Veränderte Schlafmuster durch Alzheimer

28 Mai, 2020
Alzheimer ist eine häufig auftretende Demenzkrankheit, die für Betroffene verschiedene Folgen hat. Auch Schlafstörungen gehören zu den Symptomen. Unseren heutigen Artikel widmen wir diesem Thema. 

Alzheimer ist die häufigste Demenzkrankheit. Sie beeinträchtigt das Leben der Betroffenen auf unterschiedlichste Weisen, wobei auch veränderte Schlafmuster zu den Symptomen gehören.

In den verschiedenen Phasen der Krankheit leiden Patienten häufig an Schlafstörungen. Wir gehen in unserem heutigen Artikel näher darauf ein, wie sich diese äußern. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren!

Was ist Alzheimer?

Wir sprechen von der häufigsten Demenzerkrankung, an der weltweit rund 48 Millionen Menschen leiden. Da die Lebenserwartung im Zunehmen begriffen ist, wird es in den nächsten Jahren noch viel mehr Menschen mit Morbus Alzheimer geben.

Diese neurodegenerative Krankheit führt zum kognitiven Verfall und hat schwerwiegende Folgen für das alltägliche Leben und die Lebensqualität der Betroffenen, und zwar sowohl auf persönlicher, als auch auf sozialer und beruflicher Ebene. Dies ist auf Proteinablagerungen in und um die Nervenzellen im Gehirn, das Absterben von Zellen und neuronale Kommunikationsstörungen zurückzuführen.

Morbus Alzheimer führt zu Gedächtnisverlusten. Doch außer diesem charakteristischen Merkmal gibt es zahlreiche weitere Symptome. So können zum Beispiel auch Sprach- und Verhaltensstörungen auftreten. Letztere umfassen auch gestörte Schlafmuster.

Mann mit Alzheimer hat veränderte Schlafmuster
Alzheimer beeinträchtigt das Gedächtnis, die Sprache und das Verhalten der betroffenen Patienten.

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Veränderte Schlafmuster durch Alzheimer

Die Schlafstörungen entwickeln sich in der Regel mit fortschreitender Krankheit. Doch die Art und Auswirkungen sind bei jedem Patienten unterschiedlich. Grundsätzlich können drei verschiedene Arten differenziert werden:

  • Veränderte Schlafarchitektur: Es handelt sich um Störungen der verschiedenen Schlafphasen. Die Tiefschlafphasen reduzieren sich und der Patient wacht immer wieder kurz (Mikro-Aufwachen) oder länger auf. Die REM-Phasen reduzieren, dafür kommt es häufiger zum Non-REM-Schlaf.
  • Veränderungen der Atmung: Patienten leiden oft an Schnarchen, Hypopnoe oder dem Schlafapnoe-Hypopnoe-Syndrom. Bei Alzheimer-Patienten ist die Inzidenz dieser Krankheiten weitaus größer. Eine individuelle Untersuchung ist erforderlich, da jede dieser Krankheiten eine spezifische Behandlung benötigt, die zusätzlich zur auslösenden Krankheit erfolgen muss.
  • Restless-Legs-Syndrom oder das Syndrom der unruhigen Beine: Betroffenen fällt es insbesondere beim Einschlafen schwer, die Beine ruhig zu halten. Außerdem können sie an Albträumen leiden.

Veränderter Schlafrhythmus

Alzheimer führt zu Veränderungen des biologischen Rhythmus. Mit fortschreitender Krankheit werden auch diese Beeinträchtigungen intensiver.

Dies führt wiederum dazu, dass Betroffene tagsüber müde sind und immer wieder ein Nickerchen benötigen. In der Folge nehmen soziale Probleme zu, denn es fällt den Patienten schwer, einem Gespräch zu folgen und normale Beziehungen zu pflegen.

Außerdem führen die Schläfrigkeit und der Tagesschlaf dazu, dass die Patienten in der Nacht weniger müde sind und deshalb häufiger aufwachen. Oft wandeln sie dann unruhig durchs Haus.

Veränderte Schlafmuster durch Alzheimer
Alzheimer kann tagsüber zu Schläfrigkeit führen. Betroffene benötigen dann zwischendurch immer wieder ein Nickerchen.

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Sundown-Syndrom durch Alzheimer

Als Sundown-Syndrom bezeichnet man eine ab dem späten Nachmittag bis in die Nacht zunehmende Unruhe, die auch zu Verhaltensveränderungen, Verwirrung, Nervosität und Orientierungslosigkeit führt. 

Betroffene können auch Halluzinationen, Illusionen, unerklärliche Angst oder Zornanfälle erleiden. Bis zu 20 Prozent der Demenz-Patienten leiden an diesem Syndrom.

Veränderte Schlafmuster durch Alzheimer: Was tun?

Zwar sind die Beeinträchtigungen des Gedächtnisses das bekannteste Symptom von Morbus Alzheimer, doch lange nicht das einzige. Viele andere Störungen begleiten diese Krankheit, äußern sich allerdings bei jedem Patienten auf unterschiedliche Art und Weise. Besonders wichtig sind die frühe Diagnose und die entsprechenden Kontrolluntersuchungen, um die Symptome möglichst lange unter Kontrolle zu halten.

Der Facharzt bewertet jeden Einzelfall und verschreibt die richtige Therapie. Oft sind verschiedene therapeutische Ansätze notwendig, um dem Patienten zu helfen, seinen Alltag zu bewältigen und im Rahmen des Möglichen seine Lebensqualität zu erhalten.

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