weitere wissenschaftlich gestützte Diät ist die DASH-Diät –Dietary Approaches to Stop Hypertension (auf Deutsch: Ernährungsphysiologischer Ansatz gegen Bluthochdruck). Diese Diät basiert auf den Empfehlungen der American Heart Association (AHA). Wie du dir bereits denken kannst, ist das Ziel der DASH-Diät, den Arteriendruck zu reduzieren und kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen.

Sie enthält im Allgemeinen folgende Ernährungsrichtlinien:

  • Reichlicher Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und fettarmen Milchprodukten.
  • Darüber hinaus wird empfohlen, den Verzehr von Natrium und rotem Fleisch einzuschränken.
  • Außerdem gilt auch hier: Wenige oder keine verarbeitete Lebensmittel, einschließlich Zucker, Salz und raffiniertes Mehl.

Obwohl diese Diät der mediterranen Diät ähnelt, gibt es dennoch einige Unterschiede. Die mediterrane Diät priorisiert den Verzehr einfach gesättigter Fettsäuren (Olivenöl und Nüsse) und betont nicht die Notwendigkeit des Konsums fettarmer Milchprodukte.

Einige Studien belegen, dass dieses Ernährungsmodell auch noch andere gesundheitliche Vorzüge bietet. Beispielsweise den Knochenstoffwechsel und die Harnhomöostase.

Die atlantische Ernährung

Die atlantische Ernährung ist typisch in Ländern, die am Atlantischen Ozean liegen. Genau wie ihre “Schwester”, die mediterrane Diät, liegt ihr Hauptaugenmerk auf der Vorbeugung von Herzerkrankungen. Sie besteht aus Folgendem:

  • Fisch und Meeresfrüchte sind die Hauptzutaten in dieser Diät.
  • Darüber hinaus werden reichlich Gemüse verzehrt.
  • Der Verzehr von Getreide, Hülsenfrüchten und Tomaten stellt die Hauptquelle für Kohlenhydrate dar.
  • Außerdem beinhaltet sie einen mäßigen Verzehr von rotem Fleisch.
  • Überdies dient Olivenöl als Hauptquelle für Fett, insbesondere als Dressing.
wissenschaftlich gestützte Diäten - atlantisch
Die atlantische Ernährung enthält in einigen Merkmalen der Mittelmeerdiät. Daher wird auch sie mit der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.

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Die Low-FODMAP-Diät

Das Akronym FODMAP steht für “Fermentierbare Oligo-, Di-, Mono-Saccharide und (im Englischen: And) Polyole”. Daher besteht die Low-FODMAP-Diät hauptsächlich aus dem Verzicht auf die Lebensmittel, welche diese Eigenschaften erfüllen.

Darüber hinaus wird sie häufig als begleitende Behandlung gastrointestinaler Pathologien wie Darmentzündungen eingesetzt. Ärzte empfehlen sie oft in den Perioden, in denen die Symptome dieser Erkrankungen auftreten.

Daher solltest du auf folgende Lebensmittel verzichten, bis eine Besserung dieser Symptome eingetreten ist:

  • Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen und Soja.
  • Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen und Amarant und ihre Derivate.
  • Vollmilchprodukte.
  • Darüber hinaus solltest du keine Süßstoffe, Honig und Maissirup mit hohem Zuckergehalt verwenden.
  • Außerdem empfiehlt sich der Verzicht auf Sojagetränke, industriell hergestellte Säfte, Rum und Weißwein.
  • Auch Knoblauch, Zwiebeln und andere Gemüse stehen auf der Liste.
  • Dosenfrüchte, Pflaumen, Birnen, Wassermelone und andere.

Dennoch musst du natürlich nicht auf alles verzichten, folgende Nahrungsmittel sind erlaubt:

  • Maisstärke, Hafer, Reis, Mais, Hirse, Sorghum und Quinoa.
  • Zucker und Süßstoffe, die nicht auf “-ol” enden.
  • Tofu.
  • Tomaten, Karotten, Zucchini, Mangold und andere Gemüse.
  • Melonen, Orangen, Cantaloupe-Melonen, Grapefruits und andere Früchte.
  • Darüber hinaus darfst du auch laktosefreie Milch und Ziegenkäse verzehren.
  • Außerdem sind auch Öle wie Olivenöl und Rapsöl erlaubt.
wissenschaftlich gestützte Diäten - Low FODMAP
Die Low-FODMAP-Diät ist bei der Behandlung von Darmerkrankungen sehr hilfreich. Insbesondere der Verzicht auf diese Nahrungsmittel trägt zu einer Besserung der Symptome bei.

Wissenschaftlich gestützte Diäten: Was du wissen solltest

Alle oben genannten Diäten und Ernährungsformen bieten wissenschaftlich belegte Vorzüge. Dennoch sollte deine Ernährung stets ausgewogen sein, um Probleme aufgrund eines Mangels oder Übermaßes an bestimmten Nährstoffen zu vermeiden. Daher solltest du immer einen Ernährungsexperten aufsuchen, um den Ernährungsplan zu erhalten, der genau auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist.

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